Hochansteckende Delta-Variante

Thümler will Corona-Impfung in Niedersachsen für Kinder ab 12 Jahren

Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) fordert eine Impfempfehlung gegen Corona für 12-Jährige. Grund dafür ist die „indische“ Delta-Variante. Diese breitet sich rasend schnell in Deutschland aus.

Hannover – Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt zurzeit für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahren eine Impfung nur unter bestimmten Umständen. Angesichts der hohen Ansteckungszahlen, vor allem in Großbritannien, wünscht sich Niedersachsens Wissenschaftsminister Thümler (CDU) nun eine generelle Impfempfehlung des Gremiums.

Corona-Variante:Delta
Wissenschaftlicher Name:B.1.617.2
Erstnachweis:Indien
Entdeckt am:5. Oktober 2020
Aktueller Anteil in Deutschland:15 Prozent

Der Grund für Thümlers Besorgnis ist die rasend schnelle Ausbreitung der Delta-Variante. Vor allem Kinder infizieren sich überdurchschnittlich oft mit der gefährlichen Delta-Mutante. „Wir müssen unsere Kinder schützen, jetzt und nicht erst, wenn es zu einer vierten Welle kommt.“, warnt der Minister vor zu laschen Vorgaben.

Delta-Variante: Wie gefährlich ist sie wirklich?

Die bisherige Impfempfehlung der STIKO beschränkt sich auf Kinder und Jugendliche, die Risikogruppen angehören. Beispiele dafür sind Kinder mit Adipositas, Diabetes oder mit Lungenkrankheiten. Für alle anderen Kinder wäre das Risiko aber überschaubar. Laut englischen Studien sind die Symptome der Delta-Variante bei jungen Menschen allerdings besorgniserregender als bei den bisherigen Corona-Varianten. Ein Prozent der erkrankten Kinder müsse sogar in Krankenhäusern behandelt werden.

Delta-Variante ist in Europa auf dem Vormarsch

Nachdem die Delta-Mutante des Coronavirus zum ersten Mal in Indien auftrat, breitete sie sich schnell über Großbritannien nach Europa aus. Insgesamt wurde das neue Virus in über vierzig Ländern nachgewiesen. Auf der britischen Insel gehen mittlerweile etwa 90 Prozent aller Corona-Neuansteckungen auf das Konto der neuen Delta-Variante. In Deutschland wurde die Corona-Mutation bereits in sechs Prozent der Proben nachgewiesen. Tendenz steigend.

Corona-Impfung wegen Delta-Variante auch für Kinder wichtig.

Die neue Delta-Variante hat im Vergleich zu den bisherigen Varianten aber auch andere – zum Teil tragischere – Symptome. Es kann zu schweren Krankheitsverläufen kommen. In Indien kam es sogar zu Amputationen*, die mutmaßlich auf von der Mutante verursachte Gangräne zurückzuführen sind. Diese veränderten Symptome könnten auch die Ursache dafür sein, dass die Delta-Variante mit Schnelltests schwieriger nachgewiesen werden kann. Denn die Schnelltests wurden dafür entwickelt, symptomatische Erkrankungen zu erkennen.

Corona: Impfungen schützen vor Delta-Variante

Obwohl auch Impfungen gegen die „indische“ Mutante weniger effektiv sind, bieten sie trotzdem den größten Schutz vor einer unkontrollierten Ausbreitung von Corona. Laut der britischen Gesundheitsbehörde schützen Impfungen mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff bis zu 88 Prozent vor der Delta-Variante. Eine Impfung mit Astrazeneca schützt immerhin bis zu 60 Prozent. Diesen Schutz erhält man mit beiden Impfstoffen allerdings erst ab der zweiten Impfung.

Sobald man die Impfzulassung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie die benötigten Mengen an Impfstoff erhält, will Niedersachsen einen raschen Impfplan umsetzen. Demnach sollen alle Schülerinnen und Schüler, die das Impfangebot wahrnehmen wollen, bis Anfang September bereits zweimal geimpft sein. Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sieht in den Impfungen der Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Schritt zurück zur Normalität. „Es ist ein Angebot, keine Verpflichtung. Ich werbe aber sehr dafür, dass das Angebot auch angenommen wird. Es ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie“, stellt der Minister klar. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa & Fabian Sommer/dpa

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