Verlegung im öffentlichen Raum gefordert

Sorgen um Bodenschutz prägen Suedlink-Konferenz

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Starkstromleitung (Symbolbild)

Hannover - Kritische Hinweise zur Stromtrasse Suedlink sowie Sorgen um den Bodenschutz haben am Dienstag die zweite Antragskonferenz in Niedersachsen geprägt. Im Fokus stand der Abschnittsverlauf zwischen Scheeßel und Bad Gandersheim.

Durch diesen Korridor der insgesamt etwa 700 Kilometer langen Trasse, soll Strom aus Windenergie von der Nordseeküste zu süddeutschen Industriezentren gelangen. 

Mehrere der 300 Teilnehmer in Hannover sprachen sich für den Einsatz platzsparender, innovativer neuer Techniken aus. Direkt zum Auftakt überraschte die Gemeinde Söhlde (Landkreis Hildesheim) mit ihrem Antrag. Sie bat darin, auf ihrem Gelände auch den Einsatz einer Überlandleitung zu prüfen. Die Planungen sehen bislang Erdkabel vor. „Das ist bei diesen Anhörungen das erste Mal überhaupt, dass so ein Antrag auf Freileitung gestellt wurde“, sagte Peter Olaf Eul von der Bundesnetzagentur. 

Landwirte befürchten Beeinträchtigung ihrer Böden

Bürgermeister Alexander Huszar (CDU) will dagegen in seinem Antrag keine wie auch immer geartete Vorfestlegung sehen. „Das bedeutet nicht, dass ich das ganze Gemeindegebiet überspannen lassen will - ich will mir lediglich Optionen offen halten“, sagte er und betonte: „Leider habe ich erst gestern erfahren, dass diese Konferenz die letzte Möglichkeit bot, um sich durch einen Antrag auf Prüfung auch eine derartige Option offen zu halten.“ Am Vortag sei er auf diese Frist von zahlreichen Landwirten angesprochen worden, die eine Beeinträchtigung ihrer wertvollen Böden befürchteten. 

Eine Karte mit den Korridoren für die geplanten Gleichstromtrassen

Für den Verlauf durch Niedersachsen haben die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW verschiedene mögliche Routen erarbeitet. Das Land Thüringen hat zudem einen weiteren Vorschlag für eine weitere Trasse gemacht. 

Landvolk-Vorstandsmitglied betrachtet Konferenz als „Alibi-Veranstaltung“

Bei der Konferenz können Bürger, Verbände und Behörden Vorschläge machen, die in die weiteren Planungen einfließen. Martin Albers vom Landvolk-Kreisverband Celle, der nach eigenen Angaben 1600 Mitglieder und damit die Interessen von 75 Prozent der Grundstückeigentümer in der Region vertritt, forderte bei der Kabelverlegung zur bevorzugten Nutzung des öffentlichen Raums auf. Dazu gehöre auch der Randbereich des Truppenübungsplatzes Bergen - auch wenn die Bundeswehr das bisher ablehne. „Die Argumente der Bundeswehr sollten einer strengen externen und neutralen Prüfung unterworfen werden“, forderte er. 

Sein Landvolk-Kollege Holger Hennies aus Hannover forderte zudem eine Kabelverlegung im Randbereich der großen Verkehrstrassen und sprach sich für eine Trassenbündelung aus. Er hielt die Konferenz nach eigenen Angaben zwar für eine „Alibi-Veranstaltung“, wollte aber sehen, welche rechtlichen Mittel sich bei der Debatte um die Trasse ergeben können. Am 20. Juni wird es in Verden eine ähnliche Konferenz geben. Noch unklar ist, ob durch den Antrag Thüringens nach der Sommerpause weitere Antragskonferenzen nötig werden. Eine Entscheidung wird auf diesen Veranstaltungen nicht getroffen.

Das Projekt zieht deutliche Kritik auf sich. Vor dem Start der Konferenz hatte der BUND einen sofortigen Bau- und Planungsstopp gefordert.

dpa

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