Deutsche Bahn

Streik im Personenverkehr der Bahn trifft auch den Norden

Die Lokführer streiken. Dabei geht es um Geld, aber auch darum, welche Gewerkschaft den Ton angibt. Vom Arbeitskampf sind auch Niedersachsen und Bremen betroffen.

Hannover – Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deustcher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn (DB) hat am Montag auch Niedersachsen und Bremen getroffen. Bereits am frühen Morgen habe der Ausstand im Personenverkehr begonnen, bestätigte ein GDL-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Man habe den Streik pünktlich in der Früh um 2:00 Uhr begonnen, hieß es. Auch Hamburg war von Zugausfällen betroffen*.

Eisenbahnkonzern:Deutsche Bahn
Gründung:1. Januar 1994
Mitarbeiter:322.768 (Stand: 2020)
Umsatz:39,9 Milliarden Euro (Geschäftsjahr: 2020)
Leitung:Richard Lutz (Vorstandsvorsitzender) und Michael Odenwald (Aufsichtsratsvorsitzender)

Viele hatten sich anscheinend auf den drohenden Streik eingestellt, denn das ganz große Chaos an den Bahnhöfen in Norddeutschland fiel aus. „Auch wir haben uns so gut wie möglich darauf vorbereitet“, sagte eine Bahnsprecherin. Die DB versuche, wie schon beim Streik vor etwa zwei Wochen, ein Grundangebot an Zügen im Nah- und Fernverkehr bereitzustellen. Trotz des Versuchs, etwa 25 Prozent der Fernzüge und rund 40 Prozent der Regionalzüge fahren zu lassen, kam es zu deutlichen Einschränkungen. Laut der Sprecherin ist auch am Dienstag damit zu rechnen.

Streik im Personenverkehr der Bahn trifft auch den Norden: Geplante Regionalzüge wieder gestrichen

So mussten im Laufe des Montagvormittags eigentlich geplante Regionalzüge gestrichen werden, weil unerwartet Mitarbeiter ausfielen, teilte die Bahn via Twitter mit. Wie die dpa unter Berufung auf Reisende berichtet, fielen am Montag vereinzelt auch Fernzüge aus, die am Sonntag noch als buchbar galten. 24hamburg.de* berichtet darüber, wie es sich bei einem plötzlichen Zugausfall mit der eventuellen Erstattung des Fahrpreises verhält*.

So hatte die Bahn auf etlichen Strecken im Norden eine Zweistundentaktung geplant, um wenigstens ein Grundangebot zu gewährleisten. Diese wurden eingerichtet unter anderem auf den Strecken zwischen Bremen und Hannover, zwischen Bremen und Osnabrück sowie zwischen Göttingen und Bad Harzburg.

Seit Montagmorgen um 2:00 Uhr bestreikt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer auch den Personenverkehr der Deutschen Bahn

Gleich auf mehreren Strecken konnte die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen einrichten. Da von dem Streik nur die DB betroffen war, aber nicht ihre Konkurrenten, wurden Fahrgäste zudem gebeten, andere Eisenbahnunternehmen wie Metronom, Erixx, Nordwestbahn oder Westfalenbahn zu nutzen.

Streik im Personenverkehr der Bahn trifft auch den Norden: GDL will 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Gehalt

Auch in den S-Bahnen musste mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Die Linie S5 zum Flughafen Hannover beispielsweise, verkehrte zwischen Hameln/Bad Pyrmont und dem Flughafen im Stundentakt, zwischen Hameln und Paderborn sogar nur im Dreistundentakt. Die Linie S3 von Hildesheim Hauptbahnhof über Lehrte bis zum Hauptbahnhof Hannover fiel komplett aus. Alternativ fahren auf der Strecke zwischen Hannover Hauptbahnhof und Lehrte die Züge der Westfalenbahn.

Die Gewerkschaftsmitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa

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