Trauer und Entsetzen nach Anschlägen - Kerzen für die Opfer

Hannover/Bremen - Der Schock nach den verheerenden Terroranschlägen in Paris sitzt auch in Niedersachsen und Bremen tief. Politiker verurteilen die blutigen Anschläge als Angriff auf die Demokratie. In Kirchen werden Kerzen für die Opfer entzündet.

Die Anteilnahme und Bestürzung über die Terroranschläge in Paris, bei denen mindestens 129 Menschen ums Leben kamen und mehr als 350 verletzt wurden, ist auch in Niedersachsen und Bremen groß. „Was für ein furchtbarer Abend, für Paris, für Frankreich und für Europa“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Samstag. Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach von „einem kranken Angriff auf unsere Freiheit“. „Das waren feige Anschläge mit Sprengstoff, Maschinengewehren und Handgranaten, eine unbegreifliche Massen-Exekution von unschuldigen Menschen.“

Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) bezeichnete die Terroranschläge als „Angriff auf die Grundwerte unserer Demokratie“. Auch Oberhäupter der Kirchen meldeten sich zu Wort: „Wenn uns die Worte fehlen, müssen wir Symbole sprechen lassen“, sagte der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle. Im Dom entzündete Trelle eine Kerze für jedes Opfer. Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover mahnte, der nötige Kampf gegen den Terror dürfe nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen werden. „Sie fliehen vor denselben Mördern, die in Paris die Attentate verübt haben.“

Die muslimischen Verbände und die christlichen Kirchen müssten ihren Dialog auf allen Ebenen verstärken. „Denn in keiner Religion haben Gewalt und Terror einen legitimen Platz.“ Zu einer Solidaritätskundgebung kamen am Abend in Hannover rund 150 Franzosen und Deutsche zusammen. Sie zündeten Kerzen an und legten Rosen auf die Treppen vorm Opernhaus. Mit Tränen in den Augen umarmten sich die Menschen. Viele hielten Blätter in den Händen, auf denen es hieß: „Je suis Paris“ - in Anlehnung an die Trauer nach dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ Anfang des Jahres.

Nach den Anschlägen war am Sonntag noch nicht klar, ob am Dienstag das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover stattfinden wird. Der DFB will voraussichtlich im Laufe des Tages darüber entscheiden. Noch vor der finalen Entscheidung des Verbandes verdeutlichte Interimschef Rainer Koch die Bedeutung eines Auftritts des Weltmeisters, der am Freitagabend im Stade de France in Paris gegen den Gastgeber der EM 2016 gespielt hatte. Der Fußball müsse sich jetzt zur Wehr setzen, „wie die Gesellschaft im Ganzen“, sagte Koch im ZDF: „Es darf nicht sein, dass der Terror siegt.“

Innenminister Pistorius erklärte: „Es gibt aktuell keine konkreten Erkenntnisse, dass eine erhöhte Gefährdungslage für das Spiel besteht.“ Wenn das Spiel stattfinde, werde für angemessen hohe polizeiliche Einsatz- und Schutzmaßnahmen gesorgt. Die Sicherheitsbehörden arbeiteten mit Hochdruck daran, weitere Erkenntnisse aus Paris zu erlangen, sagte Pistorius. Es erfolge kontinuierlich eine Abstimmung zwischen dem Bund und den Ländern.

„Es ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht klar, ob und inwieweit Bezüge zu Deutschland und insbesondere Niedersachsen vorliegen.“ In der katholischen Marienkirche in Hannover ist am Sonntag (18.00 Uhr) ein multireligiöses Gedenkgebet geplant, zu dem Propst Martin Tenge eingeladen hat, um der Trauer und Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen und der Opfer zu gedenken. In Bremen wird das Parlamentsgebäude am Volkstrauertag (16.30 Uhr) geöffnet. Außerdem wird ein Kondolenzbuch ausliegen.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema:

Macron empfängt Putin in Versailles

Macron empfängt Putin in Versailles

Amerikas Vermächtnis: John F. Kennedys 100. Geburtstag

Amerikas Vermächtnis: John F. Kennedys 100. Geburtstag

IAA 2017: Darauf dürfen sich Auto-Fans freuen

IAA 2017: Darauf dürfen sich Auto-Fans freuen

Top 10: Die zehn verrücktesten Hotel-Geschichten

Top 10: Die zehn verrücktesten Hotel-Geschichten

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer zwei Mal mit überhöhtem Tempo erwischt

Motorradfahrer zwei Mal mit überhöhtem Tempo erwischt

Streifenwagen der Bereitschaftspolizei beschossen

Streifenwagen der Bereitschaftspolizei beschossen

Gedenken an großen Tierfilmer: Zutiefst zufrieden dank der Natur

Gedenken an großen Tierfilmer: Zutiefst zufrieden dank der Natur

Lasterfahrer baut betrunken Unfall

Lasterfahrer baut betrunken Unfall

Kommentare