Experte: Jetzt zählt es

TV-Duell vor der Landtagswahl wird „kämpferisch“

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Stephan Weil (SPD) und Bernd Althusmann (CDU) treten am Dienstag zum TV-Duell vor der Landtagswahl an.

Hannover - Niedersachsen kann am Dienstag auf ein umkämpftes TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten zur Landtagswahl hoffen. Es beginnt um 21 Uhr und wird im NDR-Fernsehen übertragen.

Der Kommunikationswissenschaftler Wilfried Köpke aus Hannover erwartet dann ein kämpferisches Aufeinandertreffen zwischen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und seinem CDU-Herausforderer Bernd Althusmann. „Es zählt für beide Kandidaten: Wen kriege ich an diesem Abend von den Unentschlossenen an die Wahlurne?“, sagte Köpke.

Weil werde die Umstände des Twesten-Wechsels und die Verantwortung der CDU zum Thema machen. Althusmann werde versuchen, Weil mit der Affäre um Fehler bei Auftragsvergaben der Landesregierung und dem Thema VW zu attackieren, erwartet Köpke. Entscheidend für den Erfolg beim Zuschauer sei aber letztendlich die Glaubwürdigkeit der Spitzenkandidaten.

„Jugend debattiert“ mit Spitzenkandidaten

Einen Tag vor dem TV-Duell können die Spitzenkandidaten der vier im Landtag vertretenen Parteien am Montag (15 Uhr) schon einmal warmlaufen: In einer Diskussion mit Schülern lassen sich die Politiker von mit vier Landessiegern des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ jeweils einzeln auf den Zahn fühlen. Bei den jeweils zwölf Minuten langen Debatten geht es um Wahlkampfthemen wie Bildungspolitik, Digitalisierung und den Umgang mit dem Wolf. Auch die Schüler im Publikum dürfen Fragen stellen.

Am Dienstagabend dann werden Weil und Althusmann zu ihrem einzigen TV-Duell vor der Landtagswahl am 15. Oktober zusammentreffen. 75 Minuten lang werden die beiden im NDR Gelegenheit zum Schlagabtausch haben.

Spannendes Rennen um Wählergunst

Spannend wird die Debatte deshalb, weil nach jüngsten Umfragen alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinausläuft: Laut ZDF-„Politbarometer“ liegen CDU und SPD bei 33 Prozent, Infratest dimap sieht beide Volksparteien bei 34 Prozent. Es reicht aber weder für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierungskoalition noch für Schwarz-Gelb. Rechnerisch möglich sind eine große Koalition aus CDU und SPD, ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP sowie eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. „Jamaika“ stehen aber CDU und FDP ablehnend gegenüber, eine „Ampel“ lehnt die FDP ab.

Die vorgezogene Neuwahl ist nötig, weil im August die grüne Abgeordnete Elke Twesten plötzlich zur CDU übergelaufen war. Das brachte die rot-grüne Landesregierung um ihre Ein-Stimmen-Mehrheit. Seitdem ist das Verhältnis der CDU zu SPD und Grünen angespannt.

dpa

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