1. Startseite
  2. Lokales
  3. Niedersachsen

Top-Virologen zu Corona: Das wartet nach Omikron

Erstellt:

Von: Johannes Nuß

Kommentare

Inzwischen gibt es mehrere Varianten des Coronavirus. Top-Virologen erwarten, dass das Virus weiter mutieren wird. Was uns nach Omikron erwartet.

Berlin – Seit fast zwei Jahren hält die Corona-Pandemie die Welt nun schon in Atem. War es zunächst der Wildtyp, der sich ausbreitete, folgten mit Alpha, Beta, Gamma, Delta und Omikron fünf weitere Varianten des Coronavirus, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft hat. Zwar scheint die inzwischen vorherrschende Omikron-Variante des Coronavirus weniger schlimme Krankheitsverläufe zu verursachen, so scheint sie doch wesentlich ansteckender zu sein als vorherige Mutation von Sars-CoV-2.

Corona in Deutschland: Omikron wesentlich ansteckender, aber weniger krankmachend

Das lässt sich auch derzeit gut aus den Hospitalisierungszahlen ablesen. Denn, obwohl sich derzeit in Deutschland, Bremen und Niedersachsen immer mehr Menschen mit Corona und der inzwischen dominierenden Omikron-Variante infizieren, scheint die Lage in den Krankenhäusern zwar angespannt, aber dennoch meilenweit von der desaströsen Lage im vergangenen Winter entfernt zu sein.

Lag die 7-Tage-Inzidenz vor rund einem Jahr in Deutschland bei knapp 100 und waren damals etwa 4700 Menschen mit einer Coronainfektion auf den Intensivstationen untergebracht, so haben wir am Samstag, 29. Januar 2022, in Deutschland mit 1127,7 zwar eine rund elfmal höhere Inzidenz. Aber laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin nur rund 2200 Menschen mit einer Coronainfektion auf den Intensivstationen.

Omikron scheint also wesentlich ansteckender zu sein, aber bedeutend weniger krankmachend. Die weit fortgeschrittene Impfkampagne dürfte trotz der derzeit rückläufigen Impfquote in Deutschland ihriges dazu beigetragen haben.

Corona in Deutschland: Was kommt nach der Omikron-Variante des Coronavirus?

Dass sich das Coronavirus in Zukunft auch weiter verändern wird, darin sind sich Experten und Top-Virologen weltweit einig. Nur in welcher Form sich das Virus und damit Corona in Deutschland verändern beziehungsweise mutieren wird, das ist alles andere als klar. Hoffnung gibt die Entwicklung der Omikron-Variante des Coronavirus mit den wesentlich milderen Krankheitsverläufen aber allemal.

Denn, „die Erfahrung zeigt, dass mit der Anpassung eines Virus an seinen Wirt (in diesem Fall Mensch, Anm. d. Red.) die Pathogenität (Fähigkeit, Krankheiten auszulösen, Anm. d. Red.) in der Regel abnimmt“, zitiert der Focus in diesem Zusammenhang Ralf Bartenschlager, Präsident der Gesellschaft für Virologie und Professor an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg.

Laut Bartenschlager bedeute dies zwar nicht, dass das Virus überhaupt keine Krankheit mehr auslöst, „aber es ist in der Regel weniger krankmachend“. Omikron verbreitet sich demnach zwar schneller als Delta in Deutschland aus, macht aber eben weniger krank.

Mutationen des Coronavirus: kein Zusammenhang zwischen Ansteckungsfähigkeit und Krankheitsverlauf

Dem widerspricht allerdings Biophysiker und Virusvarianten-Experte Richard Neher von der Universität Basel. Laut ihm gibt es nämlich keinen kausalen Zusammenhang zwischen Ansteckungsfähigkeit und Schwere der Krankheit. Eine allgemeingültige Aussage zur Evolution der Ansteckungsfähigkeit sei nicht möglich.

Im Hintergrund eine Deutschlandfahne, davor eine Impfspritze neben einer Tafel mit der Aufschrift „Corona-Mutationen“.
Nach der Omikron-Variante des Coronavirus könnte es noch zu weiteren Mutationen des Virus kommen. (Symbolbild) © IMAGO / Lobeca

Dass sich das Coronavirus in Zukunft weiterentwickeln wird, da ist sich Virologe Bartenschlager absolut sicher. Bartenschlager geht davon aus, dass Corona endemisch und uns damit „erhalten bleiben“ wird. Allerdings, und da sind sich führende Top-Virologen durchaus einig, wird das Coronavirus einem wesentlichen Selektionsdruck unterliegen, da ein großer Teil der Menschen in Deutschland inzwischen geimpft und damit vor einer Infektion im Wesentlichen geschützt sind.

Top-Virologen zu Corona: Nach Omikron BA.2 werden weitere Mutationen mit Immunfluchten erwartet

Das sieht auch Klaus Überla vom Virologischen Institut am Universitätsklinikum in Erlangen so. Konkret erwartet er Immunfluchten von Corona, also die Fähigkeit, das Immunsystem des Menschen zu umgehen. Der Schutz, der dann umgangen wird, wird in der Regel durch Impfung oder durch eine vorherige Infektion aufgebaut.

Das von Überla aufgeführte Problem scheint beim Coronavirus inzwischen auch schon Tatsache zu sein. So ist mittlerweile in Dänemark der Omikron-Subtyp BA.2 für fast die Hälfte der aktuellen Infektionen in dem skandinavischen Land verantwortlich. „Weil man in verschiedenen Ländern beobachten kann, dass der Anteil an BA.2 zunimmt, wird vermutet, dass BA.2 einen Vorteil in der Übertragbarkeit gegenüber BA.1 hat“, erklärt dazu Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare