Ohne Akku und Brennstoffzelle

Tschüss, Elektroautos? Deutsches Unternehmen revolutioniert Wasserstoffmotor

Elektroautos aktueller Bauart könnten vielleicht bald schon wieder ausgedient haben. Eine deutsche Erfindung soll Wasserstoffautos zum Durchbruch verhelfen.

Köln – Emissionsfrei wie ein mit Storm betriebener Elektroantrieb, leise und ganze 200 kW stark: Das Kölner Unternehmen Deutz hat einen Motor entwickelt, der Wasserstoff direkt verbrennt. Der neue Sechszylinder-Antrieb entspricht den „Zero Emission“-CO2-EU-Werten. Schon ab 2024 geht der Motor in die Serienproduktion. Läuft der Wasserstoffmotor nun den Elektromotoren den Rang ab – und wir tanken unsere Autos zukünftig nur noch mit dem farblosen Gas?

Unternehmen:Deutz AG
Hauptsitz:Köln
Gründung:31. März 1864, Köln
Mitarbeiter:4.586
Umsatz:1.295,6 Mio. Euro

Aktuelle Elektroautos bald überflüssig? Deutsches Unternehmen liefert Revolution für Wasserstoffautos

In letzter Zeit machten Elektroautos eher als Problemfahrzeuge Schlagzeilen. Etwa weil sich wie in Leer Elektroauto-Akkus entzündet haben*, und in den ersten Städten bestimmte E-Auto-Modelle nur noch mit 15 Metern Abstand parken dürfen, die Fördergelder für private Ladestationen für Elektroautos aufgebraucht sind, oder es weit und breit keine Lademöglichkeit für das E-Auto gibt. Nun könnte die Stunde für den Wasserstoffmotor kommen: Eine deutsche Erfindung soll den Wasserstoff-Autos zum Durchbruch verhelfen, wie bw24.de berichtet.

Deutsches Unternehmen DEUTZ entwickelt Wasserstoff-Motor ohne Brennstoffzelle

Üblicherweise funktionieren wasserstoffbetriebene Motoren nach einem ähnlichen Prinzip wie Elektromotoren. Eine Brennstoffzelle verbrennt den Treibstoff, den gasförmigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion mit Sauerstoff wird Energie in Form von Strom freigesetzt, die dann wiederum einen Elektromotor antreibt. Darum ist die Erfindung von Deutz, einem Hersteller für Nutz- und Landwirtschaftsfahrzeuge, eine Revolution: Der neuartige Wasserstoff-Antrieb kommt nämlich gänzlich ohne Akku und Brennstoffzelle aus. Er verbrennt Wasserstoff direkt. Auf lange Sicht könnte die Erfindung ebenso spektakulär sein wie der kürzlich erziete Durchbruch bei der Kernfusion, der Solar- und Windenergie bald überflüssig machen könnte.

Tanken statt Aufladen: Eine deutsche Erfindung soll Wasserstoffautos zum Durchbruch verhelfen.

Elektroautos könnten von Wasserstoff als Antrieb der Zukunft abgelöst werden: CO2-neutral, leise und stark

Dr. Markus Müller, Chief Technology Officer der DEUTZ AG, erklärt: „Der sechszylindrige TCG 7.8 H2 baut auf einem bestehenden Motorkonzept auf. Er läuft nicht nur CO2 neutral sondern auch sehr leise und liefert bereits 200kW Leistung. Der Motor eignet sich grundsätzlich für alle heutigen Anwendungen, dürfte aber auf Grund der zur Verfügung stehenden Infrastruktur erstmal in den Bereichen stationäre Anlagen und Generatoren sowie Schienenverkehr eingesetzt werden.“

Unternehmen DEUTZ will aus Wasserstoff auch Strom gewinnen: Pilotprojekt startet 2022

Ein erstes Pilotprojekt, mit dem der Kölner Motorenhersteller DEUTZ weitere Erfahrungswerte sammeln möchte, startet bereits Anfang 2022. In Zusammenarbeit mit einem regionalen Partner wird der Wasserstoffmotor in einer stationären Anlage zur Stromerzeugung eingesetzt. Der Anfang des nächsten Jahres in Betrieb gehende Modellversuch soll die Praxistauglichkeit des Motors unter Beweis stellen. Standort für diesen Pilotversuch wird das Heizkraftwerk Köln-Niehl des regionalen Energieversorgungsunternehmens RheinEnergie. 

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Wasserstoffmotor ohne Brennstoffzelle und Batterie geht 2024 in Serie – und schickt aktuelle Elektroautos vielleicht in Rente

Und auch wenn ein Versandunternehmen inzwischen Elektroautos für 1600 Euro verramscht, könnte die Zukunft dem Wasserstoffverbrenner gehören. Die Serienproduktion des Motors plant Deutz nämlich schon für 2024, wenn auch zunächst einmal nicht für die Autoindustrie, sondern für landwirtschaftliche Fahrzeuge: „Für uns ein wichtiger Meilenstein, um als Unternehmen unseren Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele zu leisten“, so Dr. Frank Hiller, der Vorstandsvorsitzende der Deutz AG.
* kreiszeitung.de, bw24.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Imago

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