Nur Klares ist Wahres ❤

So überlebt ihr eure Kohlfahrt ohne Kohllateralschaden

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Hmm, noch ein paar Rote und dann ab auf‘n Dancefloor!

Kohlfahrt – das Heiligtum der Norddeutschen. Latscherei durch die Prärie in treuer Begleitung eines Kurzen-Glases, das fröhlich um den Hals baumelt, und in voller Vorfreude, sich ein paar Stunden später durchgefroren und hackestramm Kohl und Pinkel reinzupfeifen, noch weitere 35 Kurze zu trinken und dann auf der Tanzfläche wirklich alle norddeutschen Hemmungen fallen zu lassen. Mit unserem Kohlfahrt-Survival-Guide kann dabei aber gar nichts schiefgehen und ihr erlebt den kohlsten Abend eures Lebens.

Die Jacke

Die richtige Jacke ist sehr wichtig. Sie muss es mit wechselhaftem Wetter, klebrigen Kurzen und ihrem besoffenen Träger aufnehmen können. Zieht euch deshalb keine Fell-Fummel oder teuren Lederjacken an, wenn ihr nicht noch jahrelang mit Waldmeister-Kirsch-Flecken rumlaufen wollt. 

Aber denkt auch dran, dass ihr nicht quer durch die Rocky Mountains pilgern wollt, sondern nur ein paar Kilometer durch mildes Flachland-Niedersachsen oder Bremen. Also übertreibt es nicht mit irgendwelchen Thermo-Schafwolle-Ski-Sibirien-Jacken von Tchibo, sonst schwitzt ihr irgendwann so dermaßen, dass ihr euch verflüssigt.

Die Getränke

Es ist lecker und verlockend, aber bitte trinkt nicht Glühwein oder Kakao mit Schuss als Kurzen. Die Weihnachtsmärkte sind vorbei und euer Magen möchte und kann das einfach nicht mehr ertragen. Es knallt verdammt schnell rein, und ihr bekommt schon die ultimative Rübe, bevor ihr überhaupt im Gasthaus angekommen seid. 

Besinnt euch auf die Klassiker: Schnäpse und Bier. Fertig aus. Verzichtet aber auf irgendwelche Party-Kurzen-Kollektionen mit Geschmacksrichtungen wie „Popcorn“, „Bubblegum“ oder „Magic Mango“. Bääh. Klebt alles voll und verklebt auch die Sinne. Nur Klares ist Wahres! Und noch was: Lasst alles weg, was prickelt – Sekt und Co. Das prickelt nämlich umso heftiger, wenn ihr am nächsten Morgen aufwacht. Und ganz ehrlich: Sekt ist sowieso widerlich. Das Zeug taugt nur, um Kreuzfahrtschiffe zu taufen.

Das Essen

Endlich seid ihr im Gasthaus und alles, an was ihr denken könnt, sind Kohl, Pinkel und fettige METTENDEN! Geil! Aber vorher kommt noch die Hochzeitssuppe. Während ihr die so schlürft, schweifen eure Gedanken verträumt zum Kohl. Ihr habt sooo Hunger. Schließlich seid ihr nach dem emotionalen Kohlmarsch erschöpfter als Frodo auf dem Weg nach Mordor.

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Boa, das dauert alles so lange. Wann wird die olle Suppe endlich abgeräumt? Ihr bestellt euch Bier, um die Zeit zu überbrücken. Ist ja quasi umsonst, ne. Wenn der göttliche Kohl und seine majestätischen Begleiter endlich den Tisch erreichen, gilt nur noch eins: Reinhauen! Ihr habt schließlich um die 50 Euro für den Abend bezahlt. 

Ihr solltet bedenken, dass nach etwa 20 Minuten das Sättigungsgefühl einsetzt. Schaufelt in dieser Zeit so viel rein, wie irgendwie geht. Und zwischendurch ordentlich mit Kräuterschnaps spülen, damit alles gut vermengt wird und eine solide Basis für den restlichen Abend geschaffen wird.

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Die Party

Ungefähr drei Leute werden sich direkt nach dem Essen auf die Tanzfläche trauen und dort etwas steif rumstorchen. Der Rest der Truppe hockt noch an ihren Tischen und sorgt für den flüssigen Fortschritt: mit Cola-Korn. Natürlich werden direkt ganze Flaschen bestellt, der Fuffi muss ja versoffen werden! Für zwei Flaschen Korn reicht natürlich eine Flasche Cola oder Sprudel zum Mischen. Cola Korn – get born! 

Nach ein paar Litern werden die Norddeutschen richtig redselig, sagen Sätze wie „Jo“ zu ihren fremden Sitznachbarn und wippen mit den Füßen zur Musik. Die Hütte brennt, es wird heiß. Jetzt heißt es anschnallen!

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Wer nun clever ist und den Laden so richtig zum Eskalieren bringen will, der geht zum DJ und wünscht sich den PUR-Party-Hitmix. „Leeeeena, du hast es oft nicht leicht!“ Alle werden abgehen wie die Flundern, scheußlich singen und einfach komplett ausrasten. Falls ihr jemanden angraben wollt, kommt nicht mit Sprüchen wie „Darf ich dir einen ausgeben?“ Das ist auf einer All-inklusive-Party so gar nicht lustig. „Na, was machst du hier?“ ist auch nicht besser. Pro-Tipp: Flirtet am besten gar nicht. Und hört bloß auf, die Bedienungen im Lokal anzuflirten. Die hatten schon die Schnauze voll von euch, als ihr reingekommen seid.

Nach einer Weile liegt der Kohl schwer im Magen und ihr werdet müde. Zeit für einen Kaffee, denkt ihr euch, und schwankt zum Desserttisch. Das ist gar keine gute Idee, weil es nie clever ist, nach 18 Uhr irgendwas mit Koffein zu trinken, wenn ihr nicht einen auf Speedy Gonzales machen wollt. Außerdem ist Kohl und Kaffee wirklich eine schlechte Kombination, wenn sich der Kohl nicht schon frühzeitig mit 3.000 PS aus eurem Körper verabschieden soll. Lasst Kaffee & Co. bitte aus dem Hals. Trinkt lieber noch ein schönes Bierchen.

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Oberste Priorität auf Kohlfahrten ist und bleibt aber: Habt eure Mitmenschen im Blick. Manche verlieren auf Kohlfahrten ihren Verstand und vor allem ihren Anstand. So wie eine Frau, die ich mal dabei erwischt hatte, wie sie sich eine Bockwurst aus dem Topf nahm, reinbiss und wieder in den Topf schmiss. Oder wie die spießige Bekannte, die plötzlich auf der Bühne stand und mit der Top-40-Band zu Metallica abrockte. Tja – du bist nicht du, wenn du auf Kohlfahrt bist.

Der nächste Morgen

Du wachst auf, hast einen fauligen Geschmack im Mund, dazu einen hartnäckigen Ohrwurm von „Sie hatte nur noch Schuhe an!“ Du selbst hast auch noch Schuhe an und auch alle anderen Klamotten. Dein Kopf dröhnt als seist du von Godzilla verkloppt worden. Du bereust jeden Schluck Alkohol, beim Gedanken an Grünkohl kommt dir selbiger fast wieder hoch. Boa, der Tag ist dahin. Aber egal – denn Kohlfahrt ist nur einmal im Jahr! Oder zweimal. Oder dreimal. Nächstes Wochenende startet schließlich schon die nächste! Yeaaah!

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