Top-Schnüffel-Quote

Corona-Spürhunde: Ministerpräsident Weil schlägt Einsatz an Flughäfen und Stadien vor

Für Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist es denkbar, Corona-Spürhunde bei Veranstaltungen, an Flughäfen oder in Restaurants einsetzen zu lassen. Im Sommer hatte die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover herausgefunden, dass Hunde das Coronavirus erschnüffeln können.

  • Corona-Virus: In den Augen von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil ist es denkbar, kleinere Veranstaltungen oder Restaurantbesuche mit Hilfe trainierter Spürhunde sicherer zu machen.
  • Im Sommer 2020 hatte ein Forscherteam eine Studie veröffentlicht, für die Spürhunde der Bundeswehr auf Sars-CoV-2 trainiert worden waren.
  • Die Methode könnte in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder kleineren Veranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus oder Ausbrüche zu verhindern.

Hannover - Schnüffelnd dem Coronavirus auf der Spur: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann sich vorstellen, kleinere Veranstaltungen oder Restaurantbesuche mit Hilfe eigens trainierte Spürhunde sicherer zu machen.

„Es ist ein hochinteressantes Mittel, Menschen nach und nach zu kontrollieren.“

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident in Niedersachsen

„Es ist ein hochinteressantes Mittel, Menschen nach und nach zu kontrollieren“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Auf Flughäfen oder an Grenzübergängen sei es vorstellbar, bei Großveranstaltungen aus seiner Sicht weniger. Weil informierte sich an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover über Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden.

Im Sommer 2020 hatte ein Forscherteam unter Leitung der Hochschule eine Studie veröffentlicht, für die Spürhunde der Bundeswehr auf Sars-CoV-2 trainiert worden waren. Nach achttägigem Training konnten die Hunde demnach von 1012 Speichel- oder Atemwegssekret-Proben 94 Prozent korrekt identifizieren.

Hunde wie der Cocker Spaniel Joe sind in der Lage Speichelproben von SARS-CoV-2-infizierter Menschen zu erkennen und könnten in Zukunft bei Veranstaltungen in Niedersachsen eingesetzt werden.

Es sei die erste Studie überhaupt, weitere seien eingereicht, erklärte Holger Volk, der Leiter der Klinik für Kleintiere. Das Virus gebe keinen Geruch ab, verändere aber den Stoffwechsel befallener menschlicher Zellen. Die dann abgegebenen Stoffe könne der Hund riechen. Etwa in Helsinki und Dubai kommen Corona-Spürhunde schon am Flughafen zum Einsatz.

Tierärztliche Hochschule Hannover - Fakten und Zahlen:

Gründungsjahr: 1778
Studierende Tiermedizin (WS 2019/20):1.638
Beschäftigte: 949

Spürhunde bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder Flughäfen

„Die Hunde mussten lediglich eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben von Sars-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden“, teilte die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover im Juli mit. „Die Methode könnte in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder anderen Massenveranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus oder Ausbrüche zu verhindern“, hieß es weiter.

Hunde können Corona-Infektionen erschnüffeln

Das Team um Holger Andreas Volk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover testete acht spezialisierte Spürhunde der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen in Rheinland-Pfalz.

Die Proben waren per Zufallsprinzip verteilt, und weder Hundeführer noch Forscher wussten, welche davon Corona-infiziert und welche Corona-frei waren. Die Hunde erkannten 83 Prozent der positiven Proben und 96 Prozent der negativen Kontrollproben. 

„Die Geruchserkennung von Hunden ist weit besser, als sich die breite Öffentlichkeit vorstellen kann. Trotzdem waren wir erstaunt, wie schnell unsere Hunde trainiert werden konnten, um Proben von SARS-CoV-2-infizierten Personen zu erkennen“.

Dr. Esther Schalke, Verhaltensforscherin und Hundetrainerin

Dr. Esther Schalke, Verhaltensforscherin und Hundetrainerin arbeitet an der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen und begleitete das Projekt auf Seiten der Bundeswehr. Sie sagt: „Die Geruchserkennung von Hunden ist weit besser, als sich die breite Öffentlichkeit vorstellen kann. Trotzdem waren wir erstaunt, wie schnell unsere Hunde trainiert werden konnten, um Proben von SARS-CoV-2-infizierten Personen zu erkennen“.

Seit Beginn der Domestikation nutzt der Mensch die außergewöhnlichen Riechfähigkeiten der Hunde, um Beute zu jagen oder sich vor Raubtieren zu schützen. Zunehmend werden Hunde aber auch im Bereich der medizinischen Geruchserkennung eingesetzt. Sie sind in der Lage, infektiöse und nichtinfektiöse Krankheiten wie verschiedene Arten von Krebs, Malaria, bakterielle und virale Infektionen zu erkennen.

Der belgische Schäferhund Filou schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule in Hannover an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde. Dahinter stehen Pascal Baum und Esther Schalke von der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr, Holger Volk, Direktor der Kleintierklinik und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Foto: Ole Spata/dpa

Rubriklistenbild: © Ole Spata/ dpa

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