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Unwetter-Alarm und Tornado-Gefahr in Niedersachsen: DWD warnt erneut vor Starkregen und Gewitter

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Von: Marcel Prigge

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Unwetter-Alarm in Niedersachsen: Der DWD erwartet Starkregen, Gewitter und Sturm. Auch Tornados sind möglich. Unwetter-Bilanz vom Donnerstag: Starke Verwüstungen im Landkreis Diepholz mit einer schwer verletzen Person.

Update vom 21. Mai um 13:00 Uhr: Sturm Emmelinde hat über Deutschland gewütet und teilweise eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Insgesamt sind viele Menschen durch das Unwetter verletzt worden, mindestens eine Person starb. Die Einsatzkräfte in Niedersachsen können nach der Schwergewitterlage eine erste Bilanz ziehen. Im Süden von Niedersachsen wurde ein Tornado gemeldet.

Erstmeldung vom 19. Mai um 5:53 Uhr: Hannover – Die ersten Unwetter sind über Niedersachsen hinweggezogen, am Freitag, 20. Mai 2022, wird die Wetterlage jedoch noch einmal brisanter. Es wird mit Starkregen, Gewitter und Sturm gerechnet. Die Unwetter-Gefahr bringt auch die Möglichkeit eines Tornados mit sich. Unwetter-Alarm wird in mehreren Landkreisen ausgerufen. Gestern, am Donnerstag, 19. Mai 2022, hat es bereits starke Verwüstungen im Landkreis Diepholz gegeben.

Unwetter-Alarm und Tornado-Gefahr in Niedersachsen: DWD warnt vor Starkregen und Gewitter

Anfang der Woche vom 16. Mai 2022 zog die erste große Unwetterlage 2022 über halb Deutschland. Auch wenn Niedersachsen und Bremen glimpflich davongekommen sind, droht wieder ein Unwetter-Alarm und sogar Tornado-Gefahr mit heftigen Gewittern, Starkregen und sogar Überschwemmungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner Unwetter-Warnung für Niedersachsen herausgab.

Zu sehen ist ein bewölkter Himmel, der auf Regen oder Gewitter hindeutet. Auf einem Feld steht ein Windrad.
Zu heftigen Gewittern ist es am Donnerstag in Niedersachsen gekommen. Auch am Freitag, 20. Mai 2022, wird Starkregen, Gewitter und Sturm erwartet. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Denn nach Angaben des DWD zieht im Tagesverlauf des Freitages ein Gewittertief mit hoher Unwettergefahr über den Norden Deutschlands hinweg Richtung Nordosten.

Unwetter-Alarm und Tornado-Gefahr in Niedersachsen und Bremen: mehrstündige Gewitter mit Starkregen und Sturm

Am Freitag, 20. Mai 2022, werden wieder heftige Gewitter mit Starkregen und Orkanböen erwartet. Wie der DWD mitteilt, rollen ab dem Nachmittag starke, teils mehrstündige Gewitter von Südwesten nach Niedersachsen und sogar Tornado-Gefahr besteht laut der Wetterprognose.

Die ersten Gewitter werden nach der Wettervorhersage an der niederländischen Grenze zwischen 15:00 und 16:00 Uhr erwartet. Diese bringen Starkregen, heftigen Sturm und gegebenenfalls Überschwemmungen mit sich. Im Anschluss zieht die Gewitterfront in Richtung Osten durch Niedersachsen weiter. Ab 17:00 Uhr trifft das Tief dann auch Bremen. Spätestens dann sind auch im Süden Niedersachsens heftige Unwetter zu erwarten.

Wetterdienst DWD warnt: Gewitterfront kann Orkanböen bis 120 km/h und vereinzelt Tornados herbeiführen

Dabei könne es im ungünstigsten Fall zu Starkregen um die 40 l/qm, Orkanböen bis zu 120 km/h und Hagel mit großen Hagelkörnern kommen, berichtet der DWD. Vereinzelt könne es auch 60 Liter Regen in sechs Stunden geben. Außerdem seien vereinzelte Tornados laut Wettervorhersage nicht ausgeschlossen.

Unwetter-Alarm in Niedersachsen – DWD warnt vor Starkregen, Sturm und heftigen Gewittern: Diverse Landkreise betroffen

Schwere Unwetterwarnung in zahlreichen Landkreisen in Niedersachsen am Freitag, 20. Mai:

Kreis und Stadt Osnabrück – Amtliche Warnung vor Sturmböen

Kreis Nienburg – Amtliche Warnung vor Sturmböen

Region Hannover – Amtliche Warnung vor Sturmböen

Kreis Celle – Amtliche Warnung vor Sturmböen

Kreis Uelzen – Amtliche Warnung vor Sturmböen

Kreis Grafschaft Bentheim – Hinweis auf hohes Unwetterpotential

Kreis Emsland – Hinweis auf hohes Unwetterpotential

Kreis Vechta – Hinweis auf hohes Unwetterpotential

Kreis Diepholz – Hinweis auf hohes Unwetterpotential

Heidekreis – Hinweis auf hohes Unwetterpotential

Kreis Lüneburg – Hinweis auf hohes Unwetterpotential

Unwetter-Bilanz vom Donnerstag in Niedersachsen: Person durch umstürzenden Baum schwer verletzt, Festivalgelände im Landkreis Diepholz schwer beschädigt

