Von Hartz IV zum Jetset-Leben

Wie der Osnabrücker Star-DJ Robin Schulz so erfolgreich wurde

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DJ Robin Schulz hat eine steile Karriere hingelegt.

Osnabrück - Das Einzige, was Robin Schulz zurzeit vermisst, ist genügend Schlaf. Gerade ist der Osnabrücker Star-DJ auf Welt-Tour zum Album "Uncovered", das er diesen Herbst veröffentlicht hat und das inzwischen unter den Top 100 der Deutschen Album-Charts ist.

In den sozialen Netzwerken zeigt der erfolgreichste deutsche Musiker - zumindest gemessen an Chartsplatzierungen - sein Jetset-Leben, mal vor dem Privatflugzeug, mit Models, die in Klamotten seiner Modekollektion gekleidet sind, mal hinter dem Mischpult vor einem Massenpublikum. Wie hat er es geschafft, so erfolgreich zu werden? 

Kraft tanken in Osnabrück

Obwohl Schulz nur noch selten zurückkommt, bleibt der malerische Ort sein zu Hause: "Ich hab so viel Trubel, so viel, so viel Stress und alles und wenn ich dann nach Hause komme und hier gar nichts höre oder nur die Vögel zwitschern höre, das ist für mich Entspannung pur, weil ich bin auf dem Land aufgewachsen", sagte Schulz in einem Dokumentarfilm. In Osnabrück sind viele mächtig stolz auf ihren Weltstar und viele fragen ihn nach Autogrammen. "Ich werde sehr häufig auf der Straße angesprochen, gehe jedoch nicht allzu oft raus und versuche mich aus dem öffentlichen Leben raus zu halten", sagt Schulz. 

Bauchgefühl für massentaugliche Hits

Schulz ist einer der ersten DJs, die andere Musikstile mit Elektroklängen kombinierten. So hat er Songs tanzbar und radiotauglich gemacht - und das kommt an. Eine im Mai veröffentlichte Single des neuen Albums "Uncovered" - "Ok" mit Sänger James Blunt - hat auf Youtube inzwischen mehr als 104 Millionen Klicks. Er arbeitet auch mit weniger bekannten Musikern zusammen: "Es muss mich einfach packen."

Strategische Planung

Um die Erfolgschancen seines neusten Albums zu steigern, hat Schulz die Songs an Live-Auftritten getestet und nach den Reaktionen seines Publikums angepasst. Schon vor seiner Blitzkarriere ging Schulz systematisch vor: Er und seine Freundin hatten Musiklinks stundenlang in sozialen Netzwerken und Internetforen geteilt. So fand er immer mehr Fans und schließlich einen Manager. Damals lebte Schulz noch von Hartz IV, hatte keine eine Ausbildung. "Ich hatte nur Plan A, es gab keinen Plan B", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 

Er geht mit der Zeit

Seinen ersten Hit-Song "Waves" fand Schulz auf YouTube. Er bearbeitete ihn mit einer Hobbysoftware - Tempo rauf, Elektrobeat darunter. Dafür wurde er 2015 für einen Grammy nominiert. Inzwischen ist er Musikproduzent, der viele eigene Lieder mit Sängern zusammen kreiert. 

Harte Arbeit

Schulz hat teils gleich dreimal pro Tag aufgelegt. Sein Marketingchef Daniel Gerloff sagte: "Robin ist Perfektionist. Urlaub kennt er kaum." Beim neuen Album hat er einen Titel - "Shed A Light" - mit dem französischen Hitproduzenten David Guetta hauptsächlich übers Internet produziert - weil beide volle Terminkalender hatten. "Wir haben beide gleichzeitig dran gearbeitet und uns tägliche Updates geschickt."

dpa

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