Update: Wangerooge wieder erreichbar

Sturmtief „Benjamin“ zieht weiter - Helgoland-Fähre fällt aus

+
Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle steht während einer Sturmflut unter Wasser.

Lübeck - An der Ostsee kommt die zweite Sturmflut dieses Jahres. Doch sie soll weniger stark ausfallen, als die erste vor zwei Wochen. Für die Nordseeküste gibt es Entwarnung.

Update, 9.30 Uhr: Fährverkehr weiter beeinträchtigt

Nach der ersten größeren Sturmflut des Jahres wird am Mittwoch in Niedersachsen an der Küste und auf den Inseln untersucht, ob Schäden verursacht worden sind. Das sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Aufgrund der Dunkelheit gebe es bisher keinen Überblick. 

Auf Borkum nimmt das Havariekommando an den Stränden die Suche nach Treibgut wieder auf, das aus Containern des Frachters „MSC Zoe“ angespült worden sein könnte. Mit Kettenfahrzeugen werde zunächst der Strand wieder abgefahren, sagte der Sprecher des Havariekommandos.

Die Fähre von Cuxhaven nach Helgoland fährt auch am Mittwoch noch nicht, wie die Reederei Cassen Eils auf ihrer Homepage mitteilte. Wangerooge wird dagegen vom Nachmittag an wieder angefahren. Sturmtief „Benjamin“ hatte die niedersächsische Küste am Dienstag erreicht.

Starke Winde an der Ostsee

Nachdem sich Sturmtief „Benjamin“ am Dienstag vor allem an der Nordseeküste bemerkbar gemacht hat, bereitet sich am Mittwoch die Ostseeküste auf eine Sturmflut vor. 

Der Seewetterdienst Hamburg gab am frühen Mittwochmorgen eine Starkwind-Warnung für die Ostseeküste heraus. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erwartet bis zum Mittag Pegelstände von bis zu 1,30 Metern über dem mittleren Wasserstand. 

Für die Nordsee besteht nach Angaben des BSH dagegen am Mittwoch keine Sturmflutgefahr mehr. Auf der Hochseeinsel Helgoland in der Nordsee hatte das Hochwasser seinen Scheitelpunkt am Vortag bereits gegen 13.30 Uhr mit 1,55 Meter über dem normalen Hochwasser erreicht. Der Verkehr zwischen Cuxhaven und Helgoland wurde eingestellt.

Fähren bleiben im Hafen

Die ost- und nordfriesischen Inseln sowie die Halligen waren den Tag über teilweise auf sich allein gestellt, da die Fähren in den Häfen blieben. Die erste größere Sturmflut des Jahres hatte mit dem Tief „Benjamin“ am Dienstag auch die niedersächsische Küste erreicht. Schäden wurden zunächst keine bekannt, das ganze Ausmaß werde voraussichtlich erst am Mittwoch zu sehen sein, hieß es. 

Dann sollen die Wasserstände sinken, die am Dienstag knapp unterhalb den Werten einer schweren Sturmflut lagen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete mit schweren Sturmböen aus Nordwest bis Nord der Stärke 10. Vereinzelt sollte es auch orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 105 Kilometern pro Stunde entsprechend Windstärke 11 geben. 

Für die Hansestadt Lübeck und das Ostseebad Lübeck-Travemünde wurden Wasserstände um 6,10 Meter erwartet. Der normale Wasserstand liegt bei etwa 5 Metern. Damit werde das Hochwasser voraussichtlich niedriger ausfallen, als bei der Sturmflut Anfang Januar, sagte ein Sprecher des BSH. 

„Zeetje“ bringt schwere Sturmflut

Damals hatte das Sturmtief „Zeetje“ eine schwere Sturmflut mit Wasserständen von 1,50 bis zwei Meter über dem mittleren Wasserstand verursacht. In Lübeck war das Hochwasser bis auf 1,79 Meter gestiegen, in Travemünde lag der höchste Wasserstand bei 1,76 Meter über dem mittleren Hochwasser. 

Einen ersten Vorgeschmack lieferte „Benjamin“ bereits am Dienstag. In Hamburg wurde der Fischmarkt überflutet, viele Fähren zu den Nordseeinseln stellten ihren Betrieb ein. In Lübeck-Travemünde drückte eine Sturmböe ein 218 Meter langes Fährschiff beim Anlegemanöver gegen den Anleger. 

Bürger reagieren gelassen

Am Mittwoch werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an der Ostseeküste Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommerns Windgeschwindigkeiten von 80 Kilometern in der Stunde (8 Beaufort) erwartet. In exponierten Lagen muss auch mit schweren Sturmböen um 90 Kilometer pro Stunde (10 Beaufort) gerechnet werden. 

In Lübeck reagierten die meisten Bürger gelassen. An der Lübecker Obertrave lagen die Sandsäcke griffbereit am Straßenrand, an der Musikhochschule und anderen Gebäuden waren die Eingänge bereits mit Hochwasserschots verbarrikadiert. 

Im Ostseebad Heiligenhafen im Kreis Ostholstein wurden vorsorglich die Deichdurchlässe und die zur Ostsee offenen Regenwasserkanäle sowie die mobilen Hochwasserschutzwände im Hafenbereich geschlossen. In dem Ostseebad hatte Sturmtief „Zeetje“ schwere Schäden angerichtet. 

Nach Angaben des BSH soll „Benjamin“ nach Südosten abziehen. Am Mittwoch gegen 12 Uhr werde es voraussichtlich bereits über Südpolen liegen, so dass der Sturm an der Ostseeküste abflauen und das Hochwasser zurückgehen werde, sagte ein BSH-Sprecher.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Ein Toter und viele Verletzte bei Busunfall auf A9

Ein Toter und viele Verletzte bei Busunfall auf A9

„Ein Pizarro-Tor vom VAR überprüfen zu lassen ist Gotteslästerung“: Die Netzreaktionen zu #SVWRBL

„Ein Pizarro-Tor vom VAR überprüfen zu lassen ist Gotteslästerung“: Die Netzreaktionen zu #SVWRBL

Jubiläumsfest des Schützenvereins Sothel

Jubiläumsfest des Schützenvereins Sothel

DJ Bobo liefert Show-Spektakel in der Bremer Stadthalle

DJ Bobo liefert Show-Spektakel in der Bremer Stadthalle

Meistgelesene Artikel

31-Jährige aus Wischhafen getötet - Polizei fahndet nach Ehemann

31-Jährige aus Wischhafen getötet - Polizei fahndet nach Ehemann

Bahn geht Sanierungsstau bei Brücken mit Milliardenaufwand an

Bahn geht Sanierungsstau bei Brücken mit Milliardenaufwand an

Osnabrücker Polizei sucht Serientäter bei „Aktenzeichen XY“

Osnabrücker Polizei sucht Serientäter bei „Aktenzeichen XY“

Keiner will es gewesen sein: Unfall mit Überschlag, aber ohne Fahrer

Keiner will es gewesen sein: Unfall mit Überschlag, aber ohne Fahrer

Kommentare