Sommerferien gehen für eine Million Kinder zu Ende

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Am 2. September enden in Niedersachsen die Sommerferien. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Hannover - Für mehr als eine Million Schüler in Niedersachsen enden am 2. September die Sommerferien. Nach der sechswöchigen Lernpause geht ab Donnerstag, 3. September, an den rund 2900 allgemeinbildenden und den 260 Berufsschulen auch für über 85 000 Lehrer wieder der Schulalltag los.

Besonders aufgeregt dürften die knapp 68.000 Mädchen und Jungen sein, die zu ihrem ersten Schultag erwartet werden. Eingeschult werden sie am 5. September. Insgesamt geht die Schülerzahl in Niedersachsen damit weiter zurück. Während im vergangenen Schuljahr noch 850 000 Mädchen und Jungen an den allgemeinbildenden Schulen unterrichtet wurden, sind es jetzt 838.000 Schüler. Leicht gesunken ist auch die Zahl der Erstklässler, die vor einem Jahr bei mehr als 70000 lag. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen werden künftig deutlich mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln unterrichtet.

Verbunden ist das Schuljahr mit zahlreichen Neuerungen: So gibt es für die Grundschüler künftig nach dem vierten Schuljahr keine Schullaufbahnempfehlung mehr. Bisher hatten Lehrer zum Ende der Grundschulzeit eine Einschätzung gegeben, ob ein Kind besser auf Haupt-, Real- oder Gymnasium wechseln sollte. Eltern mussten sich aber nicht an diese Empfehlung halten.

An den Gymnasien geht es zurück zum Abitur nach 13 Jahren. Rot-Grün hatte das von der CDU eingeführte Turbo-Abitur (G8) wieder abgeschafft. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das vollständig zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückkehrt. Besonders begabte Schüler haben aber weiter die Möglichkeit, auf Wunsch bereits nach acht Jahren die Schulzeit am Gymnasium abzuschließen.

Dort stehen noch weitere Änderungen an: Die wöchentliche Unterrichtszeit von Gymnasiallehrern liegt künftig wieder bei 23,5 Stunden. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatte im Juni die unter Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) um eine Stunde erhöhte Unterrichtsverpflichtung nach großem Protest der Lehrer gekippt.

Sollten sie künftig dennoch mehr als die vorgesehenen 23,5 Stunden unterrichten, soll die Zeit finanziell vergütet oder als Mehrarbeit gutgeschrieben werden. 740 Lehrerstellen müssen wegen des Lüneburger Urteils neu besetzt werden, das soll spätestens bis zum Schuljahr 2016/2017 abgeschlossen sein.

Nach den Ferien wird es landesweit 87 neue Ganztagsschulen geben. Weitere 65 Grundschulen, 9 Oberschulen, 7 Gesamtschulen, 3 Gymnasien, 2 Realschulen und 1 Förderschule bieten künftig auch am Nachmittag Unterricht und Betreuung an. Die Zahl der Ganztagsschulen in Niedersachsen hat sich damit innerhalb der vergangenen sechs Schuljahre auf fast 1800 mehr als verdoppelt.

Auch beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern stehen Veränderungen an: Bisher hatten Schüler mit Förderbedarf einen Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht in den Klassenstufen 1, 2, 5 und 6 - nun auch in den Stufen 3 und 7.

dpa

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