4.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder

Tausende Metaller gehen in Niedersachsen auf die Straße

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Streikende IG-Metaller mit Pfeifen, Fahnen und Transparenten vor dem Industriekonzern Komatsu (ehemals Hanomag) in Hannover. Im Tarifstreit fordert die Gewerkschaft mehr Zeit für Familienbetreuung.

Hannover - Der Tarifstreit in der Metallindustrie in Niedersachsen kommt in Fahrt. Tausende von Beschäftigten haben zeitweise die Arbeit niedergelegt. Der IG Metall genügt das noch nicht, sie will noch mehr Druck aufbauen.

Die IG Metall hat die Warnstreiks in Niedersachsen vor der dritten Tarifrunde kräftig ausgeweitet - und will noch nachlegen. Landesweit legten am Dienstag fast 4.000 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder. „Die enorme Beteiligung an den heutigen Warnstreiks übertrifft sogar noch unsere Erwartungen. Damit senden die Beschäftigten ein klares Signal an die Arbeitgeber: wir meinen es ernst", sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. 

Am Mittwoch ruft die Gewerkschaft unter anderem die Beschäftigten des Osnabrücker VW-Werks zum Warnstreik auf. Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, betonte: „In den nächsten Tagen werden wir kräftig nachlegen und in allen fünf norddeutschen Bundesländern zu Warnstreiks aufrufen." Die Äußerungen der Arbeitgeber zeigten, dass sie sich bisher nicht mit den Forderungen der Mitarbeiter auseinandersetzen wollten.

Arbeitszeiten, die zum Leben passen

„Die Beschäftigten erwarten Arbeitszeiten, die zum Leben passen und werden dafür weiter Druck machen." Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und die Option, die Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken zu können. Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren - was die Arbeitgeber kategorisch ablehnen. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 16. Januar. 

Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall, kritisierte die Gewerkschaft für ihr Vorgehen. Sie verbinde eine „saftige" Lohnforderung mit der Forderung nach einem Ausgleich für einen Teil der Teilzeitbeschäftigten. Schmidt warnte vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Teilzeitbeschäftigten. 

1.000 Streikende bei VW in Osnabrück erwartet

„Das ist diskriminierend gegenüber denjenigen, die diesen Ausgleich nicht erhalten würden und somit aus unserer Sicht rechtswidrig." Schmidt betonte: „Wir erwarten, dass sich die Gewerkschaft bewegt, damit wir am Verhandlungstisch ein Ergebnis erzielen, das für beide Seiten akzeptabel ist." Die Arbeitgeber boten bisher Lohnzuwächse von 2 Prozent plus Einmalzahlung an, sie wollen eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben. 

Stephan Soldanski, erster Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück, bezeichnete das Angebot als „Frechheit". „Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun." Die Arbeitgeber müssten zur Vernunft kommen, sonst seien auch 24-Stunden-Warnstreiks oder eine Urabstimmung nicht ausgeschlossen. Allein beim Warnstreik bei VW in Osnabrück am Mittwoch erwartet er mindestens 1.000 Teilnehmer. Außer in Niedersachsen gab es am Dienstag unter anderem auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen Warnstreiks, am Mittwoch auch etwa in Hamburg und Bremen.

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