Ministerium hat keine Daten über Qualitätssteigerungen / Studenten wandern ab

Studiengebühren verbessern Lehre nicht

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Wohin fließen die Beiträge der Studenten wirklich? ·

Hannover - Von Michael Krüger500 Euro muss jeder Student in Niedersachsen pro Semester zahlen – doch ob diese Gebühr wirklich der Verbesserung der Lehre zugute kommt, ist fraglich.

Der Bundesregierung liegen nämlich keine Daten über Qualitätssteigerungen an Hochschulen vor, die sich ursächlich auf die Einführung von Studiengebühren zurückführen ließen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesbildungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. Heute will sich der Bundestags-Bildungsausschuss mit dem Thema beschäftigen. Studiengebühren gibt es nur noch in Niedersachsen und Bayern. Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen, Kai Gehring: „Studiengebühren werden zweckentfremdet, schrecken ab und sind unsozial.“

100 Millionen

Euro für Unis

Eine neue Studie untermauert diese Einschätzung. Im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit kommt Autor Uwe Harten zu der Erkenntnis, dass immer mehr Abiturienten aus Niedersachsen ein Studium in anderen Bundesländern starten und immer weniger Studienanfänger von außerhalb in dieses Bundesland strömen. 2003 habe dieser „Wanderungsverlust“ noch bei 30 200 Studierenden gelegen; im Wintersemester 2009/2010 komme Niedersachsen in der Bilanz bereits auf ein Minus von 33 200. Niedersachsen liege damit bundesweit an letzter Stelle. Eine der Ursachen für diese Entwicklung seien ganz eindeutig die Studiengebühren. Befürchtet werden muss angesichts dieses Trends laut Harten, dass Niedersachsen Fachkräftepotenzial verliert.

Den Vorwurf, die Gebühr verpuffe im Verwaltungsapparat der Hochschulen, will das niedersächsische Wissenschaftsministerium allerdings entkräften. Allein im Jahr 2010 seien den Hochschulen im Land 100 Millionen Euro überwiesen worden, heißt es von Sprecher Christian Stichternath. Mehr als die Hälfte davon sei für zusätzliches Personal ausgegeben worden. · mk

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