Urlaub in Corona-Zeiten

Niedersachsen lockert bei Hotels und Tourismus – doch nur für eigene Einwohner

Niedersachsen öffnet ab heute für den Tourismus. Die Testpflicht für Hotels wird abgeschwächt. Doch es gibt Regeln und Beschränkungen.

Update vom 7. Mai 2021, 17:50 Uhr: Ab Montag, 10. Mai lockert Niedersachsen die Corona-Regeln auch im Tourismusbereich. Die Lockerungen sollen für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens gelten. In Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherbergen, Wohnmobilstell-, Campingplätzen, Bootsliegeplätzen sind touristische Übernachtungen wieder möglich – allerdings mit einer Kapazitätsbegrenzung von 60 Prozent. Der Besuch ist an negative Schnelltests oder einen Impfnachweis gekoppelt.

Niedersachsen will allerdings die Testpflicht abschwächen. In Hotels, Pensionen und Jugendherbergen sollen nach einem Test bei der Anreise zwei Tests pro Woche für die Gäste ausreichen, wie dies auch für Ferienwohnungen geplant ist. Ursprünglich war für Hotelgäste eine tägliche Testpflicht vorgesehen. (Mit Material der dpa)

Update vom 6. Mai 2021, 06:55 Uhr:  Die stufenweisen Lockerungen im Deutschland-Tourismus könnten nach Einschätzung von Tui noch rechtzeitig für eine stabile Sommersaison auch im Inland kommen. «Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben», glaubt die Managerin Nicole Sohnrey, die bei dem Konzern aus Hannover unter anderem für Auto- und Städtereisen zuständig ist. Für die inländischen Ziele werde aus derzeitiger Sicht ein «starker Sommer» erwartet.

Wichtigste Urlaubsgegend hierzulande dürfte demnach 2021 wieder die Ostseeküste werden. In den touristischen Modellregionen Schleswig-Holsteins hätten die Buchungen schon zuletzt deutlich angezogen, man liege hier gut 70 Prozent über dem Vorjahr. Aber auch das Interesse an Ferien in Ostfriesland, auf der mecklenburgischen Seenplatte, im Schwarzwald oder in Bayern sei hoch, berichtete Tui. (dpa)

Update vom 4. Mai 15:20 Uhr: Die Ostfriesischen Inseln begrüßen die von der Landesregierung geplante schrittweise Öffnung des Tourismus in Niedersachsen. „Ich bin sehr froh und erleichtert, dass nach mehr als sechs Monaten der Schließung endlich wieder eine Perspektive da ist – wenngleich auch nur schrittweise“, teilte der Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Ostfriesische Inseln, Göran Sell, am Dienstag mit. „Wir freuen uns darauf, dass die Betriebe wieder öffnen und wir Gäste auf unseren Inseln begrüßen können.“

Update vom 4. Mai 12:30 Uhr: Der Tourismus werde für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens geöffnet, in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sind wieder touristische Übernachtungen möglich. Die Gastronomie soll zunächst draußen und zwei Wochen später auch drinnen wieder öffnen können, dort dann mit einer Auslastungsgrenze von 60 Prozent und einer Sperrstunde um 23 Uhr. Auch Kulturveranstaltungen im Freien sollen wieder möglich werden.

Auf einer Pressekonferenz in Hannover sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), dass dies nur bei stabilen Inzidenzwerten, also fünf Tage unter Hundert, möglich ist. Des Weiteren muss der Urlauber sich täglich testen lassen. Dies muss ein qualifizierter Coronatest sein. Selbsttests gehören nicht dazu. Hotels dürfen im ersten Schritt maximal eine Auslastung von 60 Prozent haben.

Update vom 4. Mai 8:30 Uhr: Die Würfel sind gefallen: Die Ostfriesische Inseln bekommen keine Sonderrechte für ein Tourismus-Pilotprojekt. Das ist das Ergebnis einer Konferenz von Inselvertretern und niedersächsischen Ministerien. Das vorgelegte Konzept sah die Öffnung des Tourismus und Gastgewerbe vor. Langeoogs parteilose Bürgermeisterin Heike Horn sprach aber von konstruktiven Gesprächen und einer Perspektive. „Es wird eine Pandemieverordnung geben, die für ganz Niedersachsen gilt, bei der es für die Inseln keine Ausnahmeregelung geben wird“, sagte Horn nach einer Gesprächsrunde mit Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD).

Es soll Pläne der Landesregierung geben, dass ab Montag, 10. Mai landesweit ein Stufenplan in Kraft tritt. Negative Corona-Tests sollen dabei eine entscheidende Rolle spielen. Das Konzept soll am Dienstag vorgestellt werden.

Die ostfriesische Insel Langeoog.

