Zusammenhang zwischen Diebstählen und Rohstoffpreisen

Zahl der Diebstähle auf Friedhöfen sinkt

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Hannover - Auf den Friedhöfen Niedersachsens scheinen sich weniger Diebe zu tummeln. In Hannover zeichnt sich nach Einschätzung der Polizei ein rückläufiger Trend ab.

Die Behörde geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Diebstähle werden demnach nicht immer bei der Polizei angezeigt. Der Northeimer Polizeisprecher Uwe Falkenhain bestätigt: "Solche Fälle sind eher die Ausnahme."

In Northeim komme es nur ab und zu vor, dass mal eine Grableuchte gestohlen werde. Das liege auch an den jeweiligen Kupferpreisen, erklärt Falkenhain. Denn: Immer wieder hatten Diebe Kupferleuchten, Grabinschriften oder Schalen von Gräbern gestohlen - besonders in Zeiten besonders hoher Rohstoffpreise.

Diebstählen sind auch emotional problematisch

Auch die Polizei Braunschweig erklärt, die Fallzahlen seien verschwindend gering. Alexis Demos, Sprecher der Stadt Hannover, weiß von keinen Auffälligkeiten. Vereinzelte Hinweise von Betroffenen an die Friedhofsverwaltung, die der Stadt unterstellt ist, gebe es allerdings schon. Diese bezögen sich vorrangig auf Grabschmuck.

Diebstähle auf Friedhöfen werden oft als Störung der Totenruhe empfunden.

Die Kirchen sehen in den Diebstählen eine emotionale Problematik. Johannes Neukirch von der evangelischen Landeskirche Hannover erklärt, der Schock der Betroffenen sei groß - vor allem wenn die Diebstähle mit der Verwüstung von Gräbern einhergingen und dies als Störung der Totenruhe empfunden werde. Eine Zunahme an Meldungen gab es allerdings den Angaben zufolge nicht. Belastbare Zahlen liegen der Kirche aber nicht vor, weil die Vorfälle nicht bei ihnen gemeldet werden müssen.

„Vandalismus hat auf dem Friedhof nichts zu suchen.“

Domkapitular Propst Martin Tenge, Regionaldechant von Hannover, erzählt, mit den Diebstählen schon eigene Erfahrungen gemacht zu haben: Vom Grab seines Vaters seien in den vergangenen Jahren mehrfach metallene Grablichthalter gestohlen worden. "Der emotionale Schaden übersteigt den Materialwert bei Weitem. Als Angehöriger bekommt man den Eindruck, dass nicht mal mehr der Friedhof von einigen Menschen als heiliger Boden empfunden wird. Vandalismus hat meiner Meinung nach auf dem Friedhof nichts zu suchen", betont er.

dpa

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