Mann in Haft

Tödliche Messer-Attacke in Celle: Verdächtiger gesteht Tat

In Celle ist ein 15-Jähriger auf offener Straße erstochen worden.
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In Celle ist ein 15-Jähriger auf offener Straße erstochen worden.

Es wirkt so harmlos: Ein 15-Jähriger fährt mit dem Fahrrad durch Celle. Doch dann greift ihn ein Mann unvermittelt an - und sticht ihn nieder. Der Junge hat keine Chance. Der Angreifer hat die Tat nun gestanden.

Update, 24. April: Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 15-Jährigen in Celle hat der mutmaßliche Täter die Tat gestanden. Der 29-Jährige habe ausgesagt, nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes Ende Dezember vermehrt Drogen genommen zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Freitag. Der Mann habe sich verfolgt gefühlt, daher habe er ein Messer dabei gehabt, als er den Jugendlichen traf. Er habe einen Schub bekommen und zugestochen. Die Staatsanwaltschaft hat ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Per Bluttest soll festgestellt werden, ob der 29-Jährige zur Tatzeit unter Drogen stand. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Der 29-jährige Deutsche habe das Opfer nicht gekannt. Ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv bestreite er, sagte Janßen. Demnach habe er keine „rechten Gedanken“. Er sei aber nach eigener Einschätzung ein sogenannter Internet-Troll, der provozieren und die Reaktionen sehen wolle. Neben dem Umfeld des Mannes würden die Aktivitäten des mutmaßlichen Täters im Internet untersucht. Es gehe vor allem um seine Social-Media-Accounts.

Update, 14. April: Nach der tödlichen Attacke auf einen 15-Jährigen in Celle prüfen die Ermittler die Aktivitäten des mutmaßlichen Täters im Internet. Es gehe insbesondere um die Social-Media-Accounts des Mannes, sagte Oberstaatsanwaltschaft Lars Janßen am Dienstag. 

Im Hinblick auf das Motiv werde in alle Richtungen ermittelt, sagte Janßen. Mehrere Gruppierungen, darunter jesidische Vereine, hatten der Staatsanwaltschaft am Freitag vorgeworfen, einen möglichen rassistischen Hintergrund des Verbrechens mit dem Verweis auf eine mögliche psychische Erkrankung des Täters vorschnell kleinzureden.

Auch das Netzwerk „Südheide gegen Rechtsextremismus“ unterstützt die Erklärung, in der Parallelen zum Attentäter von Hanau gezogen werden. Nach Recherchen von „Zeit Online“ belegen unter anderem drei Social-Media-Accounts des 29-Jährigen aus Celle „eine Nähe zu rechtsextremen Verschwörungsideologien“.

Die Staatsanwaltschaft hat wie in solchen Fällen üblich ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Bei seiner Festnahme hatte der 29-Jährige laut Polizei verwirrt gewirkt.

Originalmeldung, 9. April: Celle - Zuerst nur Lärm und Geschrei, dann kommen Polizei und Rettungswagen. Ein Jugendlicher liegt am Boden, blutüberströmt, Notärzte versuchen ihn wiederzubeleben, wie ein Anwohner in Celle schildert, der aus dem Fenster gesehen hat. Gerade ist ein 15-Jähriger erstochen worden - plötzlich, unvermittelt und nach Polizeiangaben vermutlich auch grundlos. Der Angriff sei wie aus dem Nichts gekommen, sagt eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

Tödliche Messer-Attacke in Celle: 15-Jähriger stirbt im Krankenhaus

Was ist passiert? Der Junge irakischer Herkunft, der in Celle wohnt, ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit dem Fahrrad in der Nähe des Bahnhofs unterwegs, als ihn ein 29 Jahre alter Mann mit einem Messer angreift. Der 15-Jährige wird schwer verletzt, er stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus. Ein Augenzeuge erzählt, der Täter sei auf den Jungen losgegangen, dieser sei mit dem Fahrrad noch ein paar Meter weiter gefahren und dann gestürzt. Der Polizei sagen Augenzeugen, der mutmaßliche Täter habe sich zuvor in einem Hauseingang aufgehalten.

Oberstaatsanwalt Lars Janßen sagt, Zeugen des brutalen Angriffs seien nach eigenen Angaben eingeschritten und hätten sich um das Opfer gekümmert. Den mutmaßlichen Täter hätten sie mit einer Warnbake, einem Verkehrsschild gewissermaßen, in Schach gehalten. Die Polizei nimmt ihn dann fest.

Nach tödlichem Angriff in Celle: Haftbefehl gegen 29-Jährigen erlassen

Am Mittwochabend wird Haftbefehl erlassen - wegen Verdachts des Totschlags. Der mutmaßliche Täter schweigt, auch vor dem Haftrichter. Bei seiner Festnahme habe der 29-jährige Deutsche verwirrt gewirkt.

Konkrete Anhaltspunkte zum Motiv des Mannes, der anwaltlich vertreten wird, gibt es zunächst nicht. Die Ermittlungen liefern zunächst keine Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche oder politisch motivierte Tat. Es habe keinen Streit, nicht einmal eine Kommunikation zwischen beiden gegeben. Ein 15-Jähriger als Zufallsopfer? Das müssen die Beamten klären, die Ermittlungen dauern an, wie die Polizeisprecherin sagt.

Tödliche Messer-Attacke in Celle: Experten sichern Spuren am Tatort

Nach den Worten des Anwohners sperrt die Polizei noch am späten Abend das Gebiet um den Tatort in Bahnhofsnähe weiträumig ab, Experten in Schutzanzügen sichern Spuren - „niemand kam rein, niemand kam raus“, schildert er. All das dauert bis etwa morgens um drei Uhr.

Am nächsten Morgen treffen sich Menschen an einem Kiosk in der Nähe des Bahnhofs, einige von ihnen sind Augenzeugen des brutalen Geschehens vom Vorabend - sie sprechen über den Tod des Jungen und das, was sie gesehen haben. Nur eine Blutlache an einer Bushaltestelle erinnert hier noch an den brutalen Angriff auf den 15-Jährigen.

dpa

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