Tausende Stahlarbeiter schließen erste Warnstreikwelle ab

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Bremen/Georgsmarienhütte - Tausende Stahlarbeiter haben am Freitag in der nordwestdeutschen Stahlindustrie zum Ende einer dreitägigen Warnstreikwelle Druck auf die Arbeitgeber gemacht.

Vor der dritten Verhandlungsrunde haben sich damit nach Angaben der IG Metall insgesamt 17000 Beschäftigte an den Protesten beteiligt. Am dritten Tag gingen knapp 4000 Stahlarbeiter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen vor die Werkstore, teilte die IG Metall- Verhandlungsführung am Freitag in Düsseldorf mit.

Die Arbeitnehmer wollen erreichen, dass die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde am kommenden Mittwoch in Düsseldorf ein Angebot vorlegen.Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn für die insgesamt 85000 Beschäftigten sowie eine Übernahme der Tarife für Leiharbeiter.

Die Warnstreiks begannen in der Nacht bei Vallourec & Mannesmann in Mülheim an der Ruhr. 200 Stahlarbeiter der Nachtschicht zogen für zwei Stunden vor die Werkstore. Am Morgen folgten 900 Arbeiter vor dem Stahlwerk im niedersächsischen Georgsmarienhütte, am Mittag weitere 1000 in Bremen vor der Verwaltung des ArcelorMittal-Werkes. In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich weitere 1500 Stahlarbeiter in Mülheim, Düsseldorf und Siegen an den Aktionen. In hessischen Herborn waren es bei Thyssen Krupp Nirosta Dillenburg 300. Weitere Warnstreiks seien am Wochenende und in der kommenden Woche zunächst nicht geplant, hieß es bei der IG Metall.

„Wir haben keine andere Wahl“, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Bremer ArcelorMittal-Werkes, Klaus Hering. In den beiden Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber nicht zu erkennen gegeben, welches Ergebnis sie sich vorstellen könnten. „Ich hoffe, dass wir am Mittwoch endlich in ernsthafte Verhandlungen eintreten“, sagte Hering, der mit in der Kommission sitzt. Verhandlungsführer Oliver Burkhard betonte: „Unsere Mitglieder haben hervorragend gezeigt, wie geschlossen sie hinter den Forderungen ihrer IG Metall stehen. Das hat für erhebliche Stillstände in den Betrieben gesorgt.“

Der Bremer Wirtschaftswissenschafter, Prof. Rudolf Hickel, sagte der Nachrichtenagentur dpa, „die Beschäftigten müssen am Aufschwung beteiligt werden“. In der letzten Tarifrunde zur Zeit der Stahlkrise hätten die Arbeitnehmer ihren Beitrag geleistet. „Wir brauchen mehr Binnennachfrage.“ Er forderte die Arbeitgeber auf, ein Signal zu setzen und ein Angebot vorzulegen. Das Bremer Werk beschäftigt rund 3600 Mitarbeiter. Etwa 65 Prozent sind nach Betriebsratsangaben gewerkschaftlich organisiert.Ein Stahlarbeiter verdient nach Gewerkschaftsangaben bis zu 3500 Euro brutto im Monat.

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