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Passanten entdecken riesigen Erdbeer- und Spargel-Berg

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Von: Fabian Raddatz

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Blaulicht
Laut Polizei wurde der große Spargel- und Erdbeerhaufen an einem Feldrand gefunden. © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Passanten haben bei Dollern (Landkreis Stade) mehrere Hundert Kubikmeter Spargel und Erdbeeren entdeckt. Offenbar einfach weggeworfen.

Dollern – Einen riesigen Haufen Erdbeeren und Spargel haben Passanten an einem Feldrand in Dollern (Landkreis Stade) entdeckt. Das berichtet die Polizei. Demnach wurden die mehrere Hundert Kubikmeter Feldfrüchte offenbar einfach entsorgt.

Wie ein Sprecher berichtet, wurde inmitten des Spargelhaufens auch Verpackungsmaterial einer Firma aus Deinste gefunden. Ob die Firma für den Erdbeer- und Spargelhaufen verantwortlich ist, ist unklar.

Spargel- und Erdbeer-Preise im Keller: Einige Bauern zerstörten ihre eigenen Äcker

Trotz bester Qualität und guter Ernte sei die Spargelsaison nicht zufriedenstellend, bedauerte etwa Simon Schumacher, Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. Ähnlich sehe es bei Erdbeeren aus. Spargel- und Erdbeerbauern rechnen demnach mit Umsatzeinbrüchen bis zu 30 Prozent.

Auslöser seien die Inflation und Ängste infolge des Ukraine-Kriegs gewesen. „Spargel steht für Genuss, es wurde weniger gekauft“, so Schumacher. Der Handel habe darauf mit massiven Importen zu Spottpreisen reagiert. „Mit Lohnkosten in Marokko von knapp über einem Euro können wir nicht mithalten.“ Angesichts eines Mindestlohns von fast zehn Euro seien die Kosten in Deutschland sehr viel höher als in Italien, wo es keinen Mindestlohn gebe, Spanien (6,06 Euro pro Stunde) oder Griechenland (3,83 Euro).

Weil die Einnahmen die Kosten nicht mehr deckten, habe eine Reihe von Bauern Schumacher zufolge „richtigerweise rigoros gehandelt“ und die Ernte eingestellt. Einige zerstörten sogar ihre eigenen Erdbeerfelder. Teilweise werden auch Selbstpflücker auf die Äcker gelassen. Spargel schießt so vielerorts schon ins Kraut.

Spargel- und Erdbeerkrise: Landwirte machten aus Not eine Tugend

Manche Landwirte, wie Niko von Mentzingen in Neuenstadt, haben aus der Not eine Tugend gemacht: Er hat aus frischen Erdbeeren Chips gemacht und will Spargelreste an die Industrie weitergeben. Andere verarbeiten die süßen Früchte auch zu Secco oder Marmelade.

„Wenn sich der Erdbeeranbau nicht mehr lohnt, müssen wir aufhören“, sagte Franz Josef Müller, Präsident des Landesverbands Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO) dem Nachrichtenportal BW24. Die steigenden Ausgaben und die gleichzeitig geringere Nachfrage nach regionalen Erdbeeren würden die Obstbauern massiv belasten. (Mit dpa-Material)

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