Nienburg weit hinten, Verden auf Platz 146

Studie sieht Zukunftsprobleme in Niedersachsens Randregionen

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Zukunftsprobleme in Randregionen

Hannover - Die wirtschaftlichen Zukunftschancen sind in Niedersachsen ungleich verteilt. Richtung Harz und Küste stehen die Regionen laut einer Studie vor Problemen. Auf der anderen Seite gibt es positive Ausreißer.

Zwischen den reichen und den wirtschaftlich schwachen Regionen in Niedersachsen gibt es einen tiefen Graben. Während die Landeshauptstadt Hannover (Platz 82), der VW-Standort Wolfsburg (5) und dessen Nachbar-Kreise gute Zukunftschancen haben, drohen Regionen im Harz und an der Küste weiter abgehängt zu werden. Das geht aus dem am Freitag vorgestellten Zukunftsatlas 2016 hervor, den das Forschungsinstitut Prognos für das "Handelsblatt" erstellt hat.

Für ihre Analyse hatten die Wissenschaftler 29 Kategorien berücksichtigt, etwa die konjunkturelle Lage, die Situation auf dem Arbeitsmarkt oder die Altersstruktur der Einwohner.

Zwischen Aller und Weser gehen die Werte auseinander

Während sich Wolfsburg mit Platz fünf als einzige Stadt in Niedersachsen auf einem bundesweiten Spitzenrang befindet, sieht es besonders in Lüchow-Dannenberg düster aus. Der Kreis rangiert bundesweit auf Platz 393 der insgesamt 402 kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands. Die Forscher sehen "sehr hohe Risiken", was die Zukunftschancen des Kreises angeht, für den Kreis Osterode wurden hohe Risiken festgestellt. Auch in den Kreisen Nienburg  (Platz 357), Goslar (338), Holzminden (355), Aurich (340) und Wesermarsch (346) gebe es leichte Risiken.

Allerdings steht Nienburg in der Kategorie "Wohlstand und Soziale Lage" deutlich besser da. Da erreicht der Kreis an der Weser Platz 270. Bremerhaven belegt in dieser Kategorie übrigens den letzten Platz, insgesamt steht die Hafenstadt auf Position 387. Bremen erreicht Platz 282.

Im Landkreis Diepholz wird die Soziale Lage vergleichsweise gut bewertet: Platz 137. Insgesamt schafft es dieser Kreis auf Rang 223. Etwas darunter liegt der Heidekreis mit Platz 263. Der Landkreis Verden überzeugt besonders in der Rubrik "Demografie", dort erreicht die Region Platz 82. Insgesamt steht Verden mit Position 146 recht gut da. Ebenso der Landkreis Minden-Lübbecke mit Position 154.

Auf Platz 207 hat es der Landkreis Oldenburg geschafft, knapp vor dem Landkreis Rotenburg auf Rang 213.

   

VW-Skandal noch nicht berücksichtigt

Da die Daten jedoch schon einige Monate alt sind, sind die bisherigen Auswirkungen der VW-Krise nicht allesamt erfasst. "Was in Wolfsburg im letzten halben Jahr passiert ist, ist in den Daten nicht drin", erklärte Projektleiter Peter Kaiser.

Zuletzt hatte Prognos den Zukunftsatlas vor drei Jahren veröffentlicht. Die Schere zwischen den Verlierern und Spitzenreitern hat sich seitdem kaum geschlossen. Warum? Als einen der größten Risikofaktoren in Niedersachsen sieht Kaiser die demografische Entwicklung.

Holzminden etwa verlor zwischen 2012 und 2014 1,6 Prozent seiner Bevölkerung. In Osterode und Lüchow-Dannenberg ist der Anteil junger Erwachsener landesweit am niedrigsten. "Wenn die jungen Erwachsenen erst mal weg sind, kommen sie nur selten zurück", sagt Kaiser.

Positiv hat sich dagegen das Emsland (142) entwickelt. Die Bevölkerungsentwicklung ist mit 0,8 Prozent überdurchschnittlich hoch. Die Forscher bescheinigen dem Kreis "hohe Chancen" bei der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit.

Aufholen müssen Niedersachsens Kreise in Sachen Digitalisierung. Zum ersten Mal wurde untersucht, wie gut die Regionen für den digitalen Wandel aufgestellt sind. Berücksichtigt wurde, wie viele Jobs im IT-Bereich ausgeschrieben waren oder wie viele Firmengründungen es in diesem Bereich gab.

Während München als Gesamtsieger in Deutschland auch dort ganz vorne lang und fünf Sterne erhielt, bekam Hannover vier Sterne und ist damit niedersächsischer Spitzenreiter. Auch Bremen - mit Platz 282 in der Studie eher im Mittelfeld - punktete mit vier Sternen.

dpa/jom

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