Mediziner der Uni Mainz liefern Ergebnisse

Studie: So verbreitet sich das Coronavirus

Die Uni-Medizin Mainz geht dem Coronavirus auf den Grund. In der sogenannten „Gutenberg-Gesundheitsstudie“. Herausgekommen sind teils überraschende Resultate.

Hamburg/Hannover/Mainz – Das Coronavirus* hat Deutschland im Griff. Über ein Jahr schon. Inzwischen nicht mehr ganz so schlimm, wie es noch in den ersten Wochen und Monaten war. Nach und nach werden Beschränkungen und Regeln*, die lange Bestand hatten, zurückgenommen. Die Impfungen gegen die Erkrankung Covid-19* nehmen zu. Ein bisschen kehrt das alte Leben aus der Vor-Pandemie-Zeit zurück. Ganz so wie vorher aber wird es wohl nie wieder sein. Aber: Im Laufe der Pandemie sind immer mehr Erkenntnisse über das Coronavirus gesammelt worden.

Jetzt gibt es eine neue Covid-19-Studie der Uni-Medizin Mainz. Umfangreich. Interessant. Und mit Ergebnissen, die zum Teil überraschend sind.

Pandemie:Coronavirus-Pandemie
Virus:SARS-CoV-2
Ausbreitung:weltweit
Erstes Auftreten:Dezember 2019 in Wuhan/China

Coronavirus-Studie: Mainzer Mediziner befragen 10.250 Probanden – und präsentieren ihre Resultate

Das Ganze nennt sich „Gutenberg-Gesundheitsstudie“  und ist mit 15.000 Probanden eine der größten ihrer Art weltweit. Wie tagesschau.de berichtet, stellen die freiwilligen Teilnehmer dieser Studie einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung dar.  Die Studie ist Grundlage ständig wechselnder Forschungsprojekte – vom Augeninnendruck bis zum Übergewicht. Speziell an der Covid-19-Studie nehmen 10.250 Personen teil. „Durch die breite Datenbasis haben wir eine sehr gute Analyse-Grundlage - auch mit Blick auf die Pandemie“, zitiert tagesschau.de Philipp Wild.

Eine Studie von Medizinern der Universität Mainz gibt neue Erkenntnisse über das Coronavirus und seine Verbreitung. (kreiszeitung.de/24hamburg.de-Montage)

Der Chef der Klinischen Epidemiologie ist einer der Leiter der Studie, deren Ergebnisse aktuell vorgestellt worden sind. Eine der größten Erkenntnisse der Studie: Die meisten Menschen sind unwissentlich Virenträger. Mehr als 42 Prozent der Corona-Infizierten wissen nicht, dass sie infiziert sind, so der Mediziner. Das Risiko damit: Sie geben den Erreger unbemerkt weiter, die Coronavirus-Pandemie kann sich entsprechend ausbreiten. Menschen mit einem höheren gesellschaftlichen Status lassen sich, so die Studie, öfter testen.

Coronavirus-Studie aus Mainz: Die meisten Menschen sind unwissentlich Virenträger

Das gilt auch für jüngere Menschen. Selbige sind laut der Studie über das Coronavirus auch weniger oft unwissentlich infiziert als ältere Menschen. „Jüngere Menschen nehmen mehr am gesellschaftlichen Leben teil und nutzen daher die Corona-Tests* auch öfter“, konstatiert Philipp Wendt. Dieses Ergebnis sei auch die Folge dessen, dass Ältere zuerst geimpft worden sind und sich aufgrund des vollständigen Impfschutzes seltener testen lassen.

Wir sehen aber insgesamt kein höheres Risiko, sich bei Kindern anzustecken.

Philipp Wild, Chef der Klinischen Epidemiologie der Universitätsmedizin an der Universität Mainz. 

Darüber hinaus präsentieren die Mediziner eine weitere Erkenntnis aus ihrer Coronavirus-Studie: Kinder sind keine Treiber von Corona-Infektionen. „Immer wieder wird spekuliert, dass Kinder die Viren stark verteilen. Sie können den Abstand nicht einhalten oder waschen sich nicht so häufig die Hände. Wir sehen aber insgesamt kein höheres Risiko, sich bei Kindern anzustecken“, so Philipp Wild, der Chef der Klinischen Epidemiologie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Um dies herauszufinden, wurden rund 2200 Personen aus Familien mit Kindern untersucht.

Coronavirus-Studie von Mainzer Medizinern: Kinder sind keine Treiber von Infektionen

Zudem seien Kinder weniger anfällig, sich selbst anzustecken. „Es gibt Fälle, bei denen die Eltern eine Corona-Infektion hatten, ihre Kinder dagegen nicht. Dabei haben Mütter und Väter ihre Kinder auch in den Arm genommen oder geküsst“, erläutert Wild. Trotzdem gebe es hier oftmals keine Infektion. Ein mutmaßlicher Grund: Kinder hätten im Vergleich zu Erwachsenen eine bessere Immunabwehr. 

Jüngere Menschen nehmen mehr am gesellschaftlichen Leben teil und nutzen daher die Tests auch öfter.

Philipp Wild, Chef der Klinischen Epidemiologie der Universitätsmedizin an der Universität Mainz. 

Zudem seien Kinder weniger anfällig, sich selbst anzustecken. „Es gibt Fälle, bei denen die Eltern eine Corona-Infektion hatten, ihre Kinder dagegen nicht“, so Wild. Ein Umstand, der daran liegen könne, dass Kinder im Vergleich zu Erwachsenen eine bessere Immunabwehr haben.  Entscheidend für die Ausbreitung des Virus sei vielmehr die Anzahl der Personen, die in einem Haushalt zusammenwohnten: je mehr es sind, desto größer ist auch das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus.

Studie über das Coronavirus: Mainzer Mediziner spricht sich für Präsenzunterricht aus

Besonders betroffen: Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status. Bei diesen sei zudem die Test- und Impfbereitschaft in dieser Gruppe geringer, wie die Mainzer Studie über das Coronavirus herausgefunden hat.

Ein weiterer Bestandteil der Untersuchungen war auch die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Demnach ist vor allem der Mindestabstand wichtig.  Auch der Mund-Nasen-Schutz führt zu einem besseren Schutz. Arbeiten im Homeoffice wirkt ebenfalls gegen eine schnellere Ausbreitung des Coronavirus.

Eines ist für Philipp Wild sicher: Der Präsenzunterricht in Schulen* nach den Sommerferien mache Sinn. Auch wenn viele Kinder noch ohne Impfung gegen das Coronavirus sind. Aber: Sie sind eben auch keine Infektionstreiber. In den Schulen müsse es allerdings klare Konzepte mit Luftfiltern, Hygieneregeln und Teststrategien geben, so der Mainzer Mediziner. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fredrik von Erichsen/dpa/picture alliance

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