Taschengeld vorenthalten

Nach Vorwürfen gegen Heim ermittelt Staatsanwaltschaft

Hedemünden - Die vom SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke öffentlich gemachten Vorwürfe gegen ein Altenheim im Kreis Göttingen sind möglicherweise noch schwerer als bisher bekannt war. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittele gegen Verantwortliche der Hedemündener Einrichtung sowie gegen einen Pfleger, sagte Sprecher Andreas Buick am Freitag. Es gehe unter anderem um Misshandlung, Körperverletzung, Abrechnungsbetrug und Untreue.

So soll Patienten in dem Altenheim das Taschengeld vorenthalten und für andere Zwecke verwendet worden sein. Ein Pfleger soll demente Menschen misshandelt haben. Außerdem soll ein Patient, der durch falsche Pflege einen offenen Rücken bekommen haben soll, nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht worden sein. Die Einrichtung soll auch Geld für nicht erbrachte Leistungen kassiert und Windeln für nicht inkontinente Patienten abgerechnet haben, sagte Buick.

Schminke hatte auf Missstände hingewiesen, nachdem er von Mitarbeitern informiert worden war. Außerdem hatte er sich zu den finanziellen Verhältnissen des Heims geäußert. Die Betreiberin hatte ihn daraufhin wegen Verleumdung angezeigt. Weil sie dem Vorwurf gegen Schminke nachgehen wollte, hatte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität des Abgeordneten beantragt. Der Landtag lehnte dies am Mittwoch nach kontroverser Debatte jedoch ab.

Schminkes Engagement sei zur rechten Zeit gekommen, sagte der Parlamentarische SPD-Geschäftsführer Grant Hendrik Tonne. Bei amtlichen Überprüfungen seien zahlreiche Mängel in der Einrichtung zutage gefördert worden.

dpa

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