Hannover und Osnabrück

Tausende Autofahrer ohne Umweltzonen-Plakette erwischt

Hannover/Osnabrück - In der Diskussion um Diesel-Fahrverbote wird über eine bundesweite blaue Plakette diskutiert. Eine grüne gibt es bereits. Nicht alle Autofahrer halten sich an die Regeln für die Umweltzonen, die es in Niedersachsen in Hannover und Osnabrück gibt.

Tausende Autofahrer sind in den vergangenen Jahren in den zwei Umweltzonen in Niedersachsen ohne vorgeschriebene grüne Umweltplakette erwischt worden. In der niedersächsischen Landeshauptstadt wurden 2017 rund 7800 Verstöße angezeigt. Im Jahr zuvor war die Zahl ähnlich hoch. In Osnabrück wurden 2016 knapp 1300 Verstöße registriert. Zahlen für 2017 lägen noch nicht vor, sagte Stadtsprecher Sven Jürgensen. 

In Hannover besteht wegen der Feinstaubbelastung seit 2010 eine Einfahrtbeschränkung in die Innenstadt für Fahrzeuge, die keine grüne Plakette haben, in Osnabrück seit 2012. Als dritte Stadt in Niedersachsen plant Oldenburg, eine grüne Umweltzone einzurichten. In Bremen dürfen Autos seit 2011 nur mit grüner Plakette an der Windschutzscheibe in die Umweltzone fahren. 

Die grüne Plakette erhalten alle Benziner mit geregeltem Katalysator sowie Diesel der Abgasnorm Euro 4 oder besser. Ausnahmegenehmigungen sind möglich. Wie häufig die Umweltzone in Bremen 2017 missachtet wurde, konnte das Innenressort auf Anfrage nicht sagen. 

Ein Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit. Autofahrer, die die Umweltzone missachten, droht ein Bußgeld von 80 Euro. Kontrolliert würden sowohl parkende Autos als auch schwerpunktmäßig der fließende Verkehr, hieß es aus Hannover und Osnabrück. In Deutschland gibt es 58 Umweltzonen. Laut Bundesumweltamt erfüllen inzwischen über 90 Prozent der Autos die Abgasstandards für eine grüne Plakette. 

„Die Umweltzonen haben nicht die erhoffte Wirkung gebracht", sagte Christine Rettig, Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Der Schadstoffausstoß sei weiterhin hoch. Viele Ausnahmegenehmigungen etwa für Handwerker und den Lieferverkehr führten die Umweltzone "ad absurdum". 

Das Bundesumweltamt betont dagegen, dass die Einführung der Umweltzonen einen bedeutenden Effekt auf die Feinstaubreduzierung gehabt habe. Auch der Verkehrsclub VCD ist vom Erfolg überzeugt. „Fast alle Städte halten inzwischen die Luftqualitätsgrenzwerte der EU für Feinstaub ein", sagte Gerd Lottsiepen vom VCD. Das Problem bildeten nun die Stickoxide, für die die geltenden Umweltzonen nicht griffen. Der Verkehr sei aber für 70 Prozent der Stickstoffdioxid-Belastung in den Städten verantwortlich. „Daher braucht es eine Erweiterung mit einer zusätzlichen blauen Plakette", forderte Lottsiepen. - dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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