Orkan verwüstet viele Wälder

„Friederike“ reißt reihenweise Bäume um

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Auch bei Kalefeld (Gemeinde Northeim) hat „Friederike“ große Waldschäden angerichtet.

Hannover - Orkan „Friederike“ hat in den Landesforsten in Niedersachsen großen Schaden angerichtet. Der Wind riss so viele Bäume um, wie sonst etwa in einem halben Jahr gefällt werden, teilten die Landesforsten mit.

Betroffen sind fast ausschließlich Fichten. Laubbäume und andere Nadelhölzer seien nur in sehr geringem Maße vom Sturm umgeweht worden, hieß es.

Die Menge an Sturmholz liege in den Landesforsten bei etwa 950.000 Festmetern und damit bei 56 Prozent des planmäßigen Jahres-Einschlags. Damit ist der Schaden geringer als der, den „Kyrill“ Anfang 2007 in Deutschland anrichtete. Generell seien größere Flächen Wald nur an einigen wenigen Stellen zerstört worden. Meist seien nur einzelne Bäume umgestürzt.

Auch der Waldbesitzerverband Niedersachsen zog eine erste Bilanz der Schäden. Danach sind bei den privaten Waldbesitzern vor allem in Südniedersachsen die Auswirkungen verheerend. Teilweise seien dort ganze Bestände mit einem Vielfachen des normalen Jahreseinschlags umgeworfen worden. Der Verband schätzt das Ausmaß der Schäden ähnlich hoch wie nach „Kyrill“ ein. Vor allem im Raum Osnabrück, im Solling und im Harz seien viele Bäume umgestürzt.

Auch bei Kalefeld (Gemeinde Northeim) hat „Friederike“ große Waldschäden angerichtet.

Die Landesforsten wollen als Sofortmaßnahme vorerst darauf verzichten, Fichten in den Landesforsten zu schlagen, weil schon so viele durch den Sturm gefallen sind. Möglicherweise werden die Fichten zunächst eingelagert. Das Holz der umgestürzten Nadelbäume soll aber noch verkauft werden. „Das Fichtenholz trifft auf einen intakten und aufnahmefähigen Holzmarkt“, erklärte Klaus Jänich, Vizepräsident der Landesforsten.

Im Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge warnt das Forstamt Ankum derzeit noch davor, in den Wäldern spazieren zu gehen. Das Räumen der Wege werde sich dort bis in den Februar hinziehen, hieß es. „Im Sommer dürften die Aufräumarbeiten in den Wäldern abgeschlossen sein“, schätzt Landesforsten-Sprecher Mathias Aßmann.

Schäden im Harz weniger schlimm als befürchtet

Auch im Nationalpark Harz räumen die Ranger und Waldarbeiter nach Sturmtief „Friederike“ weiter auf. Mittlerweile sei klar, dass die Schäden im Nationalpark geringer seien als zunächst befürchtet, sagte Nationalpark-Sprecher Friedhart Knolle.

Vorübergehend mussten im Nationalpark zahlreiche Wege und Einrichtungen wie das Brockenhaus geschlossen werden, inzwischen ist aber wieder geöffnet. Auch zahlreiche Wanderwege sind wieder passierbar. Teile es bekannten Harzer-Hexenstieges sind allerdings noch gesperrt. Mitarbeiter des Parks konnten diesen Weg zum Teil noch nicht freiräumen, weil das Gelände schwierig zugänglich ist und Maschinen auf dem angetauten Schnee derzeit keinen Halt finden.

„Trotzdem sollen sich die Menschen keine Illusionen machen. Das Betreten der Wälder ist nach wie vor gefährlich“, warnt Sprecher Knolle. Lose Äste könnten plötzlich herunterfallen. Knolle rät Besuchern, vorsichtig zu sein und vorab die aktuellen Informationen zu den Wegen auf der Internetseite des Nationalparks zu lesen.

dpa

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