Ex-Mitarbeiter enthüllen Betrug

Tesla-Video von Autopilot 2.0 ist fake – Auto baute in Wirklichkeit Crash

Tesla pries schon 2016 seinen „Autopilot 2.0“ werbewirksam in einem Video an. Ex-Mitarbeiter enthüllen jetzt: Alles gefälscht, Funktion war gar nicht ausgereift.

Austin – Tesla sorgte 2016 für große Begeisterung und vermarktete den „Autopilot 2.0.“ – eine Kombination verschiedener Fahrassistenz-Systeme. Die Idee: Diverse Hardware-Funktionen in Form von Kameras sollen autonomes Fahren ermöglichen. In einem Werbevideo wurde die angebliche Revolution rund um das neu zusammengestellte Assistenz-System gezeigt. Das Video war jedoch zum großen Teil gestellt und fake – das enthüllten mehrere damals dort tätige Ex-Mitarbeiter von Tesla.

Tesla Aktienkurs: TL0 (ETR) 878,10 Euro
Gründung:1. Juli 2003, San Carlos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Hauptsitz: Austin, Texas, Vereinigte Staaten
CEO:Elon Musk (seit 2008)

Tesla dreht Werbung für Autopilot 2.0. – autonomes Fahren sorgt für Unfälle am Set

Tesla-Chef Elon Musk revolutionierte die Automobilbranche mit einem neuen Wunderwerk der Technik: 2016 bewarb er das Fahrassistenzsystem „Autopilot 2.0.“ Es sollte der Durchbruch zum autonomen Fahren sein. Dazu drehte Tesla ein Werbevideo, indem ein Auto nur mithilfe des entwickelten Assistenzsystems längere Strecken fuhr. Der Fahrer hatte dabei die Hände auf dem Schoß und saß unbeteiligt im Cockpit.

Tesla will den Durchbruch erzielen: verschiedene Hardware-Funktionen sollen autonomes Fahren ermöglichen.

Bereits damals gab es im Hause Tesla offenbar Uneinigkeiten, da vor allem der Name „Autopilot 2.0.“ auf interne Widerstände stieß. Die Ingenieure wollten die neue Funktion lieber „Co-Pilot“ taufen, da der Name „Autopilot 2.0.“ eine unmögliche Leistung suggeriere. Tesla-Chef Elon Musk wollte dies aber nicht und blieb bei „Autopilot 2.0.“ wie t3n.de berichtet.

Tesla-Werbevideo ist fake: Autonomes Fahren war 2026 gestellt!

In einem Interview von der New York Times enthüllten nun mehrere ehemalige Tesla-Mitarbeiter, dass das 2016 produzierte Werbevideo alles andere als wahr ist: Die Demonstration vom autonomen Fahren wurde gestellt und ist somit größtenteils ein Fake. Die Funktion der autonomen Steuerung verlief überhaupt nicht reibungslos, denn das im Werbevideo gezeigte Auto sei stellenweise an die Fahrbahnbegrenzung gestoßen und habe sogar einen Unfall auf dem Werksgelände gebaut. Das hätte schlimm ausgehen könnten – wie bei dem Akku-Brand, durch den ein E-Auto ein großes Feuer auslöste. Es geht aber immer noch schlimmen: Ein anderes E-Auto brannte wegen des Akkus ab – und der Fahrer sollte dem Hersteller 12.000 Euro zahlen.

19 Ex-Mitarbeiter berichten: Funktionen aus Tesla-Video von 2016 gab es gar nicht bei Autopilot 2.0

Von den 19 anonymen Mitarbeitern, die diese pikanten Details in dem Interview offenbarten, waren acht als Ingenieure zuständig für den Autopilot 2.0. „Die Route des Autos war im Voraus von einer Software aufgezeichnet worden, die eine dreidimensionale digitale Karte erstellte, eine Funktion, die Fahrer:innen mit der kommerziellen Version von Autopilot nicht zur Verfügung stand“, verraten zwei ehemalige Angestellte. Was für ein lausiger Trugschluss! Und bei weiten gefährlicher als die eher lustige Meldung, Tesla-E-Autos den Mond für eine Ampel halten und einfach abbremsen – wie ein Besitzer in einem Video festhielt und veröffentlichte.

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Tesla-Chef Elon Musk kannte Sicherheitsbedenken – und inszenierte Fake-Video für Marketing wissentlich

Wenn der inszenierte Tesla-Werbespot nicht schon übel genug ist: Unternehmer Elon Musk hätte die Sicherheitsbedenken der Techniker einfach ignoriert, obwohl die Unfälle während der Dreharbeiten schon als Warnsignale hervorgingen. Der Tesla-Chef hätte die Zweifel zugunsten von Marketing und Optik bewusst beiseite gewischt. So versichern es die E-Mitarbeiter in ihrem Interview. Elon Musk kannte die Sicherheitsbedenken demnach sehr wohl – und ließ das Fake-Video wissentlich inszenieren.

Die neue Technik des autonomen Fahrens ist auch noch heute umstritten und steht gemeinsam mit der gesamten Branche der E-Autos noch vor einigen Herausforderungen. Ein Hauptproblem für die Hersteller ist, dass die Produktion von Elektroautos international bedroht ist. Umfragewerte zeigen außerdem, dass die meisten Kunden unzufrieden mit der Infrastruktur der Ladesäulen für E-Autos sind*. Das führt so weit, dass im Schnitt nur eine einzige Ladesäule für 21 E-Autos zur Verfügung steht. Es gibt aber auch noch treue Anhänger, wie Rentner Enzing Müller, der nach einem Wechsel zum E-Auto zum Idiotentest musste und trotzdem glühender Fan bleibt. Möglicherweise, weil er noch keinen Tesla gefahren ist. *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Winfried Rothermel/imago

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