Bei den geplanten Öffnungsschritten soll auf zentrale Punkte des Konzepts, wie etwa eine umfassende Teststrategie und ein digitales Kontaktnachverfolgungssystem, zurückgegriffen werden. Das Konzept sei von allen Seiten als „sehr gut erachtet worden“, sagte Heike Horn. Es werde aber nicht eins zu eins umgesetzt. Umweltminister Olaf Lies hatte lobende Worte für das Konzept: „Ich bin überzeugt, dass sich ein ganz großer Teil davon auch in der nächsten Verordnung schon wiederfindet und sicherlich auch in folgenden Verordnungen, die wir noch erarbeiten.“

Meldung vom 3. Mai: Montag ist ein wichtiger Tag für die Gaststättenbetreiber und Hoteliers auf den Ostfriesischen Inseln. Vor einigen Wochen haben die Inselgemeinden ein Konzept für Urlaub vorgestellt. Nun steht ein Austausch mit der Landesregierung an. Sollte das Ergebnis im Sinne der Inselgemeinden ausfallen, dann könnte in zwei bis drei Wochen Urlaub auf Borkum, Langeoog & Co möglich sein. Solange benötigen sie, um alles vorzubereiten sowie die Betriebe und Testkapazitäten hochzufahren.

Das Öffnungskonzept sieht vor, dass Übernachtungsgäste zunächst bei der Anreise einen negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorlegen müssen. Sonst kommen die Touristen erst gar nicht auf die Inseln. 48 Stunden nach der Anreise sollen die Gäste dann noch einmal getestet werden. Erst wenn dieser Test auch negativ ausfällt, sollen sie alle touristischen Angebote nutzen dürfen. Dazu gehören: Außengastronomie und Freizeitangebote. Tagestouristen sollen erst in einem späteren Schritt Zugang zu den Inseln erhalten.

Urlaub an der Nordsee soll auch in Coronazeiten möglich sein.

Ein Indikator für so ein Öffnungskonzept ist der Inzidenzwert. Am Montag waren die Infektionszahlen am niedrigsten in den Landkreisen Uelzen (45,5), Aurich (42,2) und Friesland (38,5). Die Inseln gehören zu den Landkreisen Wittmund, Friesland, Aurich und Leer.

Trotz Corona: Urlaub in Modell-Regionen Schleswig-Holsteins möglich

Seit dem 1. Mai ist Urlaub in einigen Regionen Schleswig-Holsteins möglich. Eine ist die in sogenannten Modellregionen Nordfriesland mit der Insel Sylt. Dort kann man nur Urlaub machen, wenn man bei seiner Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen kann. Dieser darf nicht älter sein als 48 Stunden. Wer in einem Restaurant essen gehen möchte, muss vor höchstens 24 Stunden negativ getestet worden sein. Dazu wurden im ganzen Kreis weitere Schnelltest-Zentren errichtet. Fünf Test-Container stehen etwa am Anleger Dagebüll, zehn sind es allein in St. Peter-Ording. Im Ortsteil Ording gibt es sogar eine Fahrradtest-Station.

In Niedersachsen sorgt das natürlich für Wehmut und neidische Blicke. Die Modellprojekte im Nachbarland unterschieden sich „nicht wesentlich“ von dem, was die Ostfriesischen Inseln planten, sagte Göran Sell, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft der Ostfriesischen Inseln.

Urlaub auf Sylt: Nur vier positive Tests

Nach Angaben der Kreisverwaltung fielen am Wochenende auf Sylt vier Schnelltests positiv aus, einer auf Amrum. Die Ergebnisse werden nun mittels PCR-Test überprüft, so lange bleiben die Urlauber in ihren Unterkünften in Quarantäne. Mit den Testergebnissen wird im Laufe des Montags gerechnet.

Nicht zur Modellregion gehört die Insel Helgoland. Verwaltungstechnisch gehört sie zum Kreis Pinneberg. Und dies ist der Grund, warum auf der Insel die Bundes-Notbremse greift. Der Landkreis hat aktuell eine Inzidenz von über 100. Helgolands Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) hat die Anwendung der Notbremse kritisiert. „Auf unserem kleinen, coronafreien und vom Festland über 60 Kilometer entfernten Land ist der Sinn einer Notbremse nicht vermittelbar“, sagte Singer. Und weiter: „Wir halten das für Helgoland für unverhältnismäßig“, hatte er dem NDR gesagt. Die Insel habe eine hohe Impfquote und jeder, der einreist, werde getestet.

Laut einer Behördensprecherin seien Ausnahmen nur für Schulen und Kitas möglich. Für einzelne Gemeinden sei dies nicht vorgesehen - egal wie viele Coronainfizierte es gibt.

Rubriklistenbild: © imgao

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