Fahren mit Sonnenlicht

Tschüss, Ladestation: Neue Solar-Autos fahren ohne Strom und Stecker

Sind Solar-Autos die Zukunft? Die Technologie dafür ist bereits entwickelt. Erste Tests zeigen: Autofahren mit Sonnenenergie könnte schon bald den Markt erobern.

Hannover – Erobern Solar-Autos schon bald die Straßen? Mit Blick auf das Ende des Verbrenner-Motors und generellen Startschwierigkeiten in der Elektro-Branche scheint dieses Szenario gar nicht mal so abwegig zu sein. Die Technologie sei dafür bereits entwickelt, Ladesäulen-Mangel in deutschen Innenstädten und Stromverschwendung beim Aufladen von E-Autos könnten dann für immer Geschichte seien. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass bereits in einigen Jahren Solar-Autos den Verkehr erobert haben könnten.

UniversitätHochschule Bochum
Studierende8.041
Studentenzahl6.074
Gründung1971

Solar-Autos: Fahren ohne Strom bewährt sich im Praxis-Test

Wozu Solar-Autos in Stande sind, hatten bereits mehrere Tests bewiesen, unter anderem einer der Hochschule in Bochum. Bereits vor zehn Jahren trat die Hochschule mit dem „SolarWorld GT“ bei der World Solar Challenge an. Dieser Wettbewerb könnte laut einigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler maßgeblich dazu beitragen, Solar-Autos in den Verkehrsalltag zu integrieren.

Das Solar-Auto vom Typ „Sion“ des Herstellers „Sono Motors“ ist eines der ersten Fahrzeuge seiner Art.

Bei der World Solar Challenge legten die Bochumer auf verschiedenen Strecken insgesamt knapp 30.000 Kilometer zurück, pro Tag hätte das Solar-Auto damit rund 130 Kilometer absolviert. Das Tagespensum vieler Fahrerinnen und Fahrer würde damit voraussichtlich nicht überschritten werden. Mittlerweile sei die Technik jedoch noch deutlich weiter fortgeschritten sein, als noch vor zehn Jahren. Somit seien heutzutage durchaus weitere Distanzen mit dem Solar-Auto möglich. Vorausgesetzt, die Sonne scheint ausreichend.

Erste Solar-Auto-Idee bereits vor über 60 Jahren

Die Idee des Solar-Autos scheint hingegen keine neue zu sein. Bereits vor über 60 Jahren hatte ein Ingenieur vom Autohersteller General-Motors ein Plan für ein Solarauto präsentiert. Doch auch in der Gegenwart sind Solar-Autos bereits bei einigen Herstellern präsent. Das Solar-Team Eindhoven hatte vergangenes Jahr das Solar-Auto „Stella Era“ präsentiert. Das Auto soll durch Sonnenenergie so viel Strom erzeugen, dass es sogar als Ladestation für andere E-Autos dienen könne.

Zudem hatte das Team den „Stella Vita“, also ein Haus auf Rädern entwickelt. An nur einem Sonnentag sei es möglich gewesen, 730 Kilometer zurückzulegen. „Wir zeigen damit, dass die Technologie heute da ist, wir müssen sie nur nutzen“, erklärt Tijn Ter Horst vom Solar-Team Eindhoven. Das Team hatte ebenfalls mehrmals an der World Solar Challenge teilgenommen.

Sono Motors: Konzept Solar-Autos funktioniert

Genau wie die drei Erfinder Navina Pernsteiner, Laurin Hahn und Jona Christians. Sie sind Teil des Team Sono Motors aus München. Sie arbeiteten bereits seit ihrer Abiturzeit an dem Solarauto-Modell „Sion“. Die drei machten es sich zur Aufgabe, ein altes Auto in ein Solarauto umzubauen. Zwar habe ihre Erfindung nicht die gewünschte Reichweite erzielt, jedoch habe sie die „kleine Machbarkeitsstudie“, wie das Team das Auto betitelt, darin bestätigt, dass das Konzept „Solar-Auto“ funktionieren kann. Doch auch bereits erhältliche E-Auto-Modelle kämpfen mit Reichweite-Problemen. Ein Vergleichstest zeigte, dass kein E-Auto mehr als 440 Kilometer mit einer vollen Batterieladung fahren kann.

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„Viele haben uns anfangs belächelt“, erklärt Hahn in einem Interview. „Manche haben bezweifelt, dass eine derartige Vision, ein E-Auto mit integrierten Solarzellen, überhaupt umsetzbar ist.“ Nun hingegen soll der Sion in die Produktion gegeben werden. Eigentlich war der Produktionsstart bereits für 2019 vorgesehen, auch der ursprüngliche Preis von 16.000 Euro erhöht sich auf 28.500 Euro. Dennoch hofft Sono Motors, dass der Sion ab 2023 produziert werden kann, bereits zehntausende Personen hätten vorbestellt.

Niedersächsisches Verkehrsministerium: 14,8 Millionen E-Autos bis 2030

Insgesamt ist die Elektrobranche im Aufschwung. Das niedersächsische Ministerium für Verkehr erklärt, „bis 2025 bzw. 2030 wird erwartet, dass bis zu 14,8 Millionen batterieelektrische E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride auf deutschen Straßen unterwegs sein werden“. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei eine flächendeckende und auch zukünftig leistungsfähige Ladeinfrastruktur. Doch in Deutschland herrsche derzeit eher noch die Sorge, dass der Netzausbau für Elektroautos der hohen Nachfrage nach neuen Fahrzeugen nicht nachkommen kann. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Bockwoldt

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