Vernetztes Haus

So gelingt das Sparen von Strom- und Heizkosten im Smart-Home

Es ist paradox: Auf der einen Seite sollen wir Strom sparen. Auf der anderen Seite kaufen wir Geräte, die Strom benötigen, um uns beim Stromsparen zu helfen. Die Rechnung geht aber auf.

  • Es lässt sich Geld sparen durch den Einsatz von Smart-Home-Geräten.
  • Mit Smart-Home-Technik lassen sich Heizkosten bis zu 40 Prozent senken.
  • Intelligente Steuerung der Haustechnik ist weiter auf dem Vormarsch.

Niemand verschwendet gern Geld, dennoch tun es viele Menschen – meistens aber ohne Absicht oder aus Nachlässigkeit. Da steht das Fenster eine Viertelstunde zum Lüften offen, während die Heizung weiter auf höchster Stufe bullert. Der Fernseher ist den ganzen Tag auf Standby, obwohl niemand zu Hause ist, der ihn anschalten könnte. Klassische Beispiele, wie schnell Energie verschwendet wird – und wie man unbemerkt Geld - um im Bild zu bleiben - aus dem Fenster wirft. An dieser Stelle kommen Smart-Home-Lösungen ins Spiel: Damit kann man Energie im Haushalt auch dann sparen, wenn man nicht daran denkt. Denn durch die intelligente Vernetzung lassen sich Heizung und Stromverbrauch auf das notwendige Maß beschränken.

Smart TV40 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage nutzen es
Digitale Sprachassistenten22 Prozent
Digitale Fitnessarmbänder17 Prozent
Smarte Lautsprecher13 Prozent

Unter Smart-Home versteht man einen Haushalt, in dem die Geräte untereinander kommunizieren, agieren und zentral gesteuert werden. Die vernetzten Smart-Home-Geräte übernehmen so automatisch Arbeiten und Aufgaben. Konkret: Geht das Fenster auf, regelt die Heizung herunter. Verlässt man das Haus, gehen alle Lichter aus - und ebenso das Radio. Smart-Home-Systeme helfen dabei, Energie zu sparen. Gerade im Haushalt, wo Strom oft durch Nachlässigkeit verschleudert wird, sind solche automatischen Lösungen nützlich.

Smart-Home hilft der Umwelt - kostet aber Strom

Smart-Home-Technik kann den CO2-Ausstoß, den ein Haushalt durch seinen Energieverbrauch verursacht, deutlich verringern: Die Smart-Home-Technik erhöht zwar den Stromverbrauch, doch der so entstehende CO2-Effekt kann durch Einsparungen beim Heizen klar überwogen werden.

Das gilt selbst dann, wenn neben Technik, die Heizenergie spart, auch Geräte aus dem Komfort- und Sicherheitsbereich im Einsatz sind. Das geht aus einer Studie des Ökoinstituts im Auftrag der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hervor. Diese zeichnet erstmals ein differenziertes Bild vom Stromverbrauch der intelligenten Smart-Home-Technik.

Eine Smart-Home-App wird auf einem Tablet bedient, mit der unter anderem das Raumlicht oder die Musikanlage gesteuert werden können. In sich geschlossene Komplettsysteme können verschiedene elektronische Komponenten in einem Gebäude steuern.

David Schick, Referent für die digitale Energiewende bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Unterm Strich kann auch ein voll vernetztes Smart-Home beim Energieverbrauch ein Plus fürs Klima bringen. Entscheidend ist aber, welche Smart-Home-Geräte zum Einsatz kommen.“

Als praktischer Rat für Verbraucher gilt: Auch wer viele Smart-Home-Geräte nutzen will, sollte so wenige verschiedene Systeme wie möglich einsetzen, sagt David Schick. Denn jedes Smart-Home-System hat eine eigene Steuereinheit – und diese Komponenten sind nach den Erkenntnissen der Studie wesentliche Treiber des Stromverbrauchs. Ratsam sei deshalb eine vorausschauende Planung für möglichst nur ein Smart-Home-System, das sich auch nachträglich ausbauen und umrüsten lasse.

Nutzen Sie ein Smart-Home-Gerät?

Um Heizkosten zu sparen sind das eigene Nutzungsverhalten und intelligenten Steuerungen ein wesentlicher Hebel. Smart-Home-Systeme liefern für beides eine Lösung. Nach Berechnungen des Fraunhofer Instituts für Bauphysik lassen sich mit einer intelligenten Smart-Home-Technik bis zu 40 Prozent Heizkosten sparen. Das ist sicher der Idealfall. Schließlich hängen die Heizkosten von vielen Faktoren ab. Je nach Wärmeempfinden, Bausubstanz und Lage des Objektes – freistehend oder Mittelreihenhaus – schwankt der Verbrauch stark. Entsprechend kommen weitere Studien zu anderen Ergebnissen. Viele Hersteller geben Ersparnisse ihre Smart-Home-Systeme mit bis zu 30 Prozent pro Jahr an. Das erscheint ein realistischer und erreichbarer Wert.

Ein großer Trend für die Zukunft im Smart-Home ist schon sichtbar: Hausbesitzer produzieren mittels einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach ihren eigenen Strom. Noch relativ neu sind auch kleine Anlagen, mit denen sich lokal Energie aus Windkraft erzeugen lässt. Damit das Wetter nicht entscheidet, ob dem Verbraucher genug Strom zur Verfügung steht, kommt Smart-Home ins Spiel.

Die intelligente Steuerung der Haustechnik wird zukünftig dafür sorgen, dass nicht verbrauchter Strom entweder gespeichert oder für Geräte genutzt wird, deren Stromzufuhr sich zeitlich verschieben lässt. Mittels Lastverschiebung tankt beispielsweise das E-Bike vor allem nachts Strom und die Waschmaschine wäscht genau dann, wenn der Strom günstig ist. Das intelligente Zuhause steuert die Stromquellen, Verbraucher und Speicher so effektiv, dass der Nutzer möglichst wenig Strom zukaufen muss.

Rubriklistenbild: © Loxone (dpa)/Yougov (dpa)/re

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