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Tafeln in Bremen und Niedersachsen werben für Corona-Impfungen

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Von: Yannick Hanke

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) steht mit dem Rücken zur Kamera und unterhält sich mit dem Vorsitzenden des Landesverbands der Tafeln Niedersachsen und Bremen e.V., Uwe Lampe, während einer Impfaktion der Tafel.
Tafeln in Bremen und Niedersachsen werben für Corona-Impfungen und führen diese auch selbst durch. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, links) verschafft sich in Springe einen Überblick über die Impfaktionen. © Ole Spata/dpa

Die Impfquote muss für die gewünschte Herdenimmunität gegen das Coronavirus verbessert werden. Tafeln in Bremen und Niedersachsen werben deswegen für die Spritze.

Bremen/Hannover/Springe – Sowohl in Bremen als auch in Niedersachsen haben die Tafeln Corona-Impfaktionen für ihre Kunden geplant. Das große Ziel sei es, vor allem die Menschen zu überzeugen, die sich zurückgezogen hätten und nur schlecht zu erreichen seien. Das teilte die niedersächsiche Landesregierung mit.

Corona-Impfaktionen der Tafeln in Bremen und Niedersachsen: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besucht Tafel in Springe

Am Mittwoch, 2. März 2022, besuchte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine entsprechende Impfaktion der Tafel im niedersächsischen Springe. Der Sozialdemokrat ist in seinem Bundesland zugleich auch Schirmherr der Tafeln. Wie die dpa berichtet, wurden für die Impfaktion allein in Springe mehr als 300 Haushalte kontaktiert.

Landesweit sollen gar bis zu 10.000 Menschen von den Tafeln angeschrieben werden. Zur Einordnung: Laut dem Internetauftritt der Tafel Niedersachsen gibt es in ganz Deutschland schon über 920 Tafeln. Bereits im Vorfeld hatte Stephan Weil erklärt, dass es zahlreiche Menschen gebe, die das Gesundheitswesen nur schwer erreichen könne. Das hätte nicht zuletzt die Corona-Pandemie deutlich gemacht.

Tafel in Bremen und Niedersachsen wollen Kunden von Impfungen gegen das Coronavirus überzeugen

Und auch die Tafeln hätten häufig mit Menschen zu tun, die sich zurückgezogen hätten. „Mit der gezielten Ansprache und der Impfaktion an einem vertrauten Ort können hoffentlich vor allem noch bislang ungeimpfte Menschen motiviert werden, sich durch eine Impfung vor einer schweren Erkrankung durch das Coronavirus* zu schützen“, hieß es in diesem Kontext von Stephan Weil.

Die Impfaktionen der Tafeln in Bremen und Niedersachsen, die mit viel Überzeugungsarbeit verbunden seien, werden gemeinhin als „Pilotprojekt“ deklariert. Uwe Lampe, Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln Niedersachsen und Bremen, schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Stephan Weil. Man müsse jetzt diejenigen erreichen, die verunsichert seien. Das betonte Lampe bei einer Impfaktion der Tafel Springe bei Hannover am Mittwoch, 2. März.

„Zäher Kampf um jedes Zehntel“: Stephan Weil will Impfquote in Niedersachsen steigern

Wenn die entsprechende Aktion angenommen werden sollte, diene sie als „Blaupause“ auch für andere Länder, betonte Blume. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erhofft sich eine positive Wirkung und weiß auch konkret zu begründen, warum gerade die Tafel mit ihrer Impfaktion Erfolg haben könnte:

Man vertraut denen, die man kennt, und die Tafeln kennt man.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht über die Impfaktion der Tafeln in Bremen und Niedersachsen

Zudem betonte Weil, dass der Versuch, die Impfquote zu steigern, ein „zäher Kampf um jedes Zehntel“ sei. Und: „Wer sich impfen lassen will, ist größtenteils geimpft“. Deswegen gehen es nun, im nächsten Schritt, um diejenigen, die noch überzeugt werden könnten. Auch mit Blick auf den Herbst und möglichen neuen Corona-Ausbrüchen: „Wenn wir nicht daraus lernen, müssen wir uns an die eigene Nase fassen“.

Allgemeine Impfpflicht gegen Coronavirus: Stephan Weil hält Diskussion für notwendig

Dies wirft zwangsläufig aber auch wieder die Frage nach einer allgemeinen Impfpflicht auf. Uwe Lampe, Chef des Landesverbands der Tafeln Niedersachsen und Bremen, spricht sich hierfür aus. Für Stephan Weil wiederum bleibe die Diskussion über eine Impfpflicht zumindest notwendig.

Für ihn sei es „enttäuschend“, dass kaum noch jemand zum Impfen bewegt werden könne. Damit aufzuhören, sei aber auch keine Alternative. Schließlich sei das Coronavirus weiterhin „in der Gesellschaft unterwegs“. Für die Impfaktion in Springe wurde Impfstoff von Moderna und Biontech gespritzt. Das sagte Internist Hans-Jürgen Alexy vom mobilen Impfteam.

Doch müsse Impfstoff teilweise sogar weggeworfen werden – aus Gründen der mangelnden Nachfrage. Und dennoch sei Alexy dankbar dafür, dass die Politik einen langen Atem habe und Impfaktionen wie von der Tafel in Springe unterstütze. Auch ein Zeichen von Vertrauen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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