Gendern im Supermarkt

„Student*innenfutter“ im Regal: Edeka sorgt für Aufsehen in Gender-Debatte

Eine Edeka-Filiale verkauft jetzt „Student*innenfutter“ und sorgt damit im Internet für großes Aufsehen. Die Gender-Debatte polarisiert auch im Supermarkt.

Friedberg/Augsburg – Im beschaulichen Friedberg in Bayern löst aktuell eine Nussmischung eine Gender-Debatte aus. Mit einem Post machte Geschäftsführer Michael Wollny auf sein neues Produkt aufmerksam. Wenig später geht der Beitrag viral. Der Grund: Ein Edeka-Markt in der Nähe von Augsburg verkauft jetzt „Student*innenfutter“. Die Gender-Debatte ist nun auch im Supermarkt angekommen. Über 5.000 Herzen konnte der Twitter-Post schon ergattern. Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Unternehmensverbund:Edeka-Gruppe
Hauptsitz:Hamburg
Umsatz:67,1 Milliarden USD (2019)
Gründung:1898, Berlin

Edeka-Geschäftsführer hofft auf mehr Aufmerksamkeit für die Gender-Debatte

Am 8. Juli präsentierte Edeka-Geschäftsführer Michael Wollny eines seiner neuen Produkte auf Facebook. Soweit nichts Ungewöhnliches. Wie er später in einem Interview mit jetzt.de verraten sollte, wollte der Geschäftsführer der Edeka-Filiale in Friedberg jedoch auf ein ganz bestimmtes Thema lenken, das schon seit Wochen und Monaten bundesweit polarisiert: die Gender-Debatte.

Zahlreiche Politiker und Prominente haben sich bereits zur gendergerechten Sprache geäußert. Die Debatte, die bundesweit Einfluss nimmt, ist keineswegs frei von Kritik. Literaturkritikerin Elke Heidenreich motzte erst kürzlich gegen das Gendern und Hamburgs CDU-Chef möchte die Gendersprache am besten direkt verbieten. Nun greift auch der bayrische Edeka-Markt in die Debatte ein und löst nicht nur zustimmende Kommentare aus.

„Student*innenfutter“ bei Edeka: „Welche Gefühle genau verletzt #Gendern eigentlich?“

Die Nussmischung erfüllt auf den ersten Blick alle Kriterien, die man sich als Kunde wünschen könnte. Sie entsprechen der Bio-Qualität, sind fair gehandelt und im Pfandglas abgefüllt. Dennoch stürzen sich jetzt viele Menschen auf den Nussmix. „Welche Gefühle genau verletzt #Gendern eigentlich?“, fragt der Edeka-Geschäftsführer in einem Twitter-Post. Grund zur aufkommenden Frage könnten die zahlreichen Kommentare sein, die sich auf das „Student*innenfutter“ und den zuvor geteilten Facebook-Beitrag stürzen.

Gender-Debatte im Supermarkt: Eine Edeka-Filiale verkauft jetzt „Student*innenfutter“.

Eine Kundin zeigt sich fassungslos und kündigte an, Produkte, die mit dem Gendersternchen beworben werden, nicht zu kaufen. Ein anderer bezeichnet das Nussglas und die Aktion einfach als „hirnlosen Quatsch“. Selbst für eine Studentin sei das Produkt zum Fremdschämen, beteuerte eine Facebook-Nutzerin. Die ausgewählten Kommentare spiegeln einen Großteil der Social-Media-Meinungen wider, die ähnlich wie ein VW-Mitarbeiter gegen die Gender-Sprache wettern.

Gender-Debatte im Supermarkt: „Student*innenfutter“ sollte „möglichst viele, diverse Menschen ansprechen“

In den vergangenen Wochen und Monaten setzen immer mehr Unternehmen auf eine gendergerechte Kommunikation. So etwa die Lufthansa, die ihre Gäste künftig nicht mehr mit „Damen und Herren“ begrüßt oder die Bundeswehr, die ihre Einmannpackung umbenennen möchte. Mit der Umstellung möchte man eine diskriminierungsfreie Sprache schaffen. Auch der „Student*innenfutter“-Hersteller „Fairfood Freiburg“ verfolgte das Ziel, „möglichst viele, diverse Menschen anzusprechen“. Dass ein Gender-Sternchen einen solchen Shitstorm lostreten könne, sei auch für das süddeutsche Unternehmen überraschend.

Auch wenn sich der Geschäftsführer mehr Sachlichkeit in der Gender-Debatte wünscht, freut er sich, dass er mit einem seiner Produkte einem wichtigen Thema Aufmerksamkeit verleihen konnte. Doch eines ist für ihn auch abseits des Diskurses sicher: Auch mit Gender-Sternchen schmeckt die Nussmischung. „Wichtig ist eben, was drinnen ist, nicht, was darauf abgedruckt ist“, so der Edeka-Geschäftsführer. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stiftung Warentest/picture alliance / dpa-tmn

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