Durchschnittlich 4,1 Krippenkinder auf eine Vollzeitkraft

Studie: Krippenbetreuung in Bremen sehr gut - Niedersachsen schlecht

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Der Betreuungsschlüssel im Land hat sich leicht verbessert.

Hannover/Bremen - Trotz leichter Verbesserungen belegen die niedersächsischen Krippen beim Betreuungsschlüssel im bundesweiten Vergleich nur den vorletzten Platz.

Durchschnittlich kommen nach Angaben der Bertelsmann Stiftung landesweit 4,1 Krippenkinder auf eine vollzeitbeschäftigte Kita-Fachkraft (2012: 4,2). Dagegen kommt Bremen in dem am Montag von der Stiftung veröffentlichten „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ mit einem Schlüssel von 1 zu 3,4 hinter Baden-Württemberg auf den zweiten Rang (2012: 3,2).

Auch bei der Betreuung in den Kindergärten ist Bremen bundesweit auf Rang zwei, hier liegt der Schlüssel bei 7,8 Kindern pro Betreuerin (2012: 8,1). 2012 hatte Bremen in beiden Kategorien den Spitzenplatz inne. Davon ist Niedersachsen weit entfernt - 8,6 Kindergartenkinder kommen auf eine Erzieherin (2012: 8,8). Im bundesweiten Vergleich ist dies Rang drei und damit immer noch ein Spitzenplatz.

Der Personalschlüssel in den Kitas biete Erziehern die notwendigen Rahmenbedingungen, damit sie den Kindern Zeit und Aufmerksamkeit schenken könnten, hieß es aus dem Kultusministerium in Hannover. Mit Blick auf das schlechte Abschneiden bei den Krippen betonte Staatssekretärin Erika Huxhold, dass die bereits erfolgten Verbesserungen noch nicht in der Studie berücksichtigt seien. Seit Anfang 2015 finanziert das Land aufsteigend die Kosten für eine weitere Fachkraft in Krippen. Damit werde sich der Personalschlüssel und die Betreuungssituation weiter verbessern.

Dem Ländermonitor zufolge haben sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre die Betreuungsverhältnisse in fast jedem Bundesland verbessert. Derzeit kommen auf eine Kita-Fachkraft durchschnittlich 4,4 ganztags betreute Krippenkinder oder 9,5 Kindergartenkinder. Zwei Jahre zuvor war eine Erzieherin durchschnittlich noch für 4,8 Krippen- oder 9,8 Kindergartenkinder zuständig.

Weiterhin registrieren die Forscher ein starkes Gefälle zwischen Ost und West. In den neuen Bundesländern müssen sich die Erzieherinnen um deutlich mehr Kleinkinder kümmern (1 zu 6,1) als im Westen (1 zu 3,6). Auch in den Kindergartengruppen ist der Personalschlüssel im Westen mit 1 zu 8,9 deutlich besser als im Osten mit 1 zu 12,4. Allerdings gehen im Osten mit 46,6 Prozent erheblich mehr Kinder unter drei Jahren in Krippen als im Westen (22,7 Prozent).

Der Betreuungsschlüssel ist nach Angaben der Autoren der Studie ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Angesichts der aktuellen Zahlen gebe es bundesweit einen positiven Trend, trotzdem sei immer noch zu wenig Personal in den Kitas. Sie gehen von einem Idealwert von 1 zu 3 in der Betreuung der Kleinsten und von 1 zu 7,5 ab drei Jahren aus.

Fällt der Personalschlüssel schlecht aus, hat das auch Folgen für die Gesundheit der Fachkräfte. Denn die Folgen sind mehr Stress und Arbeitsbelastungen bei gleichzeitig geringeren Erholungsphasen. Laut Studie müssen Vollzeitkräfte rund ein Viertel ihrer Zeit für Elterngespräche, Dokumentation oder Fortbildung einplanen. Bei Teilzeitkräften aber wird das schwierig und sorgt für Druck. Ihre Arbeitszeit wird komplett für die Kinderbetreuung verplant, andere Aufgaben müssen aber auch erledigt werden. „Angesichts der konstant hohen Unterschiede zwischen den Bundesländern werden bundeseinheitliche Qualitätsstandards für Kindertagesbetreuung immer drängender“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. dpa

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