Tüv: DIN-Regel führt zur Nachprüfung bei jedem fünften Fahrgeschäft

Hannover - Eine neue Norm für Karussells, Riesenräder und Achterbahnen trifft die kriselnde Schaustellerbranche nach Meinung des Prüfkonzerns Tüv-Nord weniger schwer als befürchtet.

„Nur für einen kleinen Teil aller Fahrgeschäfte stehen neben den regulären Abnahmen jetzt aufwendigere Prüfungen an“, sagte der Chef der Sparte Tüv-Nord-Systems, Rudolf Wieland, am Freitag. In Niedersachsen müssten rund 20 Prozent der zugelassenen Firmen neu geprüft werden. In Baden-Württemberg etwa seien es nur 13 Prozent. Der Deutsche Schaustellerbund hatte die neue europäische Sicherheitsnorm heftig kritisiert und dagegen auch geklagt. Die Bundesrepublik habe den Fahrgeschäften den ansonsten in allen EU-Ländern geltenden Bestandsschutz für bereits bestehende Anlagen verwehrt.

Die fälligen Überprüfungen und Nachrüstungen könnten teils gut 100.000 Euro verschlingen und das Ende mancher Betriebe bedeuten. Der Tüv, der als Behörde die Norm überwacht, teilte zu den Kosten mit: „Schausteller mit ähnlichen Fahrgeschäften können sich für eine gemeinsame Baumusterprüfung zusammenschließen.“ Die Kosten für mögliche Nachrüstungen seien stark von der Ausführung und Angleichung an den sicherheitstechnischen Standard abhängig. Der Tüv betonte, dass die Vorschriften nicht von ungefähr kämen, sondern die Sicherheit und Gesundheit der Volksfestbesucher garantieren sollten.

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