Steigende Inzidenz

Jens Spahn plant verschärfte Corona-Maßnahmen für Reiserückkehrer

Wer künftig aus dem Urlaub zurückkommt, muss womöglich schon bald einen negativen Coronatest vorlegen. Grund dafür sind steigende Inzidenz bei den Corona-Zahlen.

Niedersachsen – Bislang müssen all jene Deutschen einen negativen Coronatest vorweisen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind und aus Hochrisikogebieten sowie per Flugzeug aus dem Urlaub einreisen. Medienberichten zufolge soll sich das allerdings bald ändern. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Bundesgesundheitsministerium planen eine Verschärfung der Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer*.

Ansteckungsort:Ansteckungen:Verlauf:
Spanien821steigend
Russland171fallend
Niederlande124steigend
Türkei122steigend
Kroatien106steigend
Griechenland93steigend
Portugal51fallend
Frankreich48steigend
Italien40steigend

Künftig sollen alle Rückreisende ein negatives Covid-19-Testergebnis vorlegen, egal mit welchen Verkehrsmitteln oder aus welchen Urlaubsländern sie nach Deutschland kommen. Grund dafür ist die steigende Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland, man befürchtet eine neue Corona-Welle* im Herbst.

Spahn verschärft Corona-Maßnahmen für Reiserückkehrer: Abstimmung zu Covid-19-Regeln laufen bereits

Eine Sprecherin des Ministeriums teilte mit, dass die Abstimmung zur Verschärfung der Coronamaßnahmen bereits laufen. Das Gesundheitsministerium sei für „eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei Einreise“, so die Sprecherin gegenüber einer Anfrage des Business Insiders.

Der Virologe Martin Stürmer ist von den Maßnahmen begeistert.

Doch es gibt auch Stimmen gegen die Covid-19-Einschränkungen. Die SPD-Justizministerin Christine Lambrecht etwa findet die verschärfte Testpflicht der Regierung für Einreisende* trotz der steigenden Inzidenzzahlen in vielen Urlaubsländern überzogen. Außerdem habe der Plan Lücken: auch Einreisende mit dem Auto müssten künftig einen negativen Test vorweisen können, doch Grenzkontrollen sind nicht geplant.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte eine Studie über alle Corona-Infektionen in Deutschland in den Kalenderwochen 25 bis 28, die durch Reiserückkehrer verursacht wurden.

Corona-Einschränkungen: hohe Inzidenzzahlen in beliebten Urlaubsländern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich am 27. Juli mit den CDU-Ministerpräsidenten über die Lage beraten. Die hohen Corona-Inzidenzzahlen in anderen europäischen Ländern bereiten vielen Experten Sorge. Man befürchtet, dass die Rückreisenden aus dem Urlaub für einen Schub an Neuinfektionen mit Covid-19 sorgen werden. Außerdem will man die Grenzwerte, die für weitere Einschränkungen von Bedeutung sind, neu festlegen.

Neben der hochansteckenden Delta-Variante sind vor allem Rückreisende aus anderen europäischen Ländern an dem rasanten Anstieg der Inzidenzzahlen in Deutschland verantwortlich. Auch Geimpfte und Genesene, die keine Tests brauchen, könnten sich und andere mit der Delta-Mutante anstecken.

Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz in der Bundesrepublik liegt mittlerweile bei 14,5 (Stand: 27. Juli). Am 6. Juli lag die Inzidenz im Zusammenhang mit Covid-19 noch bei 4,9.

Corona-Inzidenz in Deutschland: Hohe Zahlen bei Covid-19-Neuinfektionen durch Reiserückkehrer

Etwa zehn Prozent aller Neuansteckungen mit Sars-CoV-2 sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Rückreisende aus dem Urlaub zurückzuführen. Von den 23.649 nachgewiesenen Corona-Infektionen zwischen dem 21. Juni und dem 18. Juli steckten sich 2402 Personen wohl in ihrem Urlaubsland an. Der häufigste Ansteckungsort ist mit 11.662 Fällen jedoch noch immer Deutschland.

Jens Spahn (CDU) plant verschärfte Corona-Einschränkungen für Urlaubsheimkehrer. (kreiszeitung.de-Montage)

Sieben-Tage-Inzidenz: in diesen Urlaubsländern herrscht hohe Corona-Ansteckungsgefahr

Unter den Urlaubsländern ist Spanien ganz klar das Infektionsland Nummer eins. Insgesamt infizierten sich 821 Personen im beliebtesten Reiseziel der Deutschen, zu dem auch die Balearen mit Mallorca gehören, mit Covid-19. Das sind mehr Corona-Infektionen als in den Ländern auf Platz zwei bis zehn zusammengenommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Spanien liegt mit 385,4 (Stand: 27. Juli) weit über der Inzidenz in Deutschland und über dem kritischen Wert von 50.

Den zweiten Platz der „gefährlichsten“ Expositionsländer belegt Russland mit 171 Corona-Neuinfektionen unter den Rückreisenden nach Deutschland. Allerdings ist die Tendenz in Russland zurzeit fallend. Wo sich Ende Juni noch 51 Deutsche mit Covid-19 infizierten, sind es Ende Juli nur noch 33 Erkrankte. Den dritten Platz dieses RKI-Rankings belegen die Niederlande mit 124 neuen Coronafällen und steigender Tendenz. Die Sieben-Tage-Inzidenz in unserem Nachbarland liegt bei 266,4 (Stand: 26. Juli).

Türkei und Frankreich vorne bei den Corona-Infektionen mit dabei

Die Türkei belegt den vierten Platz bei den Corona-Infektionen unter deutschen Urlaubern. Die Inzidenz in dem beliebten Urlaubsland steigt, die Covid-19-Neuinfektionen in der Türkei sind auf dem Höchststand. Vor allem die laschen Einschränkungen in den Urlaubsländern sind an dieser Entwicklung schuld. Neben der Angst vor der neuen Delta-Variante macht man sich nun in einigen Urlaubsregionen in Italien Sorgen, als Risikogebiet eingestuft zu werden.

In manchen Urlaubsländern geht man aber auch wieder mit strengeren Maßnahmen gegen die Infektionszahlen mit Sars-CoV-2 vor. Im benachbarten Frankreich will man eine vierte Coronawelle und die Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet verhindern. Vor allem die Impfpflicht für Beschäftigte des französischen Gesundheitssystems sorgt gerade für landesweite Proteste.

Corona-Maßnahmen: Spanien und Niederlande als Hochinzidenzgebiete eingestuft

Aufgrund der hohen Inzidenzzahlen wurden die beiden beliebten Urlaubsziele Spanien und die Niederlande von der deutschen Bundesregierung zu Hochinzidenzgebieten hochgestuft. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die beiden Länder ausgesprochen. Dadurch gelten bei der Rückreise nach Deutschland aus beiden Gebieten auch zusätzliche Auflagen. Der Reiseverband DRV kritisierte die Corona-Maßnahmen.

Rückreisende aus einem Hochinzidenzgebiet, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen nach der Ankunft in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen kann man sich mit einem negativen Corona-Testergebnis „freitesten“.

Flugreisende müssen zusätzlich bereits beim Abflug aus dem Urlaubsland einen negativen Coronatest vorweisen, auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten heimfliegen. Zusätzlich besteht bei der Rückkehr aus Spanien und den Niederlanden eine Meldepflicht, die digitale Reiseanmeldung. Nun gilt es abzuwarten, ob diese Maßnahmen Wirkung zeigen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/Michele Tantussi/dpa

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