Donner, Blitz und weiter Hitze - Schattenseiten des Sommers

Hannover / Bremen. Heftige Sommergewitter haben in vielen Teilen Niedersachsens für Schäden gesorgt. Doch die Abkühlung soll nur von kurzer Dauer sein. Die lange Trockenheit zeigt Wirkung, die Waldbrandgefahr steigt.Beim Wasser gibt es bereits erste Engpässe in einigen Regionen.

Der Sommer zeigt seine Schattenseiten: Blitze, Donner und Starkregen haben am Freitag in Teilen Niedersachsens für erhebliche Schäden gesorgt. Meteorologen sagen auch für das Wochenende Hitzewetter, Gewitter und Hagel voraus. Zudem steigt die Waldbrandgefahr weiter. In einigen Regionen gilt bereits die höchste Gefahrenstufe 5. Wegen der langanhaltenden Trockenheit und der aktuellen Hitze gibt es erste Berichte über Versorgungsengpässe beim Wasser.

Blitzeinschläge haben vielerorts für größere Schäden und Brände gesorgt. Durch einen Blitz brannte in Wangelnstedt (Landkreis Holzminden) eine Scheune vollständig nieder. Ein angrenzendes Wohnhaus wurde beschädigt. Drei Bewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. In der Scheune kamen Hühner, Tauben und Kaninchen ums Leben.

Schwere Sommergewitter setzten in Ostfriesland und im Emsland eine Reihe von Dachstühlen in Brand. Menschen wurden nicht verletzt. Unter anderem schlug ein Blitz in ein Wohnhaus in Meppen ein. Das Feuer und die Löscharbeiten beschädigten das Gebäude stark. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 120 000 Euro.

In Ihlow im Landkreis Aurich brannte eine Scheune mit einem Stalltrakt nieder. Es wurden auch mehrere Fahrzeuge zerstört. Der Schaden liegt bei rund 130 000 Euro. In Scheeßel schlug mit einem gewaltigen Knall ein Blitz in eine unterirdische Stromleitung ein. Durch die Überspannung flogen in dem Bereich mehrere Sicherungskästen auseinander.Im Keller eines Wohnhauses explodierte ein solcher Kasten.

Wegen der Hitze und Trockenheit forderte der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband am Freitag die Verbraucher auf, Leitungswasser sparsam zu verwenden. Wie Sprecher Gunnar Meister am Freitag mitteilte, verzeichnete der Verband am Donnerstag mit 311 029 Kubikmetern ausgegebenem Trinkwasser einen Tagesrekord. In Teilen von Lohne und Steinfeld im Kreis Vechta kam es zu Engpässen. Die Bürger in der Region wurden gebeten, auf Rasensprengen zu verzichten und Wasser in Pools nicht vorschnell auszutauschen. Die Situation sei nach der langen Trockenheit außergewöhnlich. „Derzeit wird besonders in den Spitzenzeiten, also morgens und abends, ein Vielfaches des normalen Tagesbedarfs verbraucht“, sagte Bereichsleiter Axel Frerichs vom Wasserverband.

Das Landwirtschaftsministerium warnte vor der immer größeren Waldbrandgefahr. In den Gebieten Soltau, Lüchow und Celle herrscht bereits die höchste Gefahrenstufe 5, vom Wochenende an voraussichtlich auch in anderen Regionen.

Tempolimits wie in anderen Ländern sind auf Autobahnen in Niedersachsen indes noch kein Thema. Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien seien aber angewiesen worden, besonders nach Hitzeschäden Ausschau zu halten, sagte der Sprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Jens-Thilo Schulze.

dpa

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