Amtsgericht beschließt Veröffentlichung der Bilder

Überfall mit RAF-Spur: Polizei sucht mit Fotos nach Zeugen

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Hildesheim - Die Hildesheimer Polizei hat Fotos unbekannter Zeugen eines missglückten Überfalls veröffentlicht, der womöglich auf das Konto von Terroristen der Roten-Armee-Fraktion (RAF) geht. Nach dem gescheiterten Überfall auf einen Geldboten in einem Rewe-Supermarkt habe die Auswertung der Überwachungskameras ergeben, dass mehrere Menschen unmittelbare Zeugen des Überfalls geworden seien, ohne sich anschließend bei den Fahndern zu melden, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft habe das Amtsgericht die Veröffentlichung der Fotos der Zeugen beschlossen. Die Betroffenen oder jeder, der sie wiedererkenne, sollten sich melden. Die Polizei erhoffe sich von den Zeugenaussagen eine weitere Aufklärung des genauen Tatgeschehens und möglicherweise auch nähere Angaben zu den Räubern.

Auch zum Fluchtfahrzeug und zur Fluchtstrecke hat die Polizei Fragen. Die Flucht führte vom Tatort in der Siemensstraße in ein Waldgebiet zwischen Ottbergen und Wöhle, teilte die Polizei Hildesheim mit. Dort ließen die Täter ihr Fluchtfahrzeug, einen dunkelblauen VW Polo, an dem die gestohlenen Kennzeichen HI-JV 19 angebracht waren, zurück. Diese Aktion ist einem Zeugen aufgefallen, der mit zeitlichem Verzug die Beamten informierte. Außerdem hatte ein Jagdpächter beobachtet, dass eine männliche Person aus dem Polo heraus zu Fuß aus dem Waldstück herausrannte und in einen dunklen Kombi stieg, der anschließend in Richtung Ottbergen fuhr.

Unmittelbar nach dem Überfall hatte ein Streifenwagen zwar ein verdächtiges Fahrzeug verfolgt. Nach der Befragung der drei Insassen auf der Wache aber stellte sich heraus, dass die Polizisten die Falschen erwischt hatten. Alle drei hatten ein Alibi und waren auf der Heimfahrt nach Hamburg.

Die Polizei untersucht, ob ein Zusammenhang mit zwei ebenfalls gescheiterten Überfällen auf Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg besteht. Mittels DNA-Spuren konnte nachgewiesen werden, dass dabei drei ehemalige RAF-Terroristen am Werk waren

Polizei sucht Zeugen zum vermeintlichen RAF-Überfall

Zeugen sollen sich bitte bei den Ermittlern unter der Telefonnummer 05121/939634 oder auch 05121/39115 melden.

dpa

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