Größtes Risiko jedoch bei 18- bis 25-jährigen Verkehrsteilnehmern

Senioren verursachen mehr schwere Verkehrsunfälle

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Die Zahl der von Senioren als Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger verschuldeten Verkehrsunfälle mit Toten oder Verletztenerhöhte sich in einem Jahr um etwa 26 Prozent.

Hannover - Nicht nur die Zahl der Senioren steigt, auch die Zahl der von ihnen verursachten schweren Verkehrsunfälle. Die größte Gefahr geht allerdings von einer anderen Altersgruppe aus.

Wegen des mit dem Alter steigenden Unfallrisikos forderten Experten vor dem Verkehrsgerichtstag (VGT) 2016 in Goslar regelmäßige Testfahrten für Senioren. Eine aktuelle Untersuchung des Landesamtes für Statistik (LSN) weist jetzt nach, dass in Niedersachsen tatsächlich immer mehr schwere Verkehrsunfälle mit Personenschäden durch Menschen jenseits des 65. Lebensjahres verursacht werden. Die Zahl der von Senioren als Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger verschuldeten Verkehrsunfälle mit Toten oder Verletzten hat sich von rund 3600 im Jahr 2003 um etwa 26 Prozent auf genau 4555 im Jahr 2014 erhöht.

Eine detaillierte Begründung dafür nennen die Statistiker nicht. Sie stellen allerdings fest, dass der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung stetig steigt und dass die Älteren gleichzeitig länger mobil sind und am Straßenverkehr teilnehmen. Damit erhöhe sich auch das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Ähnlich sieht es der ADAC: „Es gibt immer mehr Senioren, die im Straßenverkehr mobil sind“, sagte Sprecherin Christine Rettig. „Dadurch gibt es auch mehr Unfälle. Das ist eine Tatsache.“

Auffallend sei, dass Senioren vorwiegend von montags bis freitags und dann nachmittags zwischen 12 und 18 Uhr verunglücken, haben die Statistiker herausgefunden. In den Abendstunden dagegen gebe es kaum noch schwere Karambolagen, an denen Ältere schuld seien. Dies liege vermutlich daran, dass ältere Menschen am Abend ihre Wohnung seltener verlassen als jüngere.

Aber auch tagsüber sind Senioren - gemessen an ihrem Anteil von derzeit 21,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung - nur unterdurchschnittlich häufig für schwere Unfälle verantwortlich. Sie verursachten 2014 laut LSN nämlich „nur“ 14 Prozent der Karambolagen mit Personenschäden.

Auch deshalb hält man beim ADAC nicht viel von verbindlichen Testfahrten. Senioren sollten freiwillig testen lassen, wie es um ihre Fahrfähigkeit bestellt ist, sagte Sprecherin Rettig. „Im Vordergrund steht dabei, Wege zu finden, wie jeder möglichst lange individuell mobil bleiben kann.“ Denn andere Möglichkeiten der Mobilität seien in einem Flächenland wie Niedersachsen eher begrenzt. „Wer in einem Dorf ohne Arzt und Supermarkt wohnt, ist ohne Auto verloren“, sagte Rettig.

Um die Fahrfähigkeit zu erhalten, sollten Senioren deshalb regelmäßig an Fahrtrainings teilnehmen, rät die ADAC-Sprecherin. Sie sollten sich auch mit den Assistenzsystemen heutiger Fahrzeuge vertraut machen.

Die Unfallforscher der Versicherer (UDV) sehen einen großen Vorteil von Testfahrten darin, dass die Betroffenen anschließend ihre Fähigkeiten besser einschätzen können. Sollten Defizite festgestellt werden, könnte es vielfach schon helfen, wenn Senioren anschließend ihre Fahrweise darauf einstellen und zum Beispiel nur in bekannten Gebieten fahren oder das Auto bei Dunkelheit in der Garage stehen lassen, sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann.

Unabhängig von den steigenden Zahl der durch sie verursachten Unfälle geht die Hauptgefahr im Straßenverkehr allerdings nach wie vor nicht von den Senioren aus. Hauptrisikogruppe sind weiterhin die jungen Fahrer. Die 18- bis 25-Jährigen verursachten der LSN-Studie zufolge 2014 in Niedersachsen fast 20 Prozent der schweren Unfälle mit Toten oder Verletzten. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt dagegen nur rund acht Prozent. Den Grund dafür sieht ADAC-Sprecherin Rettig darin, „dass ihnen die Fahrerfahrung fehlt“.

dpa

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