Herbststurm

Tief „Hendrik II“ lässt nach: Es bleibt ungemütlich in Norddeutschland

Tief „Hendrik II“ hat sich in der Nacht beruhigt, aber viel Schaden angerichtet. Auf der A31 wurde das Fahrzeug einer Frau von einer Böe erfasst und überschlug sich.

Hannover/Hamburg – Tief „Hendrik II“ geht langsam die Puste aus. Nachdem der Sturm am Donnerstag noch in weiten Teilen Deutschlands gewütet hatte – unter anderem konnte der Bremer Freimarkt erst am Nachmittag starten – entspannte sich die Lage am Abend und in der Nacht zunehmend. Trotzdem waren die Richtung Skandinavien abziehenden Böen vor allem in den Küstenregionen deutlich spürbar. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach warnt auch am Freitag im Norden und in der Mitte Deutschlands vor heftigen Böen und Windböen. Dazu kann es tagsüber gebietsweise zu einzelnen Gewittern kommen.

Bundesoberbehörde:Deutscher Wetterdienst (DWD)
Leitung:Gerhard Adrian (Präsident, Vorsitzender des Vorstands und Vorstandssprecher)
Gründung:1952
Hauptsitz:Offenbach am Main
Mitarbeiter:2156

Der Sturm hatte am Donnerstag vielerorts für Unfälle und Verletzungen gesorgt. Ein umstürzender Baum im niedersächsischen Wolfsburg verfehlte nur knapp eine 20-Jährige, die gerade aus dem Auto stieg. Ein Ast traf sie jedoch am Kopf, sie kam in eine Klinik. Eine 22-Jährige gab an, ihr Wagen sei auf der A31 von einer Windböe erfasst worden. Die Frau verlor die Kontrolle und kam von der Fahrbahn ab, ihr Auto überschlug sich – sie kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Tief „Hendrik II“ rast über Deutschland hinweg: Menschen durch umstürzende Bäume in Autos eingeklemmt

Ein 17-jähriger Motorradfahrer in Mecklenburg-Vorpommern wurde ebenfalls verletzt. Mehrere Menschen wurden durch umgestürzte Bäume in ihren Autos eingeklemmt. So fiel in Hessen auf einer Landstraße ein Baum auf ein fahrendes Auto, der 58-jährige Fahrer wurde schwer verletzt. In Thüringen erfasste ein Ast das Auto eines Fahrers, der dann ebenfalls ins Krankenhaus musste. Ein Radfahrer in Sachsen-Anhalt wurde von einem umfallenden Baum verletzt.

Das Auto einer jungen Frau wurde am Donnerstagnachmittag auf der A31 nahe Wietmarschen (Landkreis Grafschaft Bentheim) von einer Sturmböe erfasst und überschlug sich. Die Frau kam schwerverletzt ins Krankenhaus.

In Nordrhein-Westfalen stellte die Deutsche Bahn zeitweise den Fernverkehr ein. Erst nach mehr als drei Stunden rollten ab dem Nachmittag wieder Schnellzüge auf den wichtigen Strecken von Hamburg oder Berlin. Auch im Regionalverkehr gab es Verspätungen und Beeinträchtigungen durch Äste oder andere Gegenstände auf den Gleisen und in den Oberleitungen. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt stellte die Deutsche Bahn zeitweise den Regionalverkehr ganz ein.

Tief „Hendrik II“ rast über Deutschland hinweg: Fischmarkt auf St. Pauli steht unter Wasser

Der erste Herbststurm habe insbesondere im Harz gewütet, teilte der DWD mit. Auf dem Brocken seien Windgeschwindigkeiten um die 150 Kilometer pro Stunde gemessen worden.

Eine Sturmflut setzte den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser*. Der Scheitel sei am frühen Donnerstagabend mit 1,72 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH). Zahlreiche Schaulustige wollten das sehen. In Kiel hinterließ ein Tornado eine Schneise der Verwüstung*.

Auch am Hamburger Fischmarkt ging am Donnerstagnachmittag nicht mehr viel. Tief „Hendrik II“ hatte die Hansestadt fest im Griff.

Auch in Rheinland-Pfalz rückten Feuerwehr und Polizei zu vielen Einsätzen aus. „Die Telefone standen bei den Polizeidienststellen in der Westpfalz nicht still“, teilte etwa das Polizeipräsidium in Kaiserslautern mit. Bei Kastellaun riss der Sturm ein Rotorblatt eines Windrades ab, die Polizei Mayen berichtete von einem „Trümmerfeld im Umkreis von etwa 150 Metern“. Im Saarland wurden Unterführungen überflutet.

Tief „Hendrik II“ rast über Deutschland hinweg: Telefon- und Stromleitungen in ganz Deutschland beschädigt

Telefon- und Stromleitungen wurden beschädigt, in mehreren Regionen Deutschlands fiel der Strom aus. In vielen Städten wie Rostock, Leipzig und Osnabrück wurden Zoos und andere Einrichtungen geschlossen, teils wegen der alten und hohen Baumbestände. Auch Parks und Gärten wie in Dresden und Friedhöfe wie in Chemnitz und Erfurt wurden sicherheitshalber gesperrt, geplante Bestattungen und Trauerfeiern fielen aus. In Köln wurde ein Teil des Dom-Vorplatzes gesperrt. „Vorsicht Steinschlag“ war auf Warnschildern zu lesen.

Auch Ausflugsziele wie die Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz schlossen aus Sicherheitsgründen ihre Tore. Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald beendete alle Führungen, nachdem mehrere Bäume umgestürzt und der Strom zeitweise ausgefallen war.

Auch in den Nachbarländern Tschechien und Frankreich wütete der Sturm und sorgte für Polizeieinsätze und Zugausfälle. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auch aus den Niederlanden wurden Verletzte und Schäden gemeldet. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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