Amt untersucht, wo getrickst wird

Silvester 2021: Achtung vor Sekt, der kein Sekt ist

Das neue Jahr mit einem Glas Sekt einzuläuten gehört für viele Deutsche an Silvester zum Ritual. Doch ist bei Sekt auch immer drin, was draufsteht?

Hannover – Dieses Jahr ist vieles anders, die Corona-Pandemie hat das Land fest im Griff, die Angst vor der Omikron-Variante ist groß. Auch in Niedersachsen gelten an Silvester daher besondere Regeln. In einem Jahr, in dem soviel anders ist wie in 2021, halten sich viele besonders an alten Ritualen fest – sie vermitteln Normalität. Wenn der Start in 2022 schon nicht im Rahmen eines großen Festes stattfinden kann, dann zumindest mit einem Glas Sekt – doch ist wirklich immer Sekt drin, wo Sekt drauf steht?

Behörde:Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Gründung:1. Juli 2001
Staatliche Ebene:Land

Silvester 2021: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt vor Sekt, der keiner ist

Die Antwort darauf ist so kurz wie ärgerlich: Nein. Untersuchungen des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) haben ergeben, dass beim Sektkauf genauer hingeguckt werden muss – wobei auch der genaue Blick oft nicht reicht: Von 109 untersuchten Proben waren alle hinsichtlich Geruch, Geschmack und eben Aussehen ohne Mängel. Das bedeutet nicht, dass es sich bei allen Proben auch wirklich um Sekt handelte, so das Landesamt. Wer beim Gucken von Dinner for one am 31. Dezember also echten Sekt trinken will, muss aufpassen.

Mit Pech steht an Silvester 2021 Fruchtschaumwein statt Qualitätsschaumwein auf dem Tisch

Das Landesamt erklärte, dass bei einigen der untersuchten Proben in der Zusammensetzung getrickst worden sei. Der Laie erkennt den Unterschied dabei oftmals nicht. Untersuchungen hatten ergeben, dass es sich in einigen Fällen statt um Qualitätsschaumwein um Fruchtschaumwein gehandelt habe, der wiederum nicht aus Trauben besteht.

Damit handelt es sich nicht um Sekt. Hiervon waren insbesondere Proben aus osteuropäischen EU-Staaten betroffen. All diejenigen, die ihren Einkauf für Silvester noch machen müssen, können das dieses Jahr wieder am 31. Dezember tun. Wie Heiligabend ist auch der 31. Dezember kein gesetzlicher Feiertag.

Neben falscher Kennzeichnungen ergab die Überprüfung noch andere Mängel

Bei einigen der 109 Proben ergaben sich noch weitere Mängel, unter anderem die fälschliche Ausweisung von Flaschen als „Krimsekt“, obwohl das Produkt in der Europäischen Union produziert wurde. Rechtlich ist das nicht zulässig. Eine der Proben wies zudem einen zu geringen CO₂-Überdruck auf.

Sekt und Silvester gehören für viele Deutsche zusammen, doch nicht überall wo Sekt drauf steht, ist auch Sekt drin.

Doch das Landesamt hatte noch bei weiteren Produkten etwas zu beanstanden, dabei ging es unter anderem um die Grenzwerte für das Allergen Sulfit. Drei der untersuchten Proben ergaben einen Sulfitgehalt, der etwas über den Grenzwerten für Qualitätsschaumwein lag. Eine Probe Cava erreichte zudem den Mindestüberdruck nicht, eine andere den Mindestalkoholgehalt. Das Landesamt hebt auch äußerliche Mängel hervor – in einem Fall fehlte beispielsweise die Umkleidung des Stopfens mit Folie. Bei einem weiteren Produkt wurde auf Champagner angespielt, auch das ist unzulässig.

Silvester 2021: Böllerverbot in Bremen und Niedersachsen

Silvester 2021 wird anders, als man es kennt. Auch große Feuerwerke werden dieses Jahr ausbleiben, denn es herrscht ein striktes Böllerverbot, auch in Niedersachsen und Bremen. Einige wenige Produkte sind von der Regelung jedoch ausgenommen. Feuerwerksfreunde müssen daher auch an diesem Jahreswechsel nicht vollständig auf Feuerwerkskörper verzichten.*

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In Anbetracht der immer weiter um sich greifenden Omikron-Variante ist besonders ein sicheres Silvesterfest wichtig, damit der Jahreswechsel keine Folgen für die Pandemie-Dynamik hat. Auch in Niedersachsen gibt es mittlerweile etwa 100 Omikron-Fälle. Aufgrund der ungenauen Datenlage ist die aktuell sinkende bundesweite Inzidenz möglicherweise nicht repräsentativ, es gilt daher besondere Vorsicht – nicht nur beim Sektkauf. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jean-Christophe Bott/dpa

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