Sportschütze gesteht vor Gericht tödlichen Schuss auf Einbrecher

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Hannover - Ein Werkstattinhaber erschießt in Hannover einen jungen Einbrecher - in panischer Angst, wie er sagt. Von Notwehr will die Staatsanwaltschaft nichts wissen.

Mit einem Geständnis hat der Prozess gegen einen Sportschützen in Hannover begonnen, der bei einem Einbruchsversuch in seiner Autowerkstatt einen 18-Jährigen erschossen hat. Zu Beginn des Totschlagsprozesses entschuldigte sich der 41-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht bei der Familie des Opfers. Die angebliche Notwehrsituation, auf die sich der Mann nach der Tat Anfang Juni berief, hält die Staatsanwaltschaft nicht für plausibel. Seine Pistole in beiden Händen haltend habe der Angeklagte auf den jungen Mann angelegt und ihn von hinten in den Rücken getroffen, hieß es in der Anklage.

Der Werkstattinhaber ließ über seine Verteidiger erklären, dass er in der Tatnacht nach nächtlichen Geräuschen draußen eine vermummte und mit einer Pistole bewaffnete Person und weitere Gestalten erblickt habe. In panischer Angst habe er seine eigene Waffe aus dem Tresor geholt und die Haustür geöffnet. Als sich einer der Einbrecher zu ihm drehte, habe er einen Schuss abgegeben. Warum er nicht zuerst die Polizei gerufen habe, konnte der Angeklagte nicht erklären. Eigentlich habe er gar nicht schießen wollen.

„Sie haben nicht in die Luft geschossen, Sie haben keinen Warnschuss abgegeben, was haben Sie sich vorgestellt, was da passiert“, fragte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch den Angeklagten. Eine Antwort darauf erhielt er nicht.

Der Notwehrvariante hatten auch die drei Komplizen des 18-Jährigen bei ihrer Polizeivernehmung widersprochen. Ein Polizeibeamter berichtete, dass der Angeklagte in der Tatnacht ausgesagt habe, der Einbrecher sei direkt auf ihn zugekommen. Die Gegebenheiten und die Beleuchtung vor Ort will das Gericht am Mittwoch bei einem abendlichen Ortstermin anschauen.

Dem Schützen drohen bei einer Verurteilung 5 bis 15 Jahre Haft. Gegen Kaution war der Angeklagte sich bis zum Prozessbeginn auf freiem Fuß. Das Urteil soll am 17. Dezember gesprochen werden.

dpa

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