In diversen Landkreisen wurden schwere Unwetterwarnungen herausgegeben. Im Landkreis Diepholz bilanzierte die Feuerwehr nach dem Gewitter am Donnerstag vorerst 32 Einsätze. Die Einsatzkräfte beseitigten viele umgeknickte Bäume; auch das Gelände, auf dem das Appletree-Garden-Festival wurde erheblich beschädigt. Nach Angaben des NDR wurde eine Person in der Nähe Eydelstedts durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt und auch ein Feuerwehrmann verletzte sich und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Eine abgebrochene Buche beschädigte das Dach des „Appletree-Quartiers“ auf dem Festivalglände Lüdersbusch in Diepholz.
Eine abgebrochene Buche beschädigte das Dach des „Appletree-Quartiers“ auf dem Festivalglände Lüdersbusch in Diepholz. © Jansen, Eberhard

Umgeknickte Bäume, gefährliche Verkehrssituationen: Video aus dem Landkreis Diepholz zeigt Zerstörungskraft des Gewitters

In einem Video aus der Ortschaft Heiligenfelde im Landkreis Diepholz wird deutlich, wie stürmisch es am Donnerstag zugegangen ist. Während des Gewitters knickten mehrere Bäume um. Die Autofahrer auf der Bundesstraße 6 kamen dabei in teils gefährliche Verkehrssituationen.

Unwetter im Landkreis Oldenburg: Von Gewittern verschont geblieben

Der Landkreis Oldenburg hingegen ist von den großen Gewittern weitestgehend verschont geblieben. Die Feuerwehren des Landkreises bereiteten sich auf das Schlimmste vor. Die Großleitstelle Oldenburg Land twitterte am Donnerstag um 13.50 Uhr, dass das Personal verstärkt wird. Dienstfreies Personal werde in Bereitschaft versetzt, hieß es. Die gesamte Technik wurde getestet, um eine schnellstmögliche Abwicklung aller ankommenden Notrufe zu gewährleisten. Es ist jedoch lediglich nur etwas Regen gefallen.

Starke Gewitter am Donnerstag: Ein Schwerverletzter nach Blitzeinschlag auf Frachter

Auch in anderen Gebieten Deutschlands gab es Verwüstungen – und einen Schwerverletzten. So ist bei einem Blitzeinschlag auf einem Frachtschiff in Duisburg eine Person schwer verletzt worden. Es handle sich vermutlich um einen Beschäftigten auf dem Schiff, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Blitz sei auf dem Deck eingeschlagen. Mit überfluteten Straßen und Blitzeinschlägen in Häuser hatten auch die Feuerwehren in Bayern zu kämpfen. Ein Haus wurde durch einen Blitzeinschlag in Brand gesetzt. Die vierköpfige Familie, die in dem Haus wohnte, blieb nach Angaben der Feuerwehr unverletzt.

Vorsicht Gewitter: Wie verhalte ich mich richtig?

Gewitter können durchaus lebensgefährlich sein. Etwa 250 Menschen werden pro Jahr vom Blitz getroffen, was etwa jährlich 10 Todesfälle zur Folge hat. Es wird geraten, sich im Falle eines Gewitters unbedingt drinnen aufzuhalten. Am sichersten sind Gebäude mit einem Blitzableiter oder Autos. Findet man keinen Platz in einem geschlossenen Raum, sollte man nicht draußen mit aufgespanntem Regenschirm herumlaufen. Von Bäumen und Metallmasten sollte man sich auch zwingend fernhalten. Zudem wird geraten, keine Metallgegenstände zu berühren, da diese Strom besonders gut leiten.

Bei solch einem Wetter bleiben auch die Schäden am eigenen Haus kaum aus. Unlängst veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Bilanz der Schadensmeldungen 2021 durch Starkregen und Überschwemmungen. Dabei kam heraus: in Bremen und Niedersachsen haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Schadensmeldungen mehr als verdoppelt

Zu sehen ist ein bewölkter Abendhimmel, der auf Regen oder Gewitter hindeutet.
Zu Starkregen, Gewitter und Sturm soll es am Freitag, 20. Mai 202, in Niedersachsen kommen. Zuvor rollte die erste extreme Wetterlage 2022 über Deutschland hinweg. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Heftige Gewitter und Starkregen in Niedersachsen und Bremen: Unwetter vermehrt südlich von Bremen und vom Wendland

Wie Tobias Schaaf, Meteorologe der DWD–Niederlassung Hamburg, gegenüber kreiszeitung.de erklärt, seien die Prognosen zur Unwetterwarnung in Bremen und Niedersachsen, ungenau.

Punktuell können 40 Liter pro Quadratmeter fallen.

Tobias Schaaf, Meteorologe der DWD-Niederlassung Hamburg

Momentan gehe man davon aus, dass es südlich von Bremen und vom Wendland zu heftigen Unwettern mit Starkregen kommen soll. „Punktuell können 40 Liter pro Quadratmeter fallen“, so Schaaf über die heftigen Gewitter und den möglichen Starkregen. In der Fläche käme es zu 20 Liter pro Quadratmeter, „was auf jeden Fall gut für die Umwelt ist“.

Gewitterradar: Kartenmaterial zu Sturm, Überschwemmung, Hochwasser und Dauerregen verfügbar

Wo ist das Unwetter genau? Kartenmaterial zum aktuellen Geschehen sowie ein Gewitterradar stellt unter anderem Kachelmannwetter zur Verfügung. Neben den Unwettern lassen sich auch die Niederschlagsmenge, Sturm, Dauerregen und Hochwasser verfolgen.

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