Zwei Tote bei Flugzeugabsturz im Solling

Holzminden -  Von Matthias Brunnert. Ein Knall. Trümmer krachen auf ein kleines Dorf. Kurz danach stürzt ein Flugzeug in den nahen Wald. Später finden Einsatzkräfte in dem schwer zugänglichen Gelände im Solling das Wrack und zwei Leichen.

Tiefhängende Wolken, Starkregen, extrem schlechte Sicht. Warum zwei Männer am späten Dienstagabend mit einem kleinen Propellerflugzeug über den dunklen und bergigen Solling geflogen sind, kann sich bei der Polizei in Holzminden niemand so richtig erklären. Warum die Maschine gegen 21 Uhr über der Ortschaft Mühlenberg (Landkreis Holzminden) abstürzte, ist ebenfalls unklar. Traurige Gewissheit herrscht dagegen über das Schicksal der beiden Männer: Ihr Flugzeug stürzte ab, beide Insassen sind tot.

Die einmotorige Maschine vom Typ Jabiru J430 stürzte nach Angaben eines Polizeisprechers in ein schwer zugängliches Waldstück. Beide Insassen konnten nur noch tot geborgen werden. Die Identität der Männer stand am Mittwochabend noch nicht fest. Auch die Unfallursache war noch unklar. Die Ermittlungen werden nach Angaben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen. Am Dienstagabend kurz vor 21 Uhr hatten Bewohner des 1000-Seelen-Dörfchens einen lauten Knall gehört. Kurz darauf fielen Gegenstände vom Himmel. Die Stücke, die sich später als Flugzeugteile entpuppten, krachten in Gärten und auf die Straße.

„Einige landeten auch auf Dächern“, sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Die Menschen im Ort hätten großes Glück gehabt. „Niemand wurde verletzt. Und es gab auch keinen nennenswerten Sachschaden.“ Das Propellerflugzeug war im nordrhein-westfälischen Dinslaken gestartet. Die abstürzende Maschine rasierte nach Polizeiangaben in einem rund 500 Meter vom Dorf entfernten Waldstück die Baumkronen ab und krachte dann auf den Boden. Einsatzkräfte benötigten in der Dunkelheit in dem bergigen und durch Dauerregen aufgeweichten Gelände mehr als eine Stunde, um die Absturzstelle zu finden. Ein Polizeihubschrauber aus Hannover, der bei der Suche helfen sollte, musste wegen des starken Regens und der schlechten Sicht über dem Solling abdrehen.

Ein zweiter Hubschrauber aus Kassel konnte gar nicht erst starten. Mitten im Wald fanden die Helfer schließlich die Toten. Einer war im Wrack eingeklemmt. Der andere lag neben den Trümmern. An den Bergungsarbeiten waren etwa 150 Einsatzkräfte beteiligt. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig nahmen noch in der Nacht ihre Ermittlungen auf. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Bis zum Mittwochmittag waren die meisten Trümmerteile geborgen. Zeugen hatten unter anderem ein etwa 2,50 Meter langes Stück einer Tragfläche gefunden. Das viersitzige Flugzeug habe vermutlich den brandenburgischen Flughafen Oehna ansteuern wollen, sagte Polizeisprecher Petersen. Die Maschine war nach Angaben der BFU in Frankreich zugelassen.

Sie trug auch ein französisches Kennzeichen. An der Absturzstelle wurden die Ausweise zweier deutscher Männer gefunden. Ob es sich bei den Toten um die Inhaber der Papiere handelt, sei noch nicht sicher, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Seine Behörde habe deshalb eine Obduktion der Leichen veranlasst. Bei der abgestürzten Maschine handele es sich um ein Flugzeug eines australischen Herstellers. Die australische Luftfahrtbehörde hatte nach einer Serie von Triebwerk-Zwischenfällen für Flugzeuge mit Jabiru-Triebwerken vorsorglich besondere Sicherheitsempfehlungen gegeben.
dpa 

Rubriklistenbild: © dpa

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