Ehrenamtliche Arbeit zum Tierschutz

So zählen Experten die Seehunde im Wattenmeer

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Emden - Erfahrene Beobachter starten jetzt wieder zu Seehundzählflügen aus der Luft. Die jährliche Auswertung vom ostfriesischen Emden bis Husum in Nordfriesland soll Eindrücke über den Zustand der Tiere liefern. Im Herbst werden die Ergebnisse der Zählungen von der gesamten Nordseeküste erwartet.

Warum werden die Seehunde jedes Jahr gezählt?

Die Tiere werden seit 1958 systematisch erfasst, bis 1971 von Schiffen, danach von Flugzeugen aus der Luft. Grundlage ist ein Schutzabkommen von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. 2016 wurden im Gesamtgebiet 24.310 Seehunde gezählt, davon 7400 in Niedersachsen und 6600 in Schleswig-Holstein. Ein leichter Rückgang bei den Zahlen könnte nach Expertenmeinung Hinweis darauf sein, dass die Grenzen des jahrelangen Wachstums bei einigen Beständen erreicht sind.

Werden immer die gleichen Stellen angeflogen?

Die Liegeplätze der Seehunde bei Niedrigwasser verändern sich mit der Dynamik des Wattenmeeres. Bei den Zählflügen werden die Plätze kartiert, um Störungen besonders während der Aufzucht der Jungtiere zu verringern.

Bekommen Piloten und Beobachter Geld für die Flüge?

Piloten und Zähler arbeiten ehrenamtlich, dadurch sind die Kosten gering. Gelder für die Zählung stehen im Landeshaushalt bereit.

Wie hoch und welche Strecken fliegen die Piloten?

Die Zählgebiete für jede Maschine sind festgelegt, die tatsächlichen Flugstrecken sind aber abhängig von der Anzahl der Sandbänke, die mit Seehunden besetzt sind. Die Flugzeit beträgt bis zu vier Stunden. Die Flughöhe liegt bei 100 Metern, ist aber sehr unterschiedlich: In der Nähe von Seehundbänken soll es keine Störungen geben.

Wie genau ist das Zählen aus der Luft?

Die Flugzeuge sind mit mindestens einem, häufig mit zwei Zählern besetzt. Sie können auch größere Seehund-Gruppen im Vorbeiflug erfassen. Zusätzlich werden Fotos auch von Liegeplätzen aufgenommen und später ausgewertet. Die Zählungen haben sich seit mehr als 40 Jahren bewährt und sind sehr verlässlich.

Können nicht Drohnen diese Aufgaben übernehmen?

Das Watt verändert sich ständig, Sandbänke des Vorjahres können nach Stürmen nicht mehr attraktiv für Seehunde sein. Daher werden nur erfahrene und mit dem Watt vertraute Zähler eingesetzt. Hinzu kommt ein kurzes Zeitfenster und eine lange Flugdauer. Künftig sind jedoch auch andere Zählverfahren und Hilfsmittel denkbar.

dpa

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