Veröffentlichung der Ergebnisse Anfang oder Mitte Oktober

Studie zu Missbrauchsvorwurf gegen Hildesheimer Ex-Bischof liegt vor

Hildesheim - Ist der Missbrauchsvorwurf gegen Hildesheims Alt-Bischof Janssen gerechtfertigt? Ist das Bistum damit korrekt umgegangen? Ergebnisse einer Studie dazu will das Bistum erst veröffentlichen, wenn Bischof Trelle womöglich nicht mehr im Amt ist.

Knapp zwei Jahre nach einem Missbrauchsvorwurf gegen den längst gestorbenen Hildesheimer Ex-Bischof Heinrich Maria Janssen liegen dem Bistum die Ergebnisse einer Studie dazu vor. Ob die Untersuchung den Vorwurf bestätigt oder nicht, wollte das Bistum am Mittwoch noch nicht sagen. Unklar blieb zunächst auch, ob die Studie überhaupt zu einem eindeutigen Ergebnis kommt. Erst nach gründlicher Auswertung der Studie, die auch den Umgang des Bistums mit Missbrauchsvorwürfen gegen Pater Peter R. untersucht hat, sollen die Ergebnisse im Oktober öffentlich gemacht werden. Pater Peter R. stand bereits im Zentrum des Missbrauchsskandals am Berliner Canisius-Kolleg mit mehr als 100 Opfern.

Bei der ins Auge gefassten Veröffentlichung der Studienergebnisse Anfang oder Mitte Oktober wäre der heutige Hildesheimer Bischof Norbert Trelle möglicherweise nicht mehr im Amt. Er wird Anfang September 75 Jahre alt und reicht dann sein Rücktrittsgesuch beim Papst ein. Unter Trelles Verantwortung fällt der Umgang des Bistums mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Alt-Bischof sowie gegen Pater Peter R..

Vorwurf im Jahr 2015 erhoben 

Der beliebte Bischof Janssen (1907-1988) soll in der Anfangsphase seiner Amtszeit als Bischof (1957 bis 1982) einen Jungen sexuell missbraucht haben. Der Vorwurf gegen ihn wurde aber erst 2015 mehr als 50 Jahre nach dem vorgebrachten Missbrauch erhoben, Zeugen ließen sich auch nach einem entsprechenden Aufruf zunächst nicht mehr finden. Mit der Aufklärung des Vorwurfs beauftragte das Bistum das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP). Das Münchner Institut hatte bereits den Missbrauch von Schülern im Benediktinerkloster Ettal sowie an der Odenwaldschule untersucht.

Gegen Pater Peter R. hatte 2010 eine 14-Jährige in Hildesheim den Vorwurf erhoben, der Geistliche habe sie drei Jahre zuvor bei einem Besuch in Berlin sexuell bedrängt. Das Bistum räumte später ein, diesen Vorwurf zu spät an die Staatsanwaltschaft weitergegeben zu haben. Pater R. galt als Haupttäter im Canisius-Skandal.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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