Containerriese soll am Freitag auslaufen

Senator Horch lobt erfolgreiche Bergung

Hamburg/Cuxhaven - Von Janet Binder und Eckart Gienke. Nach der erfolgreichen Bergung des Containerschiffs „CSCL Indian Ocean“ ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Am Freitag soll der Containerriese wieder auslaufen - wenn alles in Ordnung ist.

Erleichterung im Hamburger Hafen: Nach dem reibungslosen und schnellen Bergungsmanöver für den Containerfrachter „CSCL Indian Ocean“ in der Nacht zum Dienstag ist die Gefahr gebannt, dass die Zufahrt zum Hafen behindert werden könnte. Der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) zog eine positive Bilanz des gesamten Vorfalls. „Das Krisenmanagement hat hervorragend funktioniert, das Havariekommando hat beste Arbeit abgeliefert“, sagte Horch am Dienstag. „Da gibt es keinerlei Zweifel.“ Die Elblotsen hätten durch ihr besonnenes Handeln verhindert, dass der Hafen nicht mehr hätte erreicht werden können.

Tagelang war die Bergung sorgfältig vorbereitet worden, am Ende klappte es schneller als gedacht:Von zwölf Schleppern mit zusammen 1085 Tonnen Zugkraft wurde der Frachter zurück in die Fahrrinne gezogen und gedrückt. „Es wurde auf den Punkt geplant“, sagte der Chef des Havariekommandos in Cuxhaven, Hans-Werner Monsees, der die Aktion leitete.

In den vergangenen Tagen wurden 6500 Tonnen Treibstoff und Ballastwasser abgepumpt, um das Schiff leichter zu machen. Außerdem wurden 65 000 Kubikmeter Sand und Schlick um das Schiff herum ausgebaggert. Eine Springflut und kräftige Winde über der Nordsee sorgten in der Nacht für ein um gut 1,20 Meter höheres Hochwasser als normal. Der Abschnitt der Elbe wurde für die Dauer des Manövers gesperrt. „Einen solchen Einsatz kann man nicht üben“, sagte Monsees, „aber man kann ihn vorbereiten.“

Der Schleppversuch hatte gegen 2.00 Uhr begonnen. Nach 20 Minuten hatte das Schiff wieder Wasser unter dem Kiel. Ursprünglich war mit einem längeren Einsatz gerechnet worden. Gegen 5.30 Uhr kam die „Indian Ocean“ dann in Hamburg an. Die Kosten für die Bergung gehen in den zweistelligen Millionenbereich. Sie werden von den Versicherungen der Reederei übernommen, sagte Monsees. An der Aktion beteiligt waren rund zwei Dutzend Behörden, Institutionen und Unternehmen.

Das Schiff liegt nun bei Eurogate im Waltershofer Hafen und wird gelöscht und beladen. Gleichzeitig sind Vertreter der Reederei und der Klassifikationsgesellschaft DNV GL an Bord, um die Sicherheit des Schiffs zu überprüfen. „Nach einer Grundberührung besichtigen unsere Experten das Schiff, prüfen die Spanten, die Tanks, und wir machen uns ein Bild“, sagte Matthias Galle, Leiter fahrende Flotte Hamburg bei DNV GL. Mit Tauchern oder Tauchrobotern werden auch der Propeller, das Ruderblatt und die Außenhaut des Schiffskörpers untersucht.

Am Freitag soll das Schiff wieder auslaufen, entweder nach Zeebrügge oder nach Rotterdam, je nachdem, wo ein Liegeplatz verfügbar ist. Bis dahin sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein. Die Ruderanlage funktioniert nach Angaben der Reederei wieder; ein elektronisches Bauteil wurde ausgetauscht. Die endgültige Genehmigung zum Auslaufen müssen die Behörden geben, wenn sie von der Seetüchtigkeit des Frachters überzeugt sind.

Die „CSCL Indian Ocean“, die mit einer Länge von 400 Metern und knapp 59 Metern Breite zu den größten Containerschiffen der Welt gehört, war am Mittwoch vergangener Woche wegen eines Defekts an derSteueranlage neben der Fahrrinne auf Grund gelaufen. Wäre der Bergungsversuch misslungen, hätten in den nächsten Tagen die 6600 Container von dem Schiff entladen werden müssen, um das Gewicht weiter zu reduzieren. Dazu wäre nur ein mit Riesenkränen ausgestattetes Offshore-Errichterschiff in der Lage gewesen, sagte Monsees. Es hätte aus Rotterdam geholt werden müssen. „Das Schiff musste weg“, betonte Monsees.

dpa

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