„Zu langsam aus den Startlöchern gekommen“

Niedersachsens Ministerpräsident räumt Fehler bei Impfkampagne ein

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat zugegeben, dass die Vergabe der Impfstoffe schneller hätte laufen können.

Seit Wochen wird Niedersachsen vorgeworfen, im Vergleich zu anderen Bundesländern zu langsam mit den Corona-Impfungen voranzukommen. Nun räumt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ein, dass der Anfang der Impfkampagne „holprig“ gelaufen sei. „Wir haben tatsächlich zu Beginn in Niedersachsen einen Fehler gemacht, indem wir konsequent bei jeder Erstimpfung eine entsprechende Menge für die Zweitimpfung zurückgelegt haben“, sagte er im Interview mit den Schaumburger Nachrichten. „Dadurch sind wir zu langsam aus den Startlöchern gekommen.“

Das Vertrauen in die Lieferzusagen der Impfstoffhersteller sei nun deutlich größer: „Seit Längerem verimpfen wir, was reinkommt.“ Was das Tempo anbelangt, hätte Niedersachsen deutlich zugelegt: Ende April sollen 27 Prozent, Ende Mai voraussichtlich 45 Prozent der Niedersachsen mindestens das erste Mal geimpft sein, Ende Juni dann zwei Drittel der Bevölkerung, prognostiziert Weil.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat zugegeben, dass die Impfkampagne besser hätte laufen können.

Am vergangenen Wochenende sind in den niedersächsischen Impfzentren insgesamt fast 75 000 Impfungen durchgeführt worden. Stand Montag haben laut dem niedersächsischen Gesundheitsministerium 23,4 Prozent der Niedersachsen mindestens eine Impfung gegen Corona erhalten. Damit liegt Niedersachsen im Ländervergleich mittlerweile auf Platz 8 im Mittelfeld.

Impfungen in Niedersachsen - ein Überblick

durchgeführte Impfungen am vergangenen Wochenende:74.562
davon Erstimpfungen:73.170 (47.701 AstraZeneca, 18.399 BioNtech, 7.070 Moderna)
Menschen, die mindestens eine Impfung bekommen haben: 23,4 Prozent (vollständig geimpft: 6,5 Prozent)
Menschen über 70, die auf Wartelisten der Impfzentren stehen:33.000

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) kann sich mittlerweile vorstellen, dass eine Aufhebung der Priorisierung bei Corona-Impfungen Ende Mai möglich sein könnte. Allen Bürgern über 16 Jahre soll im Juni ein Impfangebot gemacht werden.

Während Ministerpräsident Weil beim Impfgeschehen optimistisch ist, betrachtet er die Ausgangssperren als kritisch. Er hoffe auf eine schnelle Klärung der Rechtslage vor Gericht. Zum Start der Notbremse sind beim Bundesverfassungsgericht zahlreiche Eilanträge und Verfassungsbeschwerden eingegangen.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/picture alliance/dpa

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