Barzahlungen manipuliert

Stadtbediensteter soll in Hameln 500.000 Euro veruntreut haben

Hameln - Keiner hat es gemerkt, erst der Zufall half: Ein Mitarbeiter hat trickreich verschleiert, wie er jahrelang die Stadtkasse von Hameln plünderte.

Jahrelang hat ein Mitarbeiter der Stadt Hameln unbemerkt in die Stadtkasse gegriffen. Der Mann habe nach den bisherigen Erkenntnissen mindestens eine habe Million Euro in die eigene Tasche gesteckt, sagte Verwaltungssprecher Thomas Wahmes am Dienstag.

Der 47-jährige Rathaus-Mitarbeiter, dem inzwischen fristlos gekündigt wurde, war in den Jahren 2004 bis 2014 in der Stadtkasse tätig. Dabei war er nach Wahmes Angaben auch für die Entgegennahme von Barzahlungen zuständig. Der Mann habe Gebühren oder Bußgelder allerdings nicht korrekt in die Kasse gelegt, sondern zum Teil für sich behalten.

Damit dies nicht auffiel, habe der Mann mit großer krimineller Energie fingerte Buchungen vorgenommen, sagte Wahmes. Dabei sei er so geschickt vorgegangen, dass die Fehlbestände bei amtlichen Kassenprüfungen nicht auffielen. Denn der 47-Jährige sei aufgrund seines Fachwissens in der Lage gewesen, auch komplexe Buchungssysteme zu überlisten.

Keine Angaben zum Motiv

Erst durch einen Zufall sei das Ganze in diesem Frühjahr ans Licht gekommen, sagte der Verwaltungssprecher. Stadtbedienstete seien auf einen nicht nachvollziehbaren Buchungsposten gestoßen und hätten dann nachgeforscht. „Von da an kam die Lawine ins Rollen“, sagte Wahmes. Noch seien nicht alle Details des Falles bekannt. Wegen der Komplexität der fingierten Buchungen habe die Stadt die Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg um Unterstützung gebeten. „Am Ende könnte die Schadenssumme noch höher ausfallen als 500.000 Euro“, sagte Wahmes.

Zum Motiv des Beschuldigten machte die Stadt keine Angaben. Im Rathaus geht man aber davon aus, dass er das veruntreute Geld verspielt hat. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen den 47-Jährigen. Der Mann sei geständig und wirke bei der Aufklärung des Falles mit, hieß es.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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