Zahlen des Kultusministeriums

Steigende Schülerzahlen in Niedersachsen machen Kommunen Sorgen

Hannover - Die Schülerzahlen in Niedersachsen steigen in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich an. Nach den Sommerferien wird die Zahl zunächst um schätzungsweise 6.500 auf rund 800.000 Kinder steigen, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums am Mittwoch in Hannover mit.

Die Kommunen in Niedersachsen rechnen bis 2025 sogar damit, dass Platz für rund 110.000 Schüler mehr benötigt wird, sagte Thorsten Bullerdiek vom Städte- und Gemeindebund. „Dies ist einerseits sehr erfreulich, wird aber auch teuer“, betonte er.

Die Kommunen berufen sich auf eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung - danach steigt die Schülerzahl in Deutschland bis 2030 um acht Prozent auf fast 8,6 Millionen, anstatt wie bisher erwartet auf gut 7,2 Millionen Schüler bis 2025 abzusinken. Hintergrund ist vor allem die Zuwanderung nach Deutschland.

Das Kultusministerium in Hannover kann diese Zahlen bisher nicht bestätigen, dort werden die Prognosen regelmäßig überarbeitet. Schon früher waren die Berechnungen für 2025 dort deutlich nach oben korrigiert worden: Vor drei Jahren war noch von 774.000 Schülern im Jahr 2025 ausgegangen worden, zuletzt rechnete das Ministerium schon mit rund 807.000 Kindern.

Mahr als 100 Millionen Euro für neue Räume und Ausstattung

Die Kommunen in Niedersachsen erwarten aufgrund der neuen Prognosen, dass sie weit über 100 Millionen Euro allein in die Schaffung neuer Klassenräume und Ausstattung investieren müssen. „Woher das Geld kommen soll, wissen wir aber noch nicht“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer.

Das Land sieht sich auf die steigenden Schülerzahlen gut vorbereitet, betonte der Sprecher des Kultusministeriums. Die Bildungsausgaben sei kontinuierlich gesteigert, die Zahl der Lehrerstellen erhöht worden. Außerdem sei es inzwischen deutlich leichter als früher, als Quereinsteiger aus einem anderen Beruf als Lehrer an eine Schule zu wechseln.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft betonte hingegen, besonders an Grundschulen, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen sei der Mangel an Lehrern gravierend. Sinnvoll sei deshalb unter anderem, die Lehrkräfte an allen Schularten gleich gut zu bezahlen.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, kritisierte, ein Hauptproblem sei, dass das Kultusministerium keine Prognose über den Personalbedarf erstelle. „In jedem Unternehmen gibt es eine Personalplanung, nur im rot-grünen Kultusministerium ist man jedes Jahr aufs Neue überrascht, dass zu wenig Lehrer verfügbar sind.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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