Täter international gesucht

Nach Überfall auf HSV-Investor: Möglicherweise Enkel unter den Verdächtigen

Stade  - Mit internationalem Haftbefehl sucht die Polizei nach einem mutmaßlichen Haupttäter des tödlichen Raubüberfalls auf den HSV-Investor Ernst Burmeister in Stade.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag zudem, dass gegen drei weitere Verdächtige ermittelt wird. Zuvor hatte das „Stader Tageblatt" darüber berichtet.

Bei dem Hauptbeschuldigten handelt es sich um einen 25-jährigen Deutsch-Libanesen, der sich vermutlich in den Libanon abgesetzt hat. Zu den weiteren drei Verdächtigen wollte die Staatsanwaltschaft Stade wegen der andauernden Ermittlungen keine näheren Angaben machen.

Medienberichten zufolge ist möglicherweise einer der Beschuldigten ein 27-jähriger Enkel von Burmeister. Er soll seinen Besuch bei dem Ehepaar angekündigt haben, weshalb Burmeisters Ehefrau die Tür öffnete und die Räuber eindringen konnten.

Der 25-Jährige ist polizeibekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft saß er vom 23. Januar bis 17. August wegen eines anderen Raubüberfalls in Untersuchungshaft. Vor dem Landgericht Stade wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach der Urteilsverkündung wurde der Haftbefehl aufgehoben, der Mann kam bis zur Rechtskraft des Urteils frei. In dieser Zeit geschah der Überfall auf das Ehepaar Burmeister.

Zum Zeitpunkt des Urteils wurden dem Mann Ladendiebstahl und Raubüberfall vorgeworfen. "Der Vorwurf des Ladendiebstahls wurde eingestellt und somit war der Haftgrund wegen Wiederholungsgefahr nicht mehr gegeben", erklärte eine Sprecherin des Landgerichts. Der Angeklagte habe sich geständig und therapiewillig gezeigt.

Burmeister war am 9. September in seinem Haus in Stade-Bützfleth Opfer eines Raubüberfalls geworden. Zwei maskierte Täter hatten an der Haustür geklingelt, die von Burmeisters 73-jähriger Ehefrau geöffnet wurde. Die Täter griffen sie und ihren Mann sofort an und schlugen sie nieder. Burmeister starb später an den Folgen seiner Kopfverletzungen. Den Unbekannten gelang mit mehreren Tausend Euro Bargeld und Schmuck die Flucht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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