Bundesweit Sechs Männer verhaftet

Eine Festnahme bei Terror-Razzia in Hannover

Hannover - 500 Polizisten rücken in den frühen Morgenstunden in Hannover und drei anderen deutschen Städten zu einer Terror-Razzia aus. Sechs mutmaßliche Islamisten aus Syrien sollen einen Anschlag in Deutschland geplant haben. Wie weit waren die Pläne gediehen?

Wegen Terrorverdachts hat die Polizei am Dienstagmorgen in Hannover und weiteren deutschen Städten sechs Syrer festgenommen. Die Männer im Alter von 20 bis 28 Jahren sollen als Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Anschlag auf ein öffentliches Ziel in Deutschland geplant haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Mindestens zwei der Beschuldigten wurden während der Durchsuchung von acht Wohnungen in Kassel festgenommen, einer in Hannover, einer in Essen und Leipzig. 

Wo die Durchsuchung in Hannover stattfand, sagten die Fahnder nicht. Es ging aber nur um eine Wohnung. Die Anschlagsplanungen waren den Ermittlungen zufolge noch nicht abgeschlossen, sollen sich aber gegen ein öffentliches Ziel in Deutschland gerichtet haben. Hinweise auf ein konkretes Ziel gebe es aber noch nicht, sagte Staatsanwalt Christian Hartwig. 

Die Festnahmen seien in einem "frühen Stadium" erfolgt, nun müssten erst die sichergestellten Datenspeicher, Laptops und Mobiltelefone ausgewertet werden. Der Hessische Rundfunk (hr) und die "Bild"-Zeitung hatten zuvor unter Berufung auf Ermittlerkreise den Essener Weihnachtsmarkt als mögliches Ziel genannt. Die niedersächsische Landeshauptstadt, die das Landeskriminalamt als einen Brennpunkt radikaler Islamisten in Niedersachsen einstuft, ist mit der Festnahme eines Verdächtigen nicht das erste Mal im Visier von Terror-Fahndern. 

Vor einem Jahr ging die Polizei unter anderem in Hannover gegen die radikal-salafistische Vereinigung "Die wahre Religion" und ihre Koranverteilaktionen vor, Anhängern wurden Verbotsverfügungen ausgehändigt. In Isernhagen bei Hannover setzen Fahnder im Februar vergangenen Jahres einen Algerier vorübergehend fest, der mit drei weiteren IS-Unterstützern einen Anschlag geplant haben sollte. Vier der nun festgenommenen Verdächtigen sind im Dezember 2014 als Asylsuchende nach Deutschland eingereist. Die anderen kamen im August und September 2015. 

Rund 500 Polizeibeamte waren an den Durchsuchungen beteiligt. Ermittelt wird wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" haben andere Flüchtlinge die Ermittler auf die Spur der Verdächtigen gebracht. Diese Zeugen hätten angegeben, dass die Männer IS-Kämpfer in Syrien waren. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies zunächst nicht. - dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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