Tödlicher Schuss in Hannover: Ermittler fahnden nach Antworten

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Hausbesitzer erschießt 18-jährigen mutmaßlichen Einbrecher.

Hannover - Ein Trio macht sich auf dem Gelände einer KfZ-Werkstatt zu schaffen. Weil einer womöglich bewaffnet ist, holt der Händler die eigene Pistole und erschießt einen 18-Jährigen.Viele Fragen sind offen.

Die Täter sind meist bewaffnet und alles andere als zimperlich: Immer wieder kommt es zu Überfällen auf Gebrauchtwagenhändler und Kfz-Händler, bei denen die Kriminellen auf größere Mengen Bargeld spekulieren und ihre Opfer oft übel verletzen. Die genauen Hintergründe der dramatischen Nacht von Hannover, in deren Verlauf ein18-Jähriger starb, liegen noch weitgehend im Dunkeln. Doch womöglich mit einem solchen Szenario vor Augen hat ein Werkstattinhaber in Hannover zur Waffe gegriffen, als er Geräusche auf seinem Gelände hört und drei Unbekannte erblickt.

Einer von ihnen soll bewaffnet gewesen sein. Er gibt einen Schuss ab, der 18-Jährige wird lebensgefährlich verletzt und stirbt nach einer Notoperation im Krankenhaus.

Notwehr oder Verdacht auf Totschlag, das ist die Frage, denen die Ermittler nach den dramatischem Momenten auf dem ehemaligen Tankstellengelände nachgehen, auf dem sich die Werkstatt und eine einige Gebrauchtwagen befinden und an die das Wohnhaus des 40-jährigen Kfz-Experten angrenzt. Er sei erst noch ins Haus zurück zu Partnerin und Kind gelaufen, um seine Waffe zu holen, dann habe er geschossen, sagt er den Beamten zufolge.

Die Vernehmung des Mannes zu den genauen Umständen dauerte am späten Dienstagnachmittag weiter an, erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Als Sportschütze hat er legal mehrere Schusswaffen in seinem Besitz. „Raubüberfälle auf Kfz-Händler kommen im Grunde genommen seit Jahrzehnten immer wieder vor und verzeichnen meist dramatische Begleitumstände“, erklärt der Geschäftsführende Vorstand vom Bundesverband der freien Kfz-Händler, Ansgar Klein, in Bonn.

Beispiele gibt es genug: Etwa Tatort Heilbronn, Ende Mai. Zwei maskierte und mit einer Pistole bewaffnete Männer fesseln einen Händler und einen Kollegen, erbeuten mehrere Tausend Euro und fliehen. Kurz zuvor wird ein 40-jähriger Händler in Berlin von zwei Maskierten mit Schlägen ins Gesicht traktiert, die Unbekannten fliehen mit Bargeld.

Mit vorgehaltener Waffe wird im März in Hamburg ein Händler bedroht. Die Beute 150 Euro, der 52-Jährige bleibt unverletzt. Mit Kabelbinder gefesselt wird im Februar ein Händler im Rheingau-Taunus-Kreis, der vermummte Täter erbeutet ein Auto. Mit Dutzenden Stichen am Kopf genäht werden musste ein Händler, den Ganoven vor einiger Zeit in Trier angingen, ein Händler bei Darmstadt wurde mit einem Messer angegangen.

In Hannover fehlt trotz einer Großfahndung mit dem Einsatz eines Hubschraubers von den zwei anderen Tätern zunächst jede Spur. „Wir hoffen, dass sie sich melden, um Licht ins Dunkel zu bringen“, sagte Klinge. Weshalb befand sich der 18-Jährige mit den beiden tatsächlich an dem Werkstattgelände - die Antwort auf diese Frage geben die Kleidung und Papiere des Erschossenen nicht her. dpa

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