Ab Mittwoch

Deutsche Bahn streikt: Fahrplan für Bremen und Niedersachsen

Seit Mittwoch müssen Bahnfahrende Geduld zeigen. Dreiviertel der Verbindungen sind bis Freitag eingestellt. Auch Niedersachsen und Bremen trifft der GDL-Streit.

Frankfurt – Ab Dienstagabend wird der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn bundesweit stark eingeschränkt. Grund dafür ist ein Arbeitsstreik, den die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) nach einer Urabstimmung ihrer Mitglieder ausgerufen hatte. Die Drohung eines Streiks der GDL-Gewerkschaft ist nun Realität und betroffen sind die DB-Passagiere – Pendler und Urlauber.

GewerkschaftGewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Gründung1867
Mitgliederetwa 36.500
SitzFrankfurt am Main

Die Mitfahrerinnen und Mitfahrer der Deutschen Bahn müssen sich also auf starke Einschränkungen einstellen.

Im Güterverkehr bereits ab Dienstag. Im Fern- und Regionalverkehr sei ab Mittwoch mit Streiks zu rechnen. Die Dauer der Einschränkungen sollen ab 2 Uhr nachts für mindestens 48 Stunden gelten, erst am Freitag rechnet die Deutsche Bahn wieder mit einem fließenden Bahnverkehr.

Streik bei der Deutschen Bahn: Arbeitskampf der GDL-Lokführer sorgt für Ausfall von 75 Prozent aller Züge

Das Wochenende soll nicht davon betroffen sein, so die GDL. Die Deutsche Bahn habe für die Streiktage 75 Prozent aller Fernzüge aus dem Fahrplan herausgenommen. Strecken mit besonderer Priorität seien ausgenommen.

Dazu gehören nach Angaben der Deutschen Bahn besonders stark genutzte Verbindungen zwischen Berlin und dem Rhein-Ruhr-Gebiet, zwischen Hamburg und Frankfurt sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen. Kreiszeitung.de hat das Wichtigste für Bahnreisen in den kommenden Tagen im Überblick.

Reisende der Deutschen Bahn müssen sich ab Mittwoch auf starke Einschränkungen im Zugverkehr einstellen.

Streik bei der Deutschen Bahn: Fahrplan für Niedersachsen – Fahrkarten länger gültig oder Geld zurück

Ziel sei ein zweistündliches Angebot mit besonders langen Zügen auf den Hauptachsen, kündigte der Staatskonzern an. Auch einige S-Bahnen werden von dem Streik betroffen sein. Fahrkarten für den Zeitraum sollen demnach länger gültig seien oder erstattet werden.

Im Regionalverkehr sei ebenfalls mit Einschränkungen zu rechnen. Besonders betroffen ist auch ein Drehkreuz im Norden. Der Bahnstreik legt den Zugverkehr in Hannover lahm.

GDL-Lokführer der Deutschen Bahn streiken: Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen stark eingeschränkt

Niedersachsens und Bremens Bahnverkehr ist über die beiden Streiktage ebenfalls extrem stark eingeschränkt. Auf der Internetseite der Deutschen Bahn ist ein Ersatzfahrplan bereitgestellt. Weiter heißt es: „Trotzdem können wir in dieser Situation nicht garantieren, dass alle Reisenden an ihr Ziel kommen“. Der Bahnverkehr zwischen Bremen und Hamburg sei nicht betroffen, da dort die Metronom Eisenbahngesellschaft fährt.

Sollten sich die Mitarbeiter auf den Stellwerken der DB, den DB-Leitstellen, Bahnhöfen und anderen Einrichtungen der Infrastruktur (Schienen, Oberleitungen, Signale etc.) an dem Streik beteiligen, kann dies jedoch auch Einfluss auf die Fahrten des metronom, enno und erixx haben. Deshalb sollten sich Passagiere daher tagesaktuell in der elektronischen Fahrplanauskunft, beispielsweise auf der Website oder über App, informieren.

Der Fahrplan für Niederachsen im Überblick:

  • Zugverkehr in Niedersachsen am Mittwoch und Donnerstag
  • Celle - Hannover Hbf: Züge im Stundentakt
  • Hameln - Paderborn: Züge im Dreistundentakt
  • Osnabrück - Bremen - Bremerhaven: Züge im Zweistundentakt
  • Osnabrück - Bremen: Züge im Stundentakt
  • Minden - Hannover - Haste: Züge im Zweistundentakt
  • Barsinghausen - Hannover: Züge im Zweistundentakt
  • Hannover - Hildesheim: Züge im Stundentakt
  • Braunschweig - Schöppenstedt: Züge im Zweistundentakt
  • Braunschweig - Herzberg: Züge im Zweistundentakt
  • Göttingen - Bodenfelde - Nordhausen: Züge beider Linien verkehren voraussichtlich im Zweistundentakt kombiniert
  • Einbeck - Salzerhelden: Züge im Pendelverkehr
  • Bennemühlen - Hannover: Züge im Stundentakt.
  • Hannover Flughafen - Hameln - Paderborn: Züge im Stundentakt

GDL: Streik als letzte Möglichkeit im Tarifstreit und

Der Streik sei nach Angaben des GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky die letzte Möglichkeit im anhaltenden Tarifkonflikt. Gegen die Kritik gegenüber dem Streik-Vorhaben vonseiten der Bahn oder Fahrgäste blockte der Vorsitzende ab: „Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für einen Streik bei der Eisenbahn. Bitte wenden Sie sich an das DB-Management“, antwortete Weselsky auf eine entsprechende Frage. „Corona oder auch die Flut haben mit diesem Tarifkonflikt nichts zu tun.“

Wichtige Fernverkehr-Verbindungen sind nicht von den Einschränkungen betroffen.

Insgesamt hatten 95 Prozent aller anwesenden GDL-Mitglieder für einen Arbeitskampf gestimmt. Mindestens 75 Prozent waren dafür erforderlich. Eine sogenannte Nullrunde im laufenden Jahr wolle man nicht akzeptieren in den festgefahrenen Tarifverhandlungen. Die GDL fordere eine Corona-Prämie von 600 Euro und Einkommenssteigerung von insgesamt 3,2 Prozent innerhalb von 28 Monaten.

Deutsche Bahn: DB-Streik der GDL-Lokführer gleicht „Eskalation zur Unzeit“

Seitens der Bahn wird der Streik als „Eskalation zur Unzeit“ betitelt. „Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen“, teilte Personalchef Martin Seiler mit.

Dabei kritisierte Seller, dass die GDL sich nicht an ihre Ankündigung gehalten hätte, Kunden ausreichend Vorlaufzeit vor dem Beginn des Streikes zu lassen. Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnete die Ankündigung des Streikes ebenfalls als „deutlich zu kurzfristig“.

Streik ist die letzte Möglichkeit im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn, das sagt Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

GDL-Chef Weselsky erklärte: „Wir führen einen Tarifstreit um Zeit und Geld“. Im Hintergrund stehe der komplexe Machtkampf mit der weitaus größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Im vergangenem Herbst kam es bereits zu einem Tarifabschluss mit der Bahn.

Für 2021 seien demnach keine Tariferhöhungen vorgesehen, ab 2022 gebe es 1,5 Prozent mehr Geld. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen. Sollte die GDL jedoch mit ihren Forderungen durchkommen, würde es voraussichtlich auch zu Neuverhandlungen zwischen Bahn und EVG kommen.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Carsten Koall